<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179</id><updated>2012-02-17T04:17:25.011+09:00</updated><title type='text'>Kreuzkirche Tokyo</title><subtitle type='html'>Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache Tokyo-Yokohama</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>34</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-1689982719863327810</id><published>2012-01-28T14:55:00.001+09:00</published><updated>2012-01-31T20:40:06.094+09:00</updated><title type='text'>Keine Gleichbehandlung im Unglück</title><content type='html'>In den vier Tagen vom 17. bis zum 20. Januar fuhren Pfarrer Ohta, Hibiki Umemoto (Pfarrerssohn der Kreuzkirche) und ich wie ein Wirbelwind von Morioka über Miyako (17. Januar) nach Otsuchi und Kamaishi, inklusive Fischerbucht (18. Januar), weiter nach Ofunato und über Rikuzen-Takata und Kesennuma nach Senmaya (19. Januar) und schließlich zu einem Besuch in der Kirche Tsuchisawa (20. Januar) – gut 500 Kilometer Fahrt an den beiden Tagen in der Mitte auf glücklicherweise kaum verschneiten Straßen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zweck der Fahrt war es, Grüße zum neuen Jahr zu überbringen und ein Zeichen zu setzen, indem wir „öffentlichkeitswirksam“ auch in einem kalten Wintermonat aus Tokio gekommen sind. Und in Begleitung von Pfarrer Ohta ging es schwerpunktmäßig darum, den Kontakt der Kreuzkirche in Tokio zu den Kirchengemeinden in Iwate zu vertiefen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deshalb galt unser erster Besuch in Morioka Bischof Ohara von der Diözese Ôu, die die Präfekturen Aomori, Akita und Iwate umfasst und in der damit die vier Gemeinden aus unserem Spendenaufruf liegen. Wir konnten uns einen Überblick über die bisherigen und geplanten Aktivitäten der Diözese und den Stand der Dinge in den jeweiligen Gemeinden verschaffen und auch von unseren Tätigkeiten berichten. Die Priorität für die Diözese wird in den kommenden Monaten und Jahren der Wiederaufbau der zerstörten Kirchen und die seelsorgerische Betreuung der Gemeinden sein.&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/--LFMcpo1WXs/TyQwpPxKReI/AAAAAAAAAWM/K526BQDgOMU/s1600/IMG_1481.JPG" imageanchor="1" style="margin-left:1em; margin-right:1em"&gt;&lt;img border="0" height="300" width="400" src="http://1.bp.blogspot.com/--LFMcpo1WXs/TyQwpPxKReI/AAAAAAAAAWM/K526BQDgOMU/s400/IMG_1481.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Bei den folgenden Besuchen und Gesprächen wurden wir durchweg mit echter und großer Wiedersehensfreude aufgenommen. Einen schönen Lichtblick gab es in Otsuchi. Nach dem Besuch des Osanago-Kindergartens, wo wir nur kurz bleiben konnten, weil die Kinder gerade von einer Magiertruppe aus Tokio „verzaubert” wurden, fuhren wir weiter zum Midori-Kindergarten. Diesem war zum Ende Dezember ihr Ausweichquartier im Gästehaus des Otsuchi-Gymnasiums gekündigt worden, in dem sie mehr als ein halbes Jahr auf engstem Raum die Kinder betreut hatten. Über Monate hinweg war nicht klar, wohin sie ausweichen und wie sie sich finanzieren könnten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-_LhUBSnd4qM/TyQw1M5vu6I/AAAAAAAAAWY/qz96770v45Y/s1600/IMG_1488.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="400" width="300" src="http://2.bp.blogspot.com/-_LhUBSnd4qM/TyQw1M5vu6I/AAAAAAAAAWY/qz96770v45Y/s400/IMG_1488.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Nun hat der Kindergarten zehn Minuten Autofahrt ins Landesinnere ein Grundstück gefunden, auf dem in Fertigbauweise ein einstöckiges Gebäude mit 270 Quadratmeter Fläche errichtet wurde und am 24. Januar in Betrieb geht. Die Kosten für den Bau und die Ausstattung hat Unicef übernommen und beim Umzug und Aufräumen haben Freiwillige vom „Tohno Magokoro Net” geholfen, womit dem Leiter Eikoh Sasaki ein gewaltiger finanzieller Stein vom Herzen gefallen ist. Er wird zwar weiterhin jeden Tag über 200 Kilometer mit dem Kindergartenbus fahren, um seine „Kundschaft” einzusammeln und wieder zuhause abzuliefern, und er hat immer noch die Belastung durch das Altdarlehen und die Ungewissheit über den endgültigen Wiederaufbau. Im neuen Provisorium kann er zwei Jahre bleiben und hat damit spürbar wieder Luft zum Atmen. Zum ersten Mal, seit ich ihn im Juli kennengelernt habe, wirkte er entspannt und fröhlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bedrückend war andererseits zu sehen, wie sich die Schere zwischen den betroffenen Ortschaften immer weiter öffnet. Ich halte das für ein Produkt aus mindestens drei Faktoren: dem Ausmaß der Zerstörungen durch den Tsunami, ab wann und wie gut die örtlichen Verwaltungen funktionieren und wieviel Unterstützung bei den ersten Räumarbeiten durch Selbstverteidigungsstreitkräfte und Freiwillige erfahren wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Miyako ist ein kleinerer Ortsteil vom Tsunami zerstört worden, weite Teile der Stadt wurden „nur” überflutet, aber nicht mit Wucht von der Welle getroffen. Die Aufräumarbeiten dort beschränken sich auf ein gründliches Putzen, um den Schlamm zu entfernen, nur wenige Häuser mussten abgerissen werden. Die Stadt macht den Eindruck, sich nun aus eigener Kraft wieder hochrappeln zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz anders sieht es in Otsuchi aus. Die Stadt hat die Form einer Teufelsmaske mit zwei Hörnern, die ins Landesinnere reichen; das Gesicht ist das Hafengebiet und Stadtzentrum, welches komplett vom Tsunami und dem danach ausgebrochenen Feuer durch explodierende Propangasflaschen zerstört wurde. Hier sind der meiste Schutt und die Autowracks beseitigt, übrig geblieben sind die Betonfundamente und es ist keinerlei Leben bis auf einige Räumfahrzeuge zu sehen. Der sichtbare Fortschritt der letzten Monate beschränkt sich auf das Aufstellen neuer Ampeln an den größeren Kreuzungen, die aber fast nur Durchgangsverkehr regeln. Seit Anfang Dezember hat auch ein großer Supermarkt wieder aufgemacht, so dass sich die Einkaufssituation für die Bewohner der „Hörner” sehr entspannt hat, denn bis dahin gab es nur einen Convenience Store und ein mobiles Postamt, für alles andere musste man ins benachbarte Kamaishi fahren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dort in Kamaishi wurde im späten Dezember der offizielle Wiederaufbauplan der Stadt beschlossen und veröffentlicht, ist aber bei den einzelnen Bewohnern scheinbar mehr oder weniger als Gerücht und ganz verschiedenen Inhalts angekommen. Jeder „weiß” ein bisschen anders, dass bis zu dieser (oder jener) Straße stadteinwärts vom Hafen ein (oder zwei) Meter der Grund angehoben werden muss, um neu zu bauen (oder wohnen) zu dürfen, und dass auch die Straßen angehoben werden (oder nicht). Aber das entscheidende Signal war offenbar nicht, wie es konkret weitergeht, sondern dass es weitergeht und die Stadt und ihr Hafenzentrum leben wird. Also kehren die Menschen zurück, bessern noch erhaltene Häuser aus und eröffnen ihre Läden und Restaurants wieder.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fischerei blickt noch mit viel Ungewissheit in die Zukunft. In die Buchten wurden einige kleine, einfach und schnell herzustellende Boote angeliefert. Damit kann die eigentliche Arbeit, also die Zucht von Wakame-Seetang, Austern und Jakobsmuscheln  (Hotate) zwar nicht betrieben werden, aber die Fischer konnten in Küstennähe Abalone (Awabi) fangen – weniger als in den Vorjahren, aber zu einem besseren Kilopreis, so dass ihnen finanziell für dieses Jahr etwas geholfen ist. Die Fertigung der eigentlich benötigten, größeren Boote wird mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen, die Genossenschaften haben die Reihenfolge der Verteilung schon festgelegt. Bis dahin machen die Fischer Boat-Sharing, allerdings mit wechselndem Enthusiasmus. Die Genossenschaft kann oder will die Öfen nicht ersetzen, in denen geerntete Wakame sofort gekocht werden muss. Diese sind bisher nicht im Zusatzhaushalt vom Staat berücksichtigt, müssten also aus eigener Tasche finanziert werden, ebenso Kühlschränke und andere Gerätschaften – die Genossenschaften hoffen, dass so etwas vielleicht doch noch im Haushalt berücksichtigt wird, verpassen damit aber die Ernte eines Jahres.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter südlich liegt Ofunato, welches sich an eine lange, landeinwärts gelegen und vermeintlich geschützte Bucht schmiegt. Der Tsunami hat auf weite Strecke die Stadt verwüstet, der Wiederaufbau beginnt nur sehr langsam. So hat beispielsweise die Katholische Kirche, die selbst sicher auf einem Hügel liegt, das benachbarte Grundstück eines Gemeindemitglieds, dem das Haus weggespült wurde, angekauft und errichtet dort eine Basisstation für die Arbeit der Caritas. Später wird das Gebäude als neues Gemeindezentrum fungieren. Eines der akutesten Probleme ist, dass die öffentlichen Verkehrsmittel nicht funktionieren – die Bahnlinie ist zerstört und Busse fahren immer noch nur eingeschränkt, was gerade älteren Menschen tagtäglich große Schwierigkeiten bereitet, da sie die weiten Strecken innerhalb der Stadt und in die Umgebung zum Einkaufen nicht bewältigen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Südzipfel der Präfektur liegt Rikuzen-Takata, das komplett vom Tsunami ausradiert wurde. Nur die Hüllen vereinzelter großer Stahlbetonbauten haben den Wassermassen standgehalten, auf weiter ebener Fläche bis zu über drei Kilometer zu den Bergen steht sonst nichts mehr und das Meer hat sich nach Absenkung des Bodens bis zu einem Kilometer landeinwärts gefressen. Die ursprüngliche Stadt ist nur durch das Navigationssystem im Auto zu erahnen: die Fundamente aller Häuser sind geschliffen, der Schutt sortiert, zerkleinert und abtransportiert. Man steht auf einem frisch umgepflügten Feld, das jederzeit neu bebaut werden könnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gleich nebenan in der Präfektur Miyagi liegt Kesennuma, welches ebenfalls auf weiter Fläche mit voller Wucht vom Tsunami getroffen wurde. Viele Räumfahrzeuge sind zu sehen, aber im Hafengebiet ist noch kaum etwas geschehen, sie sind gefühlt so weit wie Kamaishi im Spätsommer war. An vielen Stellen ist noch Holzschutt zu sehen, der eigentlich leichter als Beton abzutragen wäre, und auf vielen Grundstücken stehen noch landeinwärts gespülte Boote, darunter auch ein großes Frachtschiff. Der Nordteil der Stadt blieb vom Tsunami verschont und funktioniert normal, macht aber einen sehr überalterten Eindruck.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und landeinwärts hinter den schützenden Bergen ziehen sich die Ausbesserungsarbeiten an den Straßen hin. Viele, oftmals kleine Stellen müssen repariert werden, aber die Bauunternehmen bewerben sich nur zögerlich auf die Projekte, da sie zu sehr Stückwerk sind um lukrativ zu sein. Über das Ausmaß der Bebenschäden an Gebäuden wird wenig berichtet, da kämpft jeder seinen eigenen Kampf, unter anderem die Kirche in Senmaya, die nur noch auf eigene Gefahr betreten werden kann und daher ihre Gottesdienste in einem Ausweichquartier abhält. Sie hat ein Grundstück außerhalb der Stadt gekauft und bemüht sich nun um die Finanzierung des Neubaus.&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-KsuYNEm9K40/TyQyHaOis3I/AAAAAAAAAWw/bF02KCQHESc/s1600/IMG_1518.JPG" imageanchor="1" style="margin-left:1em; margin-right:1em"&gt;&lt;img border="0" height="300" width="400" src="http://2.bp.blogspot.com/-KsuYNEm9K40/TyQyHaOis3I/AAAAAAAAAWw/bF02KCQHESc/s400/IMG_1518.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Ich ziehe aus den Eindrücken dieser Fahrt das Fazit, dass wir in unserer Arbeit nicht darauf aus sein können, die jeweiligen Ortschaften, Kirchen, Einrichtungen und Kontaktpersonen in anscheinender Fairness gleichmäßig zu berücksichtigen, sondern auch weiterhin je nach Ausmaß der Zerstörungen, Fortgang des Wiederaufbaus und der anderweitig erfahrenen Unterstützung durch Behörden und andere Helfer individuell zuschneidern sollten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Ansatz wird übrigens vor Ort unterstützt, wie aus vielen Gesprächen klar wird. So appelliert beispielsweise die Leiterin des Osanago-Kindergartens in Otsuchi unermüdlich, den weitaus schlimmer betroffenen Midori-Kindergarten im gleichen Ort nach Kräften zu unterstützen, obwohl sie geschäftlich in direkter Konkurrenz stehen. Und Bischof Ohara sagt ausdrücklich, dass wir hoffentlich die Bedürfnisse aller vier Gemeinden mit gleicher Sorgfalt bedenken würden, eben diese Bedürfnisse aber zu divers seien, um die gleichen Hilfen anzubieten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und eine Illusion, der wir uns auf gar keinen Fall hingeben dürfen, ist, dass Einrichtungen wie der Midori-Kindergarten das Schlimmste überstanden hätten. Zwar haben sie viel Hilfe erfahren und nun eine bessere Notlösung gefunden als bis Dezember, aber es ist eben immer noch eine Notlösung, ein Provisorium, in dem sie nicht langfristig bleiben können. Parallel zum Alltag werden sie also die nächsten zwei Jahre viel Energie daran verwenden, den wirklichen Neustart vorzubereiten, und das wird mit enormen Kosten und Unsicherheit verbunden sein. Ganz ähnlich geht es dem Kamaishi-Hort, die ihr Ausweichquartier zwar sehr schnell beziehen konnten, aber eben auch bis Frühjahr 2014 dort ausziehen und neu bauen müssen. Auch die Arbeit der Kreuzkirche in Iwate ist also noch lange nicht abgeschlossen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Jesper Weber&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-1689982719863327810?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/1689982719863327810/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2012/01/keine-gleichbehandlung-im-ungluck.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/1689982719863327810'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/1689982719863327810'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2012/01/keine-gleichbehandlung-im-ungluck.html' title='Keine Gleichbehandlung im Unglück'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/--LFMcpo1WXs/TyQwpPxKReI/AAAAAAAAAWM/K526BQDgOMU/s72-c/IMG_1481.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-1818098921991970035</id><published>2012-01-10T18:17:00.000+09:00</published><updated>2012-01-10T18:18:57.468+09:00</updated><title type='text'>Alles verboten</title><content type='html'>&lt;i&gt;von Jesper Weber&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man lernt nie aus. Nach nunmehr sechs Fahrten ins Tsunami-Gebiet in der Präfektur Iwate hatte ich mir eingebildet, mit der Zerstörung und der Trauer infolge der Naturkatastrophe umgehen zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann gibt es doch immer wieder Eindrücke und Berichte, die mir einfach die Kehle zuschnüren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Montag, den 9. Januar – einem Feiertag in Japan – veranstaltete der Kita-Shiku, also der „Bezirk Nord“ des Kirchenverbands Tokio, einen Tag der offenen Tür. Zu diesem Bezirk gehört auch die Kirche von Pfarrer Ohta, der uns in Iwate viele Kontakte verschafft hat. Zwei Gäste waren aus dem Nordosten eingeladen worden, um einen Bericht von der Lage vor Ort zu geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Vormittag sprach Frau Maruki, mit der auch wir seit Mai in regelmäßigem Kontakt stehen. Frau Maruki ist Mitglied im Vorstand und Organistin der Shinsei-Kirche in Kamaishi, die wir nach unseren Kräften beim Wiederaufbau unterstützen wollen. Ihr Ehemann ist Sozialreferent der Stadt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für viele im Publikum, die noch nicht (so makaber es klingen mag) das Glück hatten, selbst vor Ort an der Wiederauferstehung der Stadt teilnehmen zu dürfen, war es offenbar der erste Bericht aus erster Hand, der daher mit entsprechend starker Erschütterung aufgenommen wurde. Mir war die Geschichte vom Überleben der Marukis aus den ausgiebigen persönlichen Gesprächen der letzten Monate geläufig, daher blieb bei mir etwas anderes hängen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei einer kirchlichen Veranstaltung zu einer Katastrophe dieses Ausmaßes wird selbstverständlich auch die Frage gestellt, wie Gott so etwas zulassen könne. Frau Maruki zitierte die Erklärung eines katholischen Priesters, der als Freiwilliger in Kamaishi geholfen hatte (wer möchte, kann dabei „Gott“ durch „Natur“ ersetzen).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im japanischen gibt es zwei Wörter, die auf Deutsch mit „Erdbeben“ übersetzt werden, ji-shin und shin-sai. Das erste setzt sich aus den Schriftzeichen für Erde (ji) und Schwanken (shin) zusammen, das zweite ebenfalls aus Schwanken (shin) und Unheil bzw. Schaden (sai) zusammen. Jishin ist also das Beben selbst, während Shinsai ein wenig holperig als „Bebenschaden” übersetzt werden kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Beben selbst (jishin) ist kein Menschenwerk und mag als von Gott gebracht betrachtet werden. Aber Gott kann nicht dafür verantwortlich gemacht werden, dass Menschen in ihrer Hybris sich auf Deiche und Bollwerke verlassen haben, die sie selbst aber nicht hoch und stark genug gebaut hatten, dass Menschen deshalb trotz der Warnungen über die öffentlichen Lautsprechersysteme nicht rechtzeitig die Flucht begonnen haben, sondern Häuser, Autos und andere Besitztümer sichern wollten, und dass Menschen ohne eine realistische Einschätzung der Risiken ein Atomkraftwerk direkt an die Küste eines Erdbebengebiets gebaut haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ist was dran.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und so war auch eine Brücke zum zweiten Vortrag am Nachmittag geschlagen. Frau Endo leitet den kirchlichen Hort „Sei-ai“ im Stadtteil Haramachi von Minami-Soma in Fukushima, 25,6 Kilometer nördlich des havarierten AKW. Der Name „Minami-Soma“ dürfte seit März ausnahmslos allen Japanern aus den Nachrichten ein Begriff sein. Die Auswirkungen der AKW-Havarie allerdings sind von auswärts kaum intuitiv begreifbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem die Erde sich am 11. März ein wenig beruhigt hatte, versammelten die Erzieherinnen die Kinder auf dem Spielplatz, wo sie sie vor herabstürzenden Gegenständen sicherer wussten als im Gebäude. Dort wurden sie dann nach und nach von den Eltern abgeholt. Gefährdung durch Tsunami bestand für den Hort nicht, da er weit genug landeinwärts liegt. An der Küste traf die Welle um 15:15 Uhr ein, 29 Minuten nach dem Beben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon um 21:23 Uhr wurde der Befehl zur Evakuierung im Radius von drei Kilometern vom AKW gegeben, um 5:44 Uhr am nächsten Morgen wurde die Zone auf zehn Kilometer ausgeweitet, am selben Abend um 18:25 Uhr (etwa drei Stunden nach der ersten Explosion im AKW) auf 20 Kilometer. Am 15. März ab 11:00 Uhr vormittags (dem Tag nach der zweiten Explosion) wurde allen Bewohnern im Gürtel von 20 bis 30 Kilometern vom AKW befohlen, ihre Häuser nicht mehr zu verlassen, so dass am selben Tag der Hort, der in diesem Gürtel liegt, auf unbefristete Zeit – bis zur Stabilisierung der Lage im AKW – geschlossen wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Ausgangsverbot wurde erst am 22. April aufgehoben, als die Zone bis 20 Kilometer zum absoluten Sperrgebiet erklärt wurde und der Gürtel von 20 bis 30 Kilometern auf Evakuierungsvoralarm gesetzt wurde. In diesem Gürtel sollten sich ab dem Tag keine Kinder, Schwangere, Pflegebedürftige oder stationär behandelte Patienten mehr aufhalten, alle Kindertagesstätten und Schulen wurden zwangsgeschlossen. Da aber das Ausgangsverbot aufgehoben worden war, kamen seitdem einige Familien aus ihren Evakuierungsstätten in ihre Häuser zurück, so dass die Erzieherinnen verstärkt Hausbesuche machten, um sich nach dem Befinden der Kinder zu erkunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was sie sahen, war erschreckend. Apathische Kinder, die sich seit Tagen nur mit Fernsehen und Videospielen beschäftigen konnten. Lethargische Eltern, die den ganzen Tag im Schlafanzug rumliefen und vor Stress kurz vorm Zusammenbruch standen. Mangelhafte Ernährung durch Instantsuppen, weil keine Lebensmittel in die Läden der Umgebung geliefert wurden und es kein Benzin gab, um weiter weg einkaufen zu fahren – die Fuhrunternehmen und Tankstellenbetreiber weigerten sich, in das Gebiet zu fahren, und auch Umzugsfirmen fanden sich lange nicht bereit, die Möbel des neuen Pfarrers nach Minami-Soma zu bringen. Erwachsene, die keinerlei Motivation zum Arbeiten verspüren, weil sie durch die Kompensationszahlungen der Stromfirma erstmal über die Runden kommen – was auch heute, zehn Monate nach Beginn der Havarie, noch bei vielen der Fall ist; die Pachinko-Spielhöllen haben Hochkonjunktur. Sie finden sich damit ab, dass das Leben bis auf den Strahlenmesser um den Hals auf eine neue Weise normal und nunmehr kostenlos ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sogar Frau Endo, die sich als ausgesprochene Gegnerin von Atomkraft vorstellt, erklärt, dass momentan niemand auch nur den Nerv habe, die Stromfirma TEPCO an den Pranger zu stellen. Minami-Soma ist für sie Heimat, und sie hat genug damit zu tun, ihr Leben dort weiter zu führen. Was als kleine Extra-Gemeinheit noch das i-Tüpfelchen draufsetzt, ist die Tatsache, dass Minami-Soma wie die ganze Präfektur Fukushima garnicht von TEPCO, also der „Tokyo Electric Power Company”, mit Strom versorgt wird, sondern von Tohoku Electric. Sie haben anderer Leute Dreck vor der Tür.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Hort wollte jedenfalls ein wenig Abhilfe schaffen und hat ab dem 25. April bis Ende Juli heimlich wieder die Pforten geöffnet, um den Kindern etwas Platz zum Herumtollen und den Eltern einen Ort zum Gespräch zu geben. Heimlich deshalb, weil die Stadtverwaltung in typisch-bürokratischer Manier daran festhielt, dass der Betrieb von Kindertagesstätten in der Voralarmzone nicht gestattet sei. Die Gas- und Wasserversorgung wurde erst nach mehreren Behördengängen unter der Hand wieder autorisiert, weil der Sachbearbeiter ein Einsehen hatte, dass solch ein Ort in der Stadt notwendig sei. Der Pfarrer hatte schließlich durchgesetzt, dass der Ort als Kirche betrieben würde, damit war das notwendige Schlupfloch gefunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am 6. Mai wurde dann parallel dazu außerhalb des 30-Kilometer Gürtels ein Behelfshort mit drei anderen, privaten Kindergärten eröffnet. Das gestaltete sich schwierig, weil der geteilte Raum in einem buddhistischen Tempel lag, so dass der christliche Erziehungsansatz auf Ablehnung stieß. Außerdem öffnete sich die Tür direkt auf eine recht stark befahrene Straße. Von ursprünglich 100 betreuten Kindern kamen da gerade mal vier zurück. Obwohl nach offiziellen Zahlen die Bevölkerung von Minami-Soma nur um unter zehn Prozent auf circa 66000 Einwohner zurück gegangen sein sollte, war der Ort eine Geisterstadt. Inoffizielle Schätzungen beliefen sich auf etwas über 3000 Einwohner, der Rest hatte sich einfach in der Eile nicht abgemeldet. Am 27. Juni konnte der Hort in ein neues Quartier ziehen, ein eigener Raum mit einem Spielplatz davor. Die 15 Kinder, die wieder angemeldet wurden, durften allerdings erstmal nur bei geschlossenen Türen und Fenstern spielen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Große Probleme bereitet der Einkauf von Lebensmitteln für das Mittagessen. Gemüse wurde dem Hort durch einen kleinen Laden am alten Standort angeliefert, der aber in Folge der Katastrophe schließen musste. Bei anderen Gemüseläden sind sie nicht sicher, ob dort nicht lokal gezüchtete Produkte mitgeliefert werden, so dass sie selbst im Supermarkt einkaufen gehen. Dort wird die Strahlenbelastung allerdings nicht klar angezeigt, und auf Fragen, ob sie gemessen worden sei, gibt es nur ausweichende Antworten: „Wir messen und das Gemüse ist sicher.“ Die Werte werden auch auf Nachfragen hin nicht bekannt gegeben, so dass sie zwangsläufig aus Gemüse ausweichen müssen, das in Westjapan angebaut wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ebenfalls schwierig ist es, Erzieherinnen einzustellen, obwohl der Hort das Doppelte vom lokalen Mindestlohn bietet. Viele Mitarbeiterinnen sind mit ihren Familien weggezogen, andererseits kommen seit Dezember wieder 45 Kinder, die teilweise aus öffentlichen Einrichtungen „zwangsversetzt” wurden. Die Integration ist anspruchsvoll, und die verbleibenden Erzieherinnen sind chronisch überarbeitet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Hortleitung ist sich nicht sicher, was bedrohlicher ist: die unsichtbare und ungreifbare Belastung durch radioaktive Strahlung oder die ganz konkrete Belastung durch die täglich erfahrenen Einschränkungen. Die Mitarbeiter versuchen also so gut wie es Laien möglich ist, die Strahlenbelastung zu mindern und eine normale Kinderbetreuung anzubieten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf den Fensterbänken stehen gefüllte Wasserflaschen. Das schirmt, so haben eigene Messungen ergeben, ein wenig die Strahlung ab. Da der neue Standort zwar außerhalb des 30-Kilometer Gürtels liegt, aber dennoch beinahe gleich hohe Strahlenwerte wie der alte Hort registrierte, wurden die Sommerferien zur Dekontaminierung des Spielplatzes benutzt. Ein einfaches Abspritzen reicht nicht aus, das würde die Partikel nur von A nach B befördern. Also wurden sämtliche metallene Spielplatzgeräte abgeschliffen – an Roststellen mit besonderer Sorgfalt – und dann mit nassen Küchentüchern und Frischhaltefolie umwickelt, um die verstrahlten Substanzen aufzusaugen. Danach wurden sie neu lackiert. Holzgeräte wurden abgebaut und entsorgt. Die Erde wurde um mindestens fünf Zentimeter abgetragen, an einigen Stellen wie beispielsweise am Ende der Rutsche – dort sammelt sich Regenwasser – sogar um dreißig. Betonflächen konnten noch nicht gereinigt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun dürfen die Kinder jeden Tag bis zu einer halben Stunde im Freien spielen. Bäume, die nicht dekontaminiert werden konnten, sollen sie nicht anfassen, und die Buddelkiste, bisher der beliebteste Ort zum Spielen, ist fest mit einer Plane zugedeckt. Mundschutz und Hut sowie lange Hosen und Ärmel sind Pflicht. Nach der halben Stunde geht es wieder hinein, die Kinder werden zuerst abgebürstet, dann wird Feinstaub mit einer klebrigen Rolle entfernt, schließlich müssen sie die Füße auf klebrigem Papier abtreten, die Hände waschen und gurgeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zuerst sahen die Erzieherinnen ein Problem, wie sie den Kindern die Regeln verständlich machen sollen. Als kirchlicher Hort beten alle Kinder zu einem unsichtbaren Gott, also vielleicht könnte man die unsichtbare Strahlung ähnlich erklären… Aber soll man die Strahlung mit Gott vergleichen…? Und ihn dann abbürsten und ausspucken...?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es waren keine Erklärungen nötig. Keines der Kinder macht zu den Regeln einen Mucks oder ärgert sich über die Prozedur, kein Kind hat je gebeten, in der Buddelkiste spielen zu dürfen, keinem Kind musste von den Erzieherinnen das Anfassen der Bäume verboten werden, das wussten sie alles schon von zuhause. Die Vierjährigen fragen morgens fröhlich die Erzieherinnen, wieviel Sievert denn heute gemessen wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da schwang enormer Schmerz in Frau Endos Stimme mit. Eigentlich sollten Kinder in dem Alter neugierig und frech sein, die Grenzen testen und sich auch mal über Verbote hinwegsetzen. Hier wächst nun eine Generation heran, die es nur so kennt, dass alles, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, eben gefährlich und daher verboten ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt immer wieder Eindrücke und Berichte, die mir einfach die Kehle zuschnüren.&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-1818098921991970035?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/1818098921991970035/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2012/01/alles-verboten.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/1818098921991970035'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/1818098921991970035'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2012/01/alles-verboten.html' title='Alles verboten'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-8769188587143654368</id><published>2012-01-06T21:20:00.000+09:00</published><updated>2012-01-06T21:20:20.968+09:00</updated><title type='text'>Neujahr 2012</title><content type='html'>&lt;i&gt;Neujahr 2011 10:30 Uhr mit Sektempfang&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-XIPdgdMIn1Y/Twbmhuy_CVI/AAAAAAAAAVw/jJDkPE6PclI/s1600/20120101-0325.jpg" imageanchor="1" style="margin-left:1em; margin-right:1em"&gt;&lt;img border="0" height="255" width="400" src="http://2.bp.blogspot.com/-XIPdgdMIn1Y/Twbmhuy_CVI/AAAAAAAAAVw/jJDkPE6PclI/s400/20120101-0325.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde,&lt;br /&gt;ein außerordentliches Jahr liegt hinter uns.&lt;br /&gt;Voller Dramatik, voller gesellschaftlicher Umbrüche, Existenznöte, Staatspleiten, Schicksalsschläge, Katastrophen, aber auch voller Neuanfänge, zaghaft, aber voller Hoffnung.&lt;br /&gt;Dieses vergangene Jahr hat uns hier in Japan von einem Augenblick auf den anderen auf schreckliche Weise Neues zugemutet: Viele Menschen haben ihre Existenz, ihr Leben, ihre Heimat verloren. Viele Angehörige der deutschen Community sind aus Japan weggegangen. Nur manche sind zurückgekehrt.&lt;br /&gt;     Für uns als Gemeinde hat sich manches verändert und wird sich noch manches verändern, Arbeit hat sich vermehrt, das neue Pfarrhaus steht, die Nachfolge-Bewerber kündigen sich an. &lt;br /&gt;Wir haben in Folge der Tsunami-Katastrophe viel Gutes erfahren dürfen: mehrere tausend Spenderinnen und Spendern haben uns Geld anvertraut für die Opfer der Katastrophe und spenden immer noch beträchtliche Summen. Und wir durften in Iwate viele wundervolle Menschen kennen lernen, die uns geholfen haben, die Spenden an die richtigen Orte zu bringen.&lt;br /&gt;So gehen wir aus diesem vergangenen Jahr bereichert und beschenkt ins Neue.&lt;br /&gt;     Die Jahreslosung dieses Jahres 2012 ist der berühmte Satz des Apostels Paulus: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.&lt;br /&gt;     Das klingt zunächst wie eine nachträgliche Interpretation des vergangenen Jahres. Bei so viel Unglück ist doch entscheidend gewesen, dass sich schwache Menschen zusammen gefunden haben, getan haben, was sie konnten, damit sich eine Zukunft nach der Katastrophe öffnet. &lt;br /&gt;Manche haben sich in ihrer Ohnmacht geopfert und damit etwas bewegt. &lt;br /&gt;Ich denke an jenen tunesischen Händler, der es satt hatte und auch gar nicht die Mittel, schon wieder Bestechungsgeld zu zahlen, einfach nur, um seinem Alltag in Ruhe nachgehen zu können. Und der vor sein Rathaus gegangen ist, sich mit Benzin übergossen und angesteckt hat. Dieses Fanal der äußersten Ohnmacht eines Menschen, der in seinem Leben nicht erfahren hat, dass er je sein Recht bekommt, hat die Länder im mittleren Osten in Bewegung gebracht, Regime gestürzt und Neuanfänge zaghaft auf den Weg gebracht.&lt;br /&gt;Gottes Kraft in den Schwachen mächtig.&lt;br /&gt;Welten haben sich bewegt, aus schrecklichem Unglück wird nach und nach ein neues Leben. Ich denke noch einmal an die Aufführung der 9. Symphonie von Beethoven in Kamaishi, wo die Menschen so entschlossen „Freude“ gesungen haben, gegen alle dunklen Erfahrungen angesungen, die Freude schon einmal anklingen ließen, auch wenn sie im Alltag vielleicht erst viel später eine Erfahrung wird. Hier wurde neue Hoffnung in Musik gekleidet, für alle hörbar.&lt;br /&gt;Gottes Kraft in den Schwachen.&lt;br /&gt;     Lassen Sie mich den Paulinischen Satz einmal im Zusammenhang lesen: 2. Korinther 12, 6 - 10&lt;br /&gt;"...wenn ich mich rühmen wollte, wäre ich nicht töricht; denn ich würde die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber dessen, damit nicht jemand mich höher achte, als er an mir sieht oder von mir hört. Und damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. Seinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, dass er von mir weiche. Und er hat zu mir gesagt: &lt;b&gt;Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.&lt;/b&gt; Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten, um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark." &lt;br /&gt;Bei Paulus sehe ich, wie es mir selber auch geht und  Ihnen vielleicht auch: dass er Schwierigkeiten hat, sich seine Schwäche einzugestehen, sich gar mit seiner Schwäche abzufinden. Wie viel näher liegt es uns Menschen, unsere Schwächen zu verachten, zu verstecken, weg zu trainieren. Ein Ratschlag aus der Psychotherapie heißt:  „Verwandle deine Schwächen in deine Stärken“, als ob es so gar nichts wäre, sein Leben in jede gewünschte Richtung zu lenken und jederzeit souverän zu bestimmen, wie ich mich gerade fühlen möchte.&lt;br /&gt;    Paulus hat erst diesen Pfahl im Fleisch gebraucht, den er mit keinem Trick weg bekommt, um etwas über sich und seinen Gott zu lernen:&lt;br /&gt;Ich höre das folgendermaßen: &lt;br /&gt;Du, Mensch, mach dir deine Verwundbarkeit nicht weg, sie ist das eigentlich Menschliche an dir. Wenn du verwundbar bleibst, bleibst du offen und ehrlich deinen Mitmenschen gegenüber. Dann bewahrst du dir die nötige Demut im Umgang mit den anderen, dann schaust du nicht hochmütig auf andere herab, die schon schwächeln, während du noch topp fit allen Anforderungen genügst. Dann kannst du vielleicht auch deinen Selbsthass ablegen im Gedanken an deine Schwachheit.&lt;br /&gt;     Es geht nicht um deine glänzende „Performance“ in der Begegnung mit anderen. Es geht nicht um schimmernde, makellose Fassaden, und was dahinter ist, geht niemanden etwas an. Solche Täuschung der Öffentlichkeit schafft Distanz, schafft Misstrauen und Machtmissbrauch.&lt;br /&gt;Es gibt durchaus auch den Machtmissbrach dessen, der sich schwach darstellt: den Egoismus des kranken Menschen, der alle nach seiner Pfeife tanzen lässt und die Mitleidsgefühle seiner Umgebung ausbeutet. Das ist hier nicht gemeint!&lt;br /&gt;Ich höre Paulus so:&lt;br /&gt;     Wer verwundbar ist, ist offen für den anderen, stellt sich nicht über ihn, sondern auf gleiche Höhe. Wir sind Menschen und wir sind uns genau an diesem Punkt gleich, unabhängig davon, was wir im Alltag gelten mögen:&lt;br /&gt;Jede und jeder von uns lebt allein aus der Gnade Gottes, nicht aus sich selber, nicht aus seiner Stärke, sondern sogar aus seiner Schwäche, wenn er, wenn sie, die denn zulassen mag.&lt;br /&gt;Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Dieser Satz stellt uns Menschen alle vor Gott auf eine gleiche Stufe. In ihm können wir einander begegnen, einander als Menschen erkennen, einander helfen und heilen.&lt;br /&gt;In der Schwäche liegt das Geheimnis der Kraft Gottes verborgen.&lt;br /&gt;     Gott helfe uns in diesem kommenden Jahr, das zu entdecken: meine Schwäche ist nicht einfach mein fehlender Erfolg oder mein Versagen, sondern, wo ich verwundbar, wo ich schwach bin, will Gott mir zeigen, dass ich in allem, was ich bin und habe auf ihn vertrauen kann. Gott trägt und hält mein Leben. Gott zeigt die Wege, die sich öffnen, oft erst, wenn kein anderer Ausweg mehr möglich ist. Gott führt und begleitet. In diesem Vertrauen lassen Sie uns in das Jahr 2012 gehen, das so viel Neues und noch gänzlich Unbekanntes bereithält. Dass wir alles aus Gottes Hand nehmen und voller Vertrauen Schritt für Schritt machen können. Dazu segne uns Gott.  Amen.&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Elisabeth Hübler-Umemoto&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-6lQ5MvIsf78/TwbmurDDT5I/AAAAAAAAAV8/Ejc1B7Nfeog/s1600/20120101-0320.jpg" imageanchor="1" style="margin-left:1em; margin-right:1em"&gt;&lt;img border="0" height="276" width="400" src="http://2.bp.blogspot.com/-6lQ5MvIsf78/TwbmurDDT5I/AAAAAAAAAV8/Ejc1B7Nfeog/s400/20120101-0320.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-8769188587143654368?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/8769188587143654368/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2012/01/neujahr-2012.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/8769188587143654368'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/8769188587143654368'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2012/01/neujahr-2012.html' title='Neujahr 2012'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-XIPdgdMIn1Y/Twbmhuy_CVI/AAAAAAAAAVw/jJDkPE6PclI/s72-c/20120101-0325.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-2425860157644995722</id><published>2011-12-25T03:15:00.001+09:00</published><updated>2011-12-25T03:19:48.790+09:00</updated><title type='text'>Weihnachten 2011</title><content type='html'>17500mal wurde unser Blog gelesen seit er zum ersten Mal im Netz stand, kurz nach dem Schicksalstag 11. März 2011. Wir haben viele Spenden aus Deutschland und dem Rest der Welt bekommen und weiterleiten können. Wie bisher werden wir auch weiterhin an dieser Stelle von unseren Aktionen und Kontakten in Iwate berichten. Die Menschen dort brauchen weiterhin unsere und Ihre Unterstützung.&lt;br /&gt;Doch auch unser Gemeindeleben in Tokyo soll hier ab und zu Thema sein.&lt;br /&gt;Wir hoffen, dass unser Blog auch im neuen Jahr für Sie interessant sein wird. Bitte bleiben Sie uns gewogen. Yoroshiku onegai shimasu.&lt;br /&gt;Wir wünschen allen unseren Lesern gesegnete Weihnachten und ein gutes Neues Jahr!&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-XKid-nraqxQ/TvYW43MgH1I/AAAAAAAAAVM/_hNoHeHzoRU/s1600/weihn2011jpg.jpg" imageanchor="1" style="margin-left:1em; margin-right:1em"&gt;&lt;img border="0" height="268" width="400" src="http://4.bp.blogspot.com/-XKid-nraqxQ/TvYW43MgH1I/AAAAAAAAAVM/_hNoHeHzoRU/s400/weihn2011jpg.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-2425860157644995722?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/2425860157644995722/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/12/weihnachten-2011.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/2425860157644995722'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/2425860157644995722'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/12/weihnachten-2011.html' title='Weihnachten 2011'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-XKid-nraqxQ/TvYW43MgH1I/AAAAAAAAAVM/_hNoHeHzoRU/s72-c/weihn2011jpg.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-604588393708831956</id><published>2011-12-18T03:02:00.000+09:00</published><updated>2011-12-25T03:24:34.829+09:00</updated><title type='text'>Beethovens Neunte</title><content type='html'>Fahrtbericht Iwate, 10. - 12. Dezember 2011&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;von Jesper Weber&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Sonnabend, den 10. Dezember, in aller Herrgottsfrühe fuhren Elisabeth Hübler-Umemoto, Naoto Umemoto und Jesper Weber mit einem mit Kuchen, Nikolaustüten und Weihnachtsschmuck bis zum Dach beladenen Toyota Wish, der für das Community Cafe Projekt in Ofunato bestimmt war, nach Iwate.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einem kurzen Zwischenstopp am Chusonji-Tempel (Weltkulturerbe) in Hiraizumi erreichten wir am frühen Nachmittag das Fureai-Machiai-Shitsu in Ofunato, wo wir die Kuchenspende der Deutschen Schule Tokyo-Yokohama abgaben und einige der in Brandenburg gestrickten Stofftiere wiedertrafen. Eine Tasse Tee brachte uns auf den Weg nach Kamaishi, wo wir kurz an der Shinsei-Kirche hielten und dann weiter zum Quartier im Privathaus von Frau Inoue fuhren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich stürzte in die Chorprobe zu Beethovens Neunter in der benachbarten Schule, die der diesjährige, provisorische Aufführungsort war. Die Hübler-Umemotos fuhren zum Bahnhof, um die Fahrkarten für die Rückfahrt zu regeln, und hatten dann vor dem Abendessen ein wenig Zeit zum ausruhen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Aufnahme bei der Probe war überaus herzlich, mit viel Winken und Hallos von Herrn Goda, Professor Yamazaki und seiner Frau, dem Beethoven-Kommittee und einigen Mittelschülern und ihren Lehrern, die bei der Ausspracheprobe im November dabei waren. Der Sonnabend war der erste Probentag des sich aus Musikern aus ganz Japan zusammensetzenden Orchesters und damit auch die erste gemeinsame Probe vom Chor aus Kamaishi und einigen Angereisten und dem Orchester. Außerdem hatte gut die Hälfte der Mittelschüler, wie sich am Sonntag morgen durch Handzeichen herausstellte, nie zuvor ein Symphonieorchester erlebt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wurde Herrn Nakamoto zugeteilt und lief die zwei Tage von Probe und Aufführung wie in einer Mini-Polonaise hinter ihm her. Gemeinsam saßen wir zwischen Jagdhörnern und Chor und tauchten wie Maulwürfe nur für die dreißig Sekunden des sechsten Chorus auf („Freude schöner Götterfunken”), den wir ungeübt mitsingen durften.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die erste halbe Stunde der Probe wurde dazu benutzt, die Teilnehmer vorzustellen und von Repräsentanten der jeweiligen Gruppen ein kurzes Grußwort sprechen zu lassen. Ich kam nicht an die Reihe und fand das angemessen so, aber zum Ende der Probe griff der Vorsitzende des Beethoven-Kommittees ein Mikrofon und entschuldigte sich, er hätte da jemand vergessen. Also habe ich doch noch einige kurze Worte gesprochen, in Ergänzung zum Grußwort, das von uns im Programm stand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Probe selbst war recht wüst. Es ging dem Dirigenten, Prof. Yamazaki, wohl mehr darum, alle zusammen zu bringen, als an Feinheiten zu arbeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück bei Frau Inoue gab es ein ausgiebiges Abendessen, nach dem wir recht erschöpft in die Betten und Futons fielen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Sonntagmorgen fuhren die Hübler-Umemotos zum Gottesdienst in der Shinsei-Kirche, ich ging in die Probe. Zuerst probten Orchester und Chor getrennt, die Chorprobe begann mit einem Warmsingen: zuerst ein Summen von Tonleitern, dann Singen der Tonleitern mit „No-No-No-No-No-No-No“ als Text, teils alle zusammen, teils nur die Erwachsenen oder Schüler, teils in Stimmen aufgeteilt. Endlich dann Passagen aus dem Schlusschor. Mit über 180 Mittelschülern und 120 Erwachsenen war das schon ein kleines Konzert für sich. Abschließend wurden wir gewarnt, uns ja nicht gehen zu lassen oder uns einzubilden, wir seien etwas besonderes und könnten davonkommen, mit weniger Inbrunst zu singen. 2011 war zwar viel passiert, aber trotzdem sei es nur die 34. Aufführung der Neunten Symphonie, nicht viel anders als die 33. oder die 35.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir gingen dann in die Turnhalle, wo das Orchester den Morgen durch geprobt hatte und deutlich besser zusammen spielte als am Vortag. Wir haben einmal Generalprobe mit dem vierten Satz gemacht und dann die Zugabe (ein japanisches Lied, „Miagete goran“) einstudiert, die vom Publikum mitgesungen wird. Fünf der Schüler mussten leider mit Husten und Fieber aus dem Verkehr gezogen werden, und einer konnte nachmittags nicht mit auftreten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einem Mittagessen von Onigiri und Umziehen – die Damen in langem, weißem Kleid, die Herren in schwarzem Anzug mit schwarzer Fliege – stellten wir uns im Gang auf. Der Mann neben mir schaute immer wieder in die Innentasche seines Jackets. Konnte er den Text noch nicht? Bei genauerem Hinsehen erkannte ich ein Foto einer Frau, auf das er schaute. Seiner Frau? Ich habe mich nicht zu fragen getraut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Konzert begann um 13.30 Uhr. In der Turnhalle waren 1 250 Klappstühle fürs Publikum aufgestellt worden. Das entspricht ungefähr der Kapazität der überfluteten Stadthalle, die bisher Veranstaltungsort war. Mit dem Unterschied, dass die Stühle dieses Jahr aus allen Gymnasien von Kamaishi zusammen gesammelt werden mussten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Eingang zur Halle stand das Rugby-Team von Kamaishi, die Kamaishi Seahawks. Jeder Sänger wurde mit Handschlag begrüßt. Vor Beginn des Konzerts gab es eine Schweigeminute. Am 11. Dezember waren es neun Monate seit der Katastrophe, und wenn die Sirenen um 14.46 Uhr aufheulen würde man gerade mitten im Stück sein. Es war wirklich mucksmäuschenstill, kein Flüstern und kein Füßescharren waren zu hören. Nach einem Grußwort durch den Bürgermeister von Kamaishi übernahm dann Prof. Yamazaki.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zuerst gaben Orchester und Chor der Mittelschule zwei Gesangstücke, in der darauf folgenden Pause stellte der gesamte Chor sich auf – ich wieder in Polonaise mit Herrn Nakamoto.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erster Satz... Zweiter Satz... Dritter Satz... Um kurz nach halb Drei begann der vierte Satz. Die Fernsehteams in der Gallerie wurden nervös. Und als hätte er darauf hindirigiert jaulten in der kurzen Orchesterpause, bevor zum ersten Mal das Freude-Thema erklingt, die Sirenen auf und erinnerten an 14:46 Uhr am 11. März 2011. Prof. Yamazaki hatte gerade die rechte Hand mit dem Dirigentenstab gerade in die Höhe gereckt, zögerte etwas, dirigierte dann aber weiter. Und um 14:49 Uhr antwortete der Bass den Sirenen: „O Freunde, nicht diese Töne! Sondern lasst uns angenehmere anstimmen und freudenvollere.” Und dann donnerten 300 Kehlen: „Freude!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kann es eine passendere Musik für diesen Tag geben?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele Tränen sind geflossen, sowohl während der Aufführung als auch in der Zeremonie für den Chor danach. Die meisten davon waren kathartisch. Prof. Yamazaki bedankte sich bei allen für die bewegenste Aufführung, die ihnen je gelungen war, trotz all der Zweifel und Ängste, die zu überwinden waren, und dennoch – und hier versagte ihm die Stimme – wünscht er sich, dass es so eine Aufführung nie wieder geben muss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich finde den Begriff „historisch“ für Konzerte meistens überzogen. Hier war er angebracht, das war eine historische Aufführung, die allen Teilnehmenden noch lange im Ohr und Herzen schwingen wird.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-w16a0X3d6io/TvYY25ZFVpI/AAAAAAAAAVY/r9ICF-_7jNQ/s1600/IMG_1355.JPG" imageanchor="1" style="margin-left:1em; margin-right:1em"&gt;&lt;img border="0" height="300" width="400" src="http://1.bp.blogspot.com/-w16a0X3d6io/TvYY25ZFVpI/AAAAAAAAAVY/r9ICF-_7jNQ/s400/IMG_1355.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Konzert haben wir uns bei Frau Inoue mit Frau Maruki aus dem Vorstand der Shinsei-Kirche getroffen. Herr Maruki war auch dabei, er steht Pfarrer Yanagiya beratend zur Seite.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich hatte auch Prof. Yamazaki uns eingeladen, an einem Umtrunk mit dem Beethoven-Kommittee teilzunehmen, was sich aber zeitlich nicht unter einen Hut bringen ließ. Er erwies uns die große Ehre, nach dem Umtrunk mit seiner Frau und zwei Freunden noch bei Frau Inoue vorbei zu kommen und zwei Stunden mit uns zusammen zu sitzen, obwohl er sehr müde gewesen sein muss. Viel Dankbarkeit für die Unterstützung durch die Kreuzkirche wurde uns entgegen gebracht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Montag morgen lieferten wir zuerst drei Christstollen im Lehrerzimmer der Higashi-Chugakko ab, der Schule, die den Chor stellte. Danach zog ich mich als Nikolaus um und wir fuhren zum Osanago-Kindergarten im benachbarten Otsuchi, danach weiter in den Midori-Kindergarten in Otsuchi und wieder zurück nach Kamaishi zum Hort.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Herr Umemoto ging vor und erzählte den Kindern, draußen sei so jemand, der dem Weihnachtsmann ähnlich sähe, ob sie mal rufen wollten? Und gerufen haben sie!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Nikolaustüten, die Frau Boltze und Helferinnen gepackt hatten (leider weiß ich die Namen nicht, ich würde sie gerne hier erwähnen und ihnen allen danken), waren ein toller Erfolg. Im Osanago hat Frau Hakoyama, die Leiterin, Tränen vor Rührung vergossen, dass wir „soviel für die Kinder“ machen. Im Midori hatte mindestens ein Kind den Schokoladennikolaus schneller aus der Alufolie gewickelt, als ich „Ho, ho, ho“ rufen konnte. Alle Kinder wollten Hände schütteln, viele griffen und ließen nicht mehr los (im Osanago hat mir jemand kurz meinen Ehering abgeluchst), und im Hort klammerte ein Vierjähriger sich an mein Bein und flüsterte ganz verträumt: „Du riechst gut…”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit den Tüten kam Montag für Hunderte von Kindern Weihnachten, und die Erwachsenen drum herum haben sich fast noch mehr gefreut, die Kinder so glücklich zu sehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Schluss der Fahrt haben wir am Bahnhof von Kamaishi Herrn Kinno, einem Vertreter des Community Cafes in Ofunato, den Toyota Wish übergeben. Danach ging es mit dem Shinkansen zurück nach Tokio.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der bleibende Eindruck dieser Fahrt und aus der Arbeit der Kreuzkirche dieses Jahr ist, dass wir gegangen sind, um etwas zu geben, und selbst so enorm viel empfangen durften.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="https://picasaweb.google.com/116179025846094856652/IwateDezember2011?authkey=Gv1sRgCNGahaDMpLqavgE&amp;feat=email#"&gt;Hier ist nochmal der Link zu meinen Fotos&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-604588393708831956?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/604588393708831956/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/12/beethovens-neunte.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/604588393708831956'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/604588393708831956'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/12/beethovens-neunte.html' title='Beethovens Neunte'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-w16a0X3d6io/TvYY25ZFVpI/AAAAAAAAAVY/r9ICF-_7jNQ/s72-c/IMG_1355.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-8693584641384986468</id><published>2011-12-08T10:37:00.001+09:00</published><updated>2011-12-15T19:37:07.447+09:00</updated><title type='text'>Ein Dankeschön vom Osanago-Kindergarten</title><content type='html'>From: もみの木学園 [mail:osanago.mominoki@xyz.jp]&lt;br /&gt;Sent: Monday, December 05, 2011 3:51 PM&lt;br /&gt;To: Jesper Weber&lt;br /&gt;Subject: ありがとう　ございました&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;おかげさまで、床暖が使用できています。&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;まだまだ裸足というわけにはいきませんが、&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ほんのりと温かい園舎で子どもたちは元気に過ごしています。&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;支援で頂いたカーペットを敷くと、ホットカーペットみたいになるので、&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;小さい組のこどもたちはその上に寝そべって絵本を読んでいます。&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;もうすぐ　クリスマスですね。&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;わが園はキリスト教学園ではありませんが、&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;イエス様の生誕劇の練習をしています。&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dank Ihnen können wir die Fußbodenheizung benutzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Barfuß gehen wir zwar nicht,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;aber unsere Kinder fühlen sich im warmen Gebäude sehr wohl.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein uns gespendeter Teppich ist damit sozusagen zum Heizteppich geworden,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;die Gruppe mit den jüngsten Kindern liegt darauf und liest Bücher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bald ist Weihnachten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sind zwar kein kirchlicher Kindergarten,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;üben aber ein Krippenspiel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;たくさんの励ましと祈りを本当にありがとうございます。&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielen Dank für all die Ermutigung und Ihre Gebete.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;心から感謝を申し上げます。わたしがいうのもおこがましい気がしますが&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;神様の祝福が　皆さんに訪れますように。&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir danken Ihnen von Herzen. Und auch wenn es aus unserem Munde&lt;br /&gt;vermessen klingen mag,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Herr lasse seinen Segen über Ihnen allen walten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-8693584641384986468?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/8693584641384986468/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/12/ein-dankeschon-vom-osanago-kindergarten.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/8693584641384986468'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/8693584641384986468'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/12/ein-dankeschon-vom-osanago-kindergarten.html' title='Ein Dankeschön vom Osanago-Kindergarten'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-8695474468859264606</id><published>2011-11-20T17:51:00.000+09:00</published><updated>2011-11-27T18:05:35.339+09:00</updated><title type='text'>Abends als es dunkel ward</title><content type='html'>Der bleibende Eindruck von meiner Fahrt nach Kamaishi und Umgebung am zweiten November-Wochenende war, dass im Vergleich zur Fahrt nur zwei Wochen vorher am Ende Oktober plötzlich und spürbar die Stimmung der Menschen dort umschlägt und nun viel von Trauer und Schmerz sowie der Angst vor Depression und Vereinsamung gesprochen wird. Vielleicht liegt es daran, dass jahreszeitenbedingt die Nächte länger werden und die Menschen in Dunkelheit hüllen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier einige persönliche Bemerkungen zu unseren „Themen“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1. Kirchen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe nach meiner Ankunft am Donnerstag in der Shinsei-Kirche übernachtet und ein langes Gespräch bis in die späte Nacht mit Pfarrer Yanagiya und seinem Bruder dort geführt. Das Eis ist gebrochen, sie wünschen eigentlich eine regelmäßige und möglichst langfristige Präsenz von uns, damit wir bessere Gelegenheit haben, an die etwas introvertierten Menschen in Tohoku ran zu kommen. Ich versuchte zu erklären, dass zu häufige Fahrten z.B. meinerseits uns Schwierigkeiten durch zu hohe indirekte Kosten bereiten könnten – und wurde vehement korrigiert, dass solche Reisen gar nicht als Verwaltungsaufwand aufgefasst werden dürften, sondern ein direkter seelsorgerischer Dienst von uns seien. Ich kann das spontan nachvollziehen, denn die Zahl der Helfer hat stark abgenommen und ein regelmäßiges Flaggezeigen und Eingehen auf die Menschen, auch ohne entsprechende Ausbildung, trifft nach meiner Erfahrung von nun fünf Fahrten auf viel Freude und Dankbarkeit. Mich grüßen mittlerweile mir nur ganz flüchtig bekannte Menschen auf der Straße und sagen Dank, dass die deutsche Kirche sich fortlaufend engagiert. In der Shinsei Kamaishi-Kirche selbst waren den ganzen Oktober keine Freiwilligen, so dass das Zelt auf dem Kirchenvorplatz, welches Gesprächsstation für alle Vorbeigehenden war, mangels Personal abgebaut werden musste. Seit Anfang November gibt es allerdings wieder einigen Zulauf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Idee, der Kirche ein/zwei Fischerboot/e und/oder Motor zu stiften, die dann an Fischer in Kamaishi ausgeliehen werden können und durch Rückführung eines Anteils vom Fang den Neuaufbau der Kirche mitfinanzieren soll, wurde enthusiastisch aufgenommen. Ich habe am Sonntag nochmal mit dem Bruder gesprochen, er wird eruieren, was genau von Nutzen sein wird. Ebenfalls haben wir uns Sonntag geeinigt, dass wir von jetzt an eine Stelle zur Koordination der Freiwilligenarbeit (Details sind herauszuarbeiten) finanzieren wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Kirche in Ofunato haben wir ebenfalls einen Besuch abgestattet, der aber noch nicht weit über ein erstes Hallo hinausging. Die Kirche selbst ist unbeschädigt, die Gemeinde aber in Geldnot, da Gemeindemitglieder nicht mehr wie zuvor durch Spenden unterstützen können. Pfarrer Muraya ist erst seit nach dem Beben dort, hat also auch noch keinen kompletten Einblick in die Nöte und Sorgen dort. Vielleicht lässt sich etwas mit dem Community Projekt (siehe unten) koordinieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2. Musik:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Donnerstag habe ich einer Gesangprobe der Erwachsenen für Beethovens Neunte beigewohnt, am Freitag eine Chorprobe der Mittelschüler geleitet (Schwerpunkt Aussprache). Das klingt alles schon sehr ordentlich! (Wird am Tag der Aufführung aber vielleicht komplett Bruch machen, denn nunmehr bin ich eingeladen, im Chor mitzusingen. Ich habe mich nach Kräften gewehrt, mein Japanisch hat aber nicht gereicht…)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Beethoven-Kommittee hat dankbar unser Angebot für finanzielle Hilfe angenommen, weiß aber noch nicht, in welcher Höhe rote Zahlen auf sie zukommen, und bittet uns um Geduld. Ich habe erklärt, dass wir auch nach der Aufführung ins Gespräch kommen können. Das fände ich persönlich sogar sehr sinnvoll: wir haben dieses Jahr mit Chorprobe tatkräftig geholfen, als nächsten Schritt helfen wir bei Begleichung von Rückständen und sichern so das Überleben und die Möglichkeit weiterer Aufführungen in den kommenden Jahren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Frau Kumiko, die am Freitag dazu kam, ist konzertreif ausgebildete Pianistin und hat an drei Orten musiziert: ausführlich im „Salon Yamazaki” bei Frau Inoue, dann kurz jeweils im Osanago-Kindergarten und der Shinsei-Kirche. Der bleibende Eindruck davon war, dass spontanes Musizieren nur für die gerade Anwesenden und ohne Druck, einen Ort vorzubereiten und ein Publikum zu werben, eine große Freude bereiten. Schauen Sie sich mal Frau Hakoyama, Leiterin des Osanago-Kindergartens, an. Rührung, Andacht, Freude, Dankbarkeit:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="https://docs.google.com/open?id=0B8VNJJoAXisjNDdjMDk0MDItNjQxOS00Yzg1LWE5MWYtYTc4YmZjZGU1ZjRl"&gt;Film&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pfarrer Yanagiya kullerte beim gleichen Stück eine Träne über die Wange, da war ich nicht abgebrüht genug, um zu filmen oder fotografieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3. Kinder:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die angebotene Grippe-Impfung wird nur durchwachsen angenommen. Laut Ärzteverband in Kamaishi sind genügend Dosierungen dieses Jahr für Tohoko reserviert worden (das erklärt vielleicht die Knappheit in Tokio). Der Kamaishi-Hort und der Hikari-Kindergarten in Miyako möchten unser Angebot annehmen, arbeiten aber noch an der Zahl der Impfungen und dem Termin. Der Osanago- und Midori-Kindergarten in Otsuchi haben fürs erste dankend abgewunken, weil Unicef dort die Impfungen subventioniert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4. Meer:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Siehe oben Shinsei-Kirche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei Stadtrat Goda habe ich Herrn Saito aus Kawasaki kennengelernt, ein Fischereiexperte, der auch das Agrar-Forst-Fischereiministerium berät. Ich werde mich in nächster Zeit einmal in Ruhe treffen, er arbeitet mit den Verwaltungen vor Ort und hat das persönliche Ziel, beim Wiederaufbau der Fischereiindustrie gleichzeitig die bisherigen mafiösen Strukturen aufzubrechen und einer jungen Generation den Weg zu ebnen. Ich kann noch nicht einschätzen, was und wieviel da dran ist, verspricht aber ein interessantes Gespräch zu werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Ofunato:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Gelände für das geplante Community Cafe haben wir uns angesehen und mit dem Koordinator vor Ort gesprochen. Ich habe viel kreative Energie und echte Hilfsbereitschaft gespürt, aber sie stecken noch in den Kinderschuhen. Ich werde das aufbereiten und dem Verband Deutsch-Japanischer Gesellschaften antragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6. Laut gedacht:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Lage stellt sich mir so dar, dass erste, existentielle Bedürfnisse gedeckt sind. Jetzt beginnt die Trauerarbeit, und viele sprechen von zunehmenden Depressionen. Unser Fokus für die kommenden Monate sollte auf seelsorgerischer Hilfe liegen, durch Unterstützung von Initiativen wie der in Ofunato, durch musikalische Veranstaltungen – das wird vor Ort immer wieder angesprochen -, denen wir nach Möglichkeit ein Element des Mitwirkens vom Publikum geben sollten, durch kontinuierliche und verstärkte Präsenz vor Ort und Gesten wie spontanem Musizieren, Singen aus unserem Gesangbuch nach dem Gottesdienst und anderen Freundschaftsbekundungen. Und wir sollten den Hinweis von Pfarrer Yanagiya mit Sorgfalt diskutieren, ob unsere Tätigkeit und Fahrten nach Iwate nicht vielleicht tatsächlich als direkte Verwendung von Spenden für seelsorgerische Unterstützung klassifiziert werden können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier einige Zitate, die ich in Kamaishi aufgeschnappt habe:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Im Notlager hatten wir keinerlei Privatsphäre, teilten aber ein Schicksal und konnten mit den Menschen um uns herum glücklich sein, überlebt zu haben. In den Behelfshäusern gibt es jetzt wieder Privatsphäre, dafür sitzt aber jeder für sich alleine mit seinem Schmerz.” (Prof. Yamazaki)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Die Trauer ist so schnell vorausgeprescht, dass die Tränen anfangs gar nicht hinterher kamen.“ Prof. Yamazaki konnte erst einen Monat nach dem Beben zum ersten Mal weinen, davor war er von den Erfahrungen überwältigt. Auf dem kurzen Weg vom Notlager im Tempel zu den Ruinen seines Hauses hat er 66 Leichen gezählt, und sich nicht getraut, fest aufzutreten, weil ihm klar war, dass viele mehr im Schlamm unter ihm steckten. Die Blockade wurde gelöst, als eine Geigerin aus Morioka den Tempel besuchte und unangekündigt Tango spielte. In einer lokalen Zeitschrift ist ein Bild von ihm, wie er spontan und wie in Trance dazu tanzt. In der Nacht hat er dann geweint.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Mit dem Schutt war es schöner.“ Pfarrer Yanagiya wünscht sich natürlich nicht wirklich Schutt und Schlamm wieder auf die Straßen, sondern beklagt, dass der Zusammenhalt der ersten Tage, Wochen und Monate rapide verloren geht. Mir selbst fiel auf, dass freie Flächen vor der Kirche nun wieder als Parkplätze für Apotheken zum benachbarten Krankenhaus reserviert sind. Solidarität wird durch Eigentumsdenken ersetzt.&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Jesper Weber&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-8695474468859264606?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/8695474468859264606/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/11/abends-als-es-dunkel-ward.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/8695474468859264606'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/8695474468859264606'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/11/abends-als-es-dunkel-ward.html' title='Abends als es dunkel ward'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-366511921603458211</id><published>2011-11-02T15:27:00.001+09:00</published><updated>2011-11-02T15:32:52.204+09:00</updated><title type='text'>Traumberuf: Saftladen</title><content type='html'>Die vierjährige Rena besucht den Midori-Kindergarten in Otsuchi (Präfektur Iwate) an der japanischen Pazifikküste. Am 11. März wurde sie mit allen anderen noch nicht abgeholten Kindern nach dem Beben im Kindergartenbus auf die nächste Anhöhe gefahren und in das dortige Gymnasium gerettet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Kindergarten wurde wenige Minuten später von einer über fünf Meter hohen Welle überspült und schwer beschädigt. Die Häuser in der Nachbarschaft sind nach der Explosion von Propangasflaschen abgebrannt, wovon der Kindergarten aber wie durch ein Wunder verschont blieb und nun alleine auf freier Fläche steht. Der Schutt ist seit Sommer weggeräumt, nur noch die Betonfundamente der Nachbarhäuser sind zu sehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kinder werden seit April wieder in einem Ausweichquartier betreut, dem Gästehaus des Gymnasiums, das ihnen bis Ende des Jahres zur Verfügung steht. Dort wurde am letzten Oktoberwochenende die jährliche „Kunstausstellung” der Kindergartenkinder gezeigt. Jedes Kind hatte aus Knetmasse eine Puppe von sich selbst gebastelt und ein Blumenbild gemalt. In der Mitte des Raums steht ein „Wunschbaum“, an den Kinder und Eltern ihre Bitten heften konnten. Neben Durchhalteparolen vieler Eltern, Wünschen, nach Disneyland zu fahren oder Fußballprofi zu werden, hängt Renas Zettel: „Ich will einen Saftladen machen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis da ist es noch ein wenig hin. Erstmal muss der Kindergarten umziehen, aus dem jetzigen Provisorium in das nächste. Geplant ist, auf einem nahegelegenen Feld einen Fertigbau zu errichten. Der Landbesitzer hat schon zugestimmt, jetzt muss die Präfektur das Agrargrundstück als Gewerbegrundstück freigeben, damit die Stadt die Baugenehmigung erteilen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Schulturnhalle war bis Ende August die Wohnung für Rena und ihre Eltern, dann konnten sie in ein Behelfshaus umziehen, standardisierte Wohncontainer mit ein bis drei Zimmern, Küche und Nasszelle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eikoh Sasaki leitet den Midori-Kindergarten und war bis August Renas Matratzennachbar in der Turnhalle, jetzt ist auch er in einem Behelfshaus untergebracht. „Am liebsten würde ich gleich wieder am alten Ort aufbauen, denn das Gebäude ist weniger stark strukturell beschädigt als ich befürchtet hatte. Die Wände sind futsch, aber die tragenden Pfeiler sind noch brauchbar. Aber die Stadt will sich erst Ende des Jahres zu einem Wiederbebauungsplan äußern, das kommt zu spät für uns.“ Ob das ein endgültiger Plan wird oder nur erste Richtlinien bekannt gemacht werden, darauf hat sich die Verwaltung auch Ende Oktober noch nicht festgelegt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gegend ist zudem noch nicht wieder gegen Flut und Tsunami abgesichert, die Dammanlagen konnten noch nicht repariert werden. Daher würden die Eltern keinesfalls zustimmen, ihre Kinder am alten Ort in Betreuung zu geben. Die Kinder selbst beginnen allerdings, ihr Trauma zu überwinden, sie klammern sich nicht mehr wie noch vor einigen Monaten bei jedem Erdstoß verängstigt an die Erzieher. Aber, so berichten Eikoh Sasaki und auch die Leiter des ebenfalls überfluteten Osanago-Kindergartens in Otsuchi und des Horts im benachbarten Kamaishi, sie hören auch bei schwachen Nachbeben sofort mit dem Spielen auf und schauen auf die Erwachsenen, ob sie aus dem Gebäude flüchten sollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und auch falls die Stadt das Gebiet zur Wiederbebauung freigeben und den Schutzwall wieder errichten sollte, auf Eikoh Sasaki kommen enorme Belastungen zu: „Mit jedem Voranschlag steigen die Kosten. Zuerst sollte die Reparatur des Gebäudes 60 Millionen Yen (knapp 60.000 Euro) kosten, jetzt liegen wir bei 80 Millionen Yen. Ein Abriss und Neubau käme auf über 130 Millionen Yen. Die Hälfte von Renovierung oder Neubau würde vom Staat subventioniert, den Rest muss ich selbst zahlen, für die Innenausstattung gibt es überhaupt keine Zuschüsse.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Gebäude ist zweigeschossig. Weil die Welle über fünf Meter hoch war, hat ein von der Präfektur bestellter Experte mittlerweile gefordert, in diesem Gebiet mindestens dreigeschossig zu bauen, damit man auch innerhalb des Gebäudes vor einem Tsunami flüchten kann. Das würde für den Midori-Kindergarten einen kompletten Neubau bedeuten. In Otsuchi wie in allen vom Tsunami verwüsteten Städten schnellen außerdem die Kosten für Materialien und die Löhne für Zimmermänner in die Höhe, weil die Nachfrage das Angebot übersteigt. Das wird sich noch verschärfen, wenn der Wiederaufbau in Gang kommt. Was weiterhin angesichts des Ausmaßes der Zerstörung eigentlich die Vorstellungskraft übersteigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei gab es ähnlich hohe Tsunami und Verwüstung auch nach Beben in den Jahren 1896 und 1933, es wird also der dritte Wiederaufbau in 120 Jahren. Für die benachbarte Stadt Kamaishi sogar der vierte, 1945 war die Stadt durch alliierten Marinebeschuss, der auf die dortigen Stahlwerke zielte, komplett dem Erdboden gleichgemacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Kamaishi hat die Verwaltung überlebt – in Otsuchi waren der Bürgermeister und sein Vize dem Tsunami zum Opfer gefallen – und ist daher ein Stück weiter in der Planung. Der Tsunami-Wall in der Hafenmündung, ehemals der weltweit größte, soll für 500 Millionen Euro wieder aufgebaut und von sechs auf acht Meter aufgestockt werden. In vielen Ortschaften wird kontrovers diskutiert, ob die Schutzwälle nicht eigentlich Schuld an vielen Todesfällen trügen, weil sie die Opfer in falscher Sicherheit gewogen hätten. Die Mehrheit vertritt die Ansicht, dass die Mauern zwar nicht gehalten haben, bei niedrigeren Tsunami aber jedenfalls effektiv seien und auch im März die Wassermassen einige wertvolle Minuten aufhalten konnten. Damit blieb mehr Zeit zur Flucht über oftmals weite Strecken von der Küste bis zum nächstgelegenen Hang, und viele Leben konnten gerettet werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Kamaishi ist mittlerweile die Idee als unrealistisch verworfen worden, eine Bergkuppe zu schleifen und damit ebene Fläche neu zu schaffen. Also gibt es keine Alternative zur Wiederbesiedlung des Hafengebiets. Mittlerweile wird recht konkret darüber nachgedacht, Baugenehmigungen in Gebieten, die zwei Meter oder mehr unter Wasser standen, nur für Stahlbetonstrukturen zu erteilen, bei der zusätzlichen Auflage, im Erdgeschoss keine Wohnräume einzurichten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schnelle Entscheidungen und schnelle Umsetzung sind unverzichtbar. Kamaishi hatte vor dem Beben 40.000 Einwohner, von denen 1.000 umgekommen und weitere 1.000 abgewandert sind. Von den verbliebenen 38.000 leben 2.800, also über sieben Prozent, seit Mitte August in provisorischen Containerhäusern, die auf ebenen Flächen weitab von Infrastruktur wie Schulen, Supermärkten und Krankenhäusern aufgestellt wurden. Die Nutzung ist aus Fairnessgründen auf maximal zwei Jahre beschränkt, die gleiche Frist, für die Flüchtlingen in städtischen bzw. privaten Wohnungen die Miete erlassen bzw. erstattet wird. Und die Container sind schlecht isoliert, sie waren im Sommer zu heiß und werden im Winter zu kalt, darüber hinaus sind sie nicht mit Stauraum ausgestattet. Rena in Otsuchi hat ihre Spielsachen und Kleidung immer noch in Umzugskartons, weil es keine Regale gibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ähnlich geht es Prof. Masayuki Yamazaki in Kamaishi, dem Flötenlehrer, der am 11. Dezember zum fünften Mal in Folge Beethovens Neunte dirigieren wird. Sein Haus und der nahegelegene Lederwarenladen seiner Frau, in dem das Ehepaar zum Zeitpunkt des Bebens war und sich erst nach wiederholten Zurufen ihres Sohns zur Flucht anstelle von Aufräumen entschloss, so dass sie nur zwei Minuten Vorsprung vor der Welle hatten, wurden zerstört. Sie sind auch jetzt noch auf Kleiderspenden angewiesen, und pendeln von ihrem Containerhaus an einem Ende der Stadt zu dem wiedereröffneten Laden in einem Containerdorf am anderen Ende. Mit einigen gespendeten Instrumenten gibt er wieder Unterricht und Konzerte. Sein Lieblingsinstrument hat er verloren: „Wir haben lange in den Trümmern gesucht und schließlich den Kasten gefunden. Der war verschlossen aber leer. Wahrscheinlich hat jemand meine Flöte geklaut, denn die war aus 40-karätigem Gold.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Neunte wird wie jedes Jahr am zweiten Sonntag im Dezember aufgeführt, diesmal nicht in der überschwemmten Stadthalle, sondern in einer Turnhalle. Wie jedes Jahr wird ein 70-köpfiges Orchester aus Tokio eingeladen, aus Kamaishi kommt der Chor, 120 Erwachsene und 180 Mittelschüler, das 35. Jahr in Reihe. Es hatte viele Hilfsangebote aus Japan und aller Welt, auch aus Deutschland, gegeben. Beispielsweise hatte sich Yutaka Sado, der diesen Mai in der Berliner Philharmonie sein Dirigentendebut gab, angeboten, die Aufführung zu leiten. Alle Angebote wurden mit viel Dankbarkeit aufgenommen, aber schließlich sämtlich abgelehnt. Das Veranstaltungskommittee hat nach langem Nachdenken beschlossen, dass es wichtig für die Stadt sei, die Aufführung in eigener Regie zustande zu bringen, um keine Lücken in der Organisation zu reissen, die dann vielleicht in den kommenden Jahren nicht aus eigener Kraft gestopft werden können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="https://picasaweb.google.com/104350831750832252132/IwateOktober2011#"&gt;Bilder sind hier:&lt;br /&gt;https://picasaweb.google.com/104350831750832252132/IwateOktober2011#&lt;br /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Jesper Weber&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-366511921603458211?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/366511921603458211/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/11/traumberuf-saftladen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/366511921603458211'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/366511921603458211'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/11/traumberuf-saftladen.html' title='Traumberuf: Saftladen'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-5024512810284430919</id><published>2011-10-25T15:01:00.000+09:00</published><updated>2011-11-02T15:06:58.455+09:00</updated><title type='text'>Friede, Freude, Eierkuchen ...</title><content type='html'>Ich setzte mich heute, sieben Monate und vierzehn Tage seit dem Erdbeben, nach dem Frühstück in Morgenrock und Filzpantoffeln auf meine Chaiselongue, eine Tasse Kaffee auf dem Beistelltisch, hätte mir gerne die Meerschaumpfeife angesteckt, aber ich besitze keine. Also entschied ich, mich statt Tobak mit der Tageszeitung zu entspannen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Frieden währte bis Seite Drei, da berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo: “Erhöhter Damm verhinderte Katastrophe in Ibaraki Atomkraftwerk”.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ibaraki ist die Präfektur an der Pazifikküste südlich von Fukushima, in anderen Worten: eins näher dran an Tokio. Von meiner Haustür ist es 130 Kilometer entfernt, bis zum havarierten AKW in Fukushima sind es 255 Kilometer. Der Artikel interessierte mich also.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurz zusammengefasst, ganz genau wie in Fukushima waren die Annahmen zur maximalen Höhe eines Tsunami für das AKW in Ibaraki blauäugig niedrig. Man ging von nicht mehr als 4,86 Metern aus und hatte dafür einen Damm von 4,90 Metern Höhe errichtet. Wohl gemerkt, ganze vier Zentimeter! Die Regierung in der Präfektur hatte nochmal nachgerechnet und im Oktober 2007 herausgefunden, dass Tsunami in der näheren Umgebung des AKW durchaus sechs bis sieben Meter hoch werden könnten. Der Betreiber, Japan Atomic Power (nicht TEPCO), begann daher freiwillig, den Damm auf 6,1 Meter aufzustocken, um die Diesel-Notstromaggregate für die Seewasserkühlpumpen zu schützen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Tsunami am 11. März erreichte 5,3 bis 5,4 Meter, war also tatsächlich höher als der ursprüngliche Damm. Wie in Fukushima Eins wurde die externe Stromversorgung für das AKW unterbrochen, zwei der drei Pumpen konnten aber durch Generatoren weiter betrieben werden, so dass der Reaktor kontrolliert heruntergefahren werden konnte. Sonst hätte es hier durchaus zwei Atomkatastrophen geben können. Ich habe starke Zweifel, dass sich das hätte unter Kontrolle bringen lassen. Schon Fukushima hat die Selbstverteidigungsstreitkräfte und die Feuerwehren, ganz zu schweigen von der Politik, enorm überstrapaziert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;TEPCO hatte übrigens 2006 selbst herausgefunden, dass die interne Einschätzung von 2002, ein 5,7 Meter hoher Tsunami sei zu befürchten, zu optimistisch waren. 2008 kamen sie dann zu dem Ergebnis, dass die Welle über zehn Meter hoch werden könnte (es wurden über 15). Kurz vor dem Beben, am 7. März 2011, berichteten sie darüber an die “National Industrial Safety Agency”. Schritt für Schritt brauchten sie also zwei oder drei Jahre, konkrete Maßnahmen wurden allerdings keine getroffen. Der Rest ist bekannt. Und dabei war eigentlich seit Generationen bekannt, dass die Erdbeben 1896 und 1933 an der Pazifikküste zu über zehn Meter hohen Tsunami geführt hatten, mir ist völlig schleierhaft, worauf TEPCO’s ursprüngliche Berechnungen beruhten (eigentlich ist es mir total klar: auf Profitgier).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zur Strahlenproblematik hat sich eine mir völlig unverständliche Nonchalance eingeschlichen. Anfang des Monats wurden in Tokio und Umgebung an einigen isolierten Stellen stark erhöhte Strahlenwerte gemessen. Zuerst war das Anlass zu geringfügiger Panik in den Nachrichten, aber schon nach einem Tag wurde Entwarnung gegeben, die Strahlung sei durch Radium verursacht, aus dem AKW in Fukushima war aber nur Jod und Caesium ausgetreten, von dort könne es also nicht sein. Einen weiteren Tag später folgte die Erklärung, es seien lippenstift-große Flakons unter einem Haus an der Stelle in Tokio gefunden worden (ältere Holzhäuser stehen hier oft auf Stelzen), die Flüssigkeit darin würde untersucht, sei aber eindeutig Ursache der erhöhten Werte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Na dann. Friede, Freude, Eierkuchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bin ich der Einzige hier, der sich noch fragt, weshalb radioaktive Substanzen unter einem Einfamilienhaus aufgefunden werden? Ist das nur für mich noch Anlass zu Sorge anstatt der sich allgemein breitmachenden Erleichterung? Und war der Fund der Flakons in Tokio eine ausreichende Erklärung für die zuvor in Yokohama und später in Chiba gemessenen stark erhöhten Werte, über die in den Nachrichten dann nicht mehr aufgeklärt wurde?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Arbeiten in Fukushima gehen zwar bisher schneller als zugesagt voran, aber auch das ist vielleicht mehr Glück und Zufall zuzuschreiben. Ich drücke die Daumen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Jesper Weber&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-5024512810284430919?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/5024512810284430919/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/10/friede-freude-eierkuchen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/5024512810284430919'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/5024512810284430919'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/10/friede-freude-eierkuchen.html' title='Friede, Freude, Eierkuchen ...'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-7701947700717516099</id><published>2011-10-11T14:49:00.000+09:00</published><updated>2011-11-02T14:54:57.683+09:00</updated><title type='text'>Polinahe in Kamaishi</title><content type='html'>Unsere Hawaiiband heißt POLINAHE - das bedeutet: "sweet and mellow music" - und besteht aus Jimmy Miranda mit der Ukulele, John Torio am Bass und Olaf Eckhoff mit der Gitarre. Jimmy kommt aus Big Island, Hawaii, lebt in Osaka und ist Lehrer an einer Oberschule. John ist Japaner, Manager, hat lange in Hawaii gelebt. Seine Frau Miwako ist Hulalehrerin. Miwako, John und ich fuhren am Samstag nach Kamaishi, Jimmy ist direkt von Osaka nach Hanamaki geflogen. Am Samstag haben wir in Kamaishi im Kamaishi Hoikuen gespielt und Miwako hat dazu Hula getanzt. Dem Publikum, darunter auch der Lokalpolitiker Herr Goda, hat unsere Musik und der Hulatanz von Miwako sichtlich Spass gemacht, und viele der Zuhörer haben sich nach dem Konzert bei uns herzlich bedankt; man konnte wirklich spüren, dass die Abwechslung gut getan hat.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-C0Kh0vdsosU/TrDZYDO0dqI/AAAAAAAAAUY/wc612qUUMb4/s1600/DSCN11441.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://2.bp.blogspot.com/-C0Kh0vdsosU/TrDZYDO0dqI/AAAAAAAAAUY/wc612qUUMb4/s320/DSCN11441.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Kamaishi waren wir bei Frau Inoue zu Gast, und wir haben einen sehr netten Abend mit dem Ehepaar Goda bei von Frau Inoue zubereiteten japanischen Speisen verbracht. Am nächsten Morgen auf der Fahrt nach Miyako konnten sich Jimmy, John und Miwako ein eigenes Bild von der Verwüstung durch den Tsunami machen. Wir haben einen kurzen Stopp bei der ASIA SYMPHONY gemacht, dem 6000-Tonnen-Frachter, der immer noch auf dem Kai auf dem Trockenen lag. Die Bilder von diesem Frachter, der sich mit der Nase durch die Kaimauer gebohrt hat und kurz vor einem Haus stehen geblieben ist, gingen ja um die Welt. Gerade letzte Woche las ich in der Japan Times (Foto: JT online), dass sie das Schiff nun endlich wieder ins Meer gehoben haben.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-rrc61QvZ_zw/TrDZaLW5xTI/AAAAAAAAAUg/cxSUTe1qxcw/s1600/nn20111021bca.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="213" src="http://2.bp.blogspot.com/-rrc61QvZ_zw/TrDZaLW5xTI/AAAAAAAAAUg/cxSUTe1qxcw/s320/nn20111021bca.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Obwohl im Vergleich zu meiner Reise Anfang Mai die Aufräumarbeiten des "Gareki" sehr weit vorangeschritten sind (es stinkt auch nicht mehr!), ist es traurig zu sehen, dass dort, wo früher Menschen wohnten jetzt nur freie unbewohnte Fläche ist - eine Wüstenlandschaft der ganz anderen Art.&lt;br /&gt;In der Miyako-Kirche, in der alle Sitzplätze besetzt waren, gaben wir unser zweites Konzert. Wieder waren die Zuhörer/-schauer sichtlich gerührt und begeistert von unserer Musik. Das steht auch im Bericht der Lokalzeitung, der von unserer Veranstaltung berichtet.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-a6fMivIsrmI/TrDa_jQ91MI/AAAAAAAAAU0/UUbzcwmSCGw/s1600/zeitung1.jpg" imageanchor="1" style="margin-left:1em; margin-right:1em"&gt;&lt;img border="0" height="400" width="359" src="http://2.bp.blogspot.com/-a6fMivIsrmI/TrDa_jQ91MI/AAAAAAAAAU0/UUbzcwmSCGw/s400/zeitung1.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Konzert ging es mit dem Mietwagen voll Gepäck und Instrumenten nach Morioka, und von dort mit dem Shinkansen nach Tokyo zurück. Es war eine anstrengende, aber durchaus lohnende Reise. Wir wollten mit unserer Musik ein wenig hawaiianischen Sonnenschein und Unbekümmertheit in den Alltag der Bewohner dort bringen.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-VthTKW9fsAs/TrDZbn0nvHI/AAAAAAAAAUo/z0S70fY_LVo/s1600/DSCN11321.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://3.bp.blogspot.com/-VthTKW9fsAs/TrDZbn0nvHI/AAAAAAAAAUo/z0S70fY_LVo/s320/DSCN11321.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;In Miyako, vor der Miyako-Kirche, entstand auch das Foto von dem neuen Kindergartenbus für den Hikari Yochien mit Pfarrer Moriwake. Der Kindergartenbus wurde von den Spendengeldern aus Bremen finanziert, um den alten Kindergartenbus, der beim Tsunami auf dem Gelände der Kirche stand und völlig überflutet und unbrauchbar war, zu ersetzen.&lt;br /&gt;Aloha,&lt;br /&gt;Olaf&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-7701947700717516099?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/7701947700717516099/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/10/polinahe-in-kamaishi.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/7701947700717516099'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/7701947700717516099'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/10/polinahe-in-kamaishi.html' title='Polinahe in Kamaishi'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-C0Kh0vdsosU/TrDZYDO0dqI/AAAAAAAAAUY/wc612qUUMb4/s72-c/DSCN11441.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-7947541284904655794</id><published>2011-09-20T17:57:00.000+09:00</published><updated>2011-09-28T19:47:27.409+09:00</updated><title type='text'>Phönix in der Asche</title><content type='html'>Die Pazifikküste führt von Tokio Richtung Nordosten durch die Präfekturen Chiba und Iwate nach Fukushima.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein halbes Jahr nach dem 11. März endet hier für die Mehrheit der Japaner die Katastrophe. Der Mehrfach-GAU im Atomkraftwerk Fukushima Eins ist allen täglich präsent und beeinflusst zum Beispiel unsere Kaufentscheidungen im Supermarkt. Wo wurde der Reis angebaut? Noch letztes Jahr oder schon dieses geerntet? Wo wurden die Rinder gezüchtet? Wo wurde das Obst geerntet und wo die Fische gefangen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nördlich von Fukushima ist die Präfektur Miyagi, vor welcher das Epizentrum des Bebens lag, dann kommt Iwate. Beide sind aufgrund der fjordähnlichen Küstenlinien besonders stark vom Tsunami geschädigt worden. Das ist zwar keinesfalls ins Vergessen geraten, rückt aber zunehmend in den Hinterkopf und wird immer später in den Nachrichten erwähnt, aktuell verdrängt von einer neuen Katastrophe, zwei Taifunen, die im September über 100 Todesopfer und Vermisste gefordert und starke Zerstörungen angerichtet haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei hat neben Beben und Tsunami auch die Krise im Atomkraftwerk greifbare Auswirkungen auf die beschädigten Städte nördlich von Fukushima. Die beiden industriellen Standbeine bisher waren Tourismus und Fischerei. Beide sind in die Knie gegangen. Die jeweiligen Infrastrukturen wurden weggespült, Hotels, Bahnlinien und Fähren existieren nicht mehr, die zuvor wunderschönen Küstenstreifen sind abgesunken oder vom Wasser weggerissen, die Städte oft bis auf die Fundamente abgeschliffen worden. Fischereihäfen und Boote wurden ebenfalls zerstört. In einem kleinen Hafen in einer Bucht neben der Stadt Kamaishi in Iwate gibt es jetzt wieder sieben Boote. Vor der Welle landeten dort über 300 an. Der Hafen eine Bucht weiter hat immer noch kein einziges Boot, alle wurden weggeschwemmt und keines wurde bisher ersetzt. Aber auch wenn die Fischer herausführen, könnten sie weiterhin nichts anlanden, weil die Hafenanlagen zerstört sind. Bisher stiegen sie vom Kai herab in ihre Boote, jetzt müssten sie vom Kai in die Boote hochklettern. Der Grund ist bis zu einem Meter im Beben abgesunken und wird regelmäßig bei Flut überschwemmt. Und auch wenn sie einen Fang anlanden könnten, wäre dieser im Supermarkt so gut wie unverkäuflich, weil Verbraucher sämtliche Lebensmittel aus den nordöstlichen Präfekturen aus Angst vor Strahlenbelastung konsequent vermeiden. Dafür können die Fischer nun zum ersten Mal in ihrem Leben das Meer von ihren Häusern sehen. Der Zypressen- und Zedernwald, der zwischen Dorf und Küste mit 25 Metern Höhe die Sicht versperrte, ist bis auf eine einzelne Zypresse kurz über den Wurzeln abgeknickt und weggespült worden. Der verbleibende Baum hat bis auf 18 Meter keine Äste mehr, so hoch kam das Wasser.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die gleichen Ängste halten Touristen aus Japan und dem Ausland auch davon ab, Urlaub im Nordosten zu machen. Nur die Herbergen gleich landeinwärts sind ausgebucht mit Freiwilligen, die für einige Tage zum Helfen anreisen. Auch das sind aber spürbar weniger als in den Monaten gleich nach dem Beben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am 30. August wurde die letzte Notunterkunft in Iwate geräumt, eine Turnhalle in Yamadamachi, etwas nördlich von Kamaishi. Die über 50.000 Obdachlosen in der Präfektur, die zeitweise in den beinahe 300 Notunterkünften gewohnt hatten, sind kurz vor dem Halbjahrestag entweder in Häuserprovisorien mit dem Charme eines Frachtcontainers oder bei Verwandten untergekommen. Die Selbstverteidigungskräfte wurden mittlerweile aus allen Präfekturen bis auf Fukushima abgezogen. Weitere Räumarbeiten müssen die Verwaltungen vor Ort nun mit privaten Firmen arrangieren. Auch die zur Hilfe gerufenen Polizeikontingente aus ganz Japan sind zum Großteil abgerückt, in Iwate haben über die Hälfte der Einsatzfahrzeuge wieder ein lokales Kennzeichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Städten wie Kamaishi sind das Sperrholz und die meisten Autowracks weggeschafft worden. Im überschwemmten Hafengebiet stehen noch die Rahmen von Betonbauten, ihre Fenster und Türen sind eingedrückt worden und klaffen wie Zahnlücken. Wo Holzhäuser standen, gibt es jetzt reichlich Parkplätze. Erst die Hälfte der Ampelanlagen funktioniert wieder. Bis auf vereinzelte Reparaturen an Straßen, Wasser-, Strom- und Gasleitungen, und wichtigen Gebäuden wie Krankenhäusern ist von Bauarbeiten im alten Stadtzentrum noch nichts zu sehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch haben die Verwaltungen keine Planung für den Wiederaufbau vorgelegt. In Kamaishi soll das bis Ende September geschehen. Diskutiert werden unter anderem ein neuer Damm von Wellenbrechern am Eingang der Bucht, die Verlagerung wichtiger Funktionen auf höheres Land und Landgewinnung hoch über dem Meeresspiegel durch Abtragung eines Berges bei gleichzeitiger Nutzung der Erdmassen, um das Plateau zu vergrößern. Im benachbarten Otsuchi, das großflächig überspült wurde und dann durch explodierende Propangasflaschen abgebrannt ist, konnte die Stadtverwaltung erst im August wieder neu gebildet werden. Ein Wiederaufbauplan ist noch nicht abzusehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Hauseigentümer stehen vor einem Dilemma. Beschädigte Häuser dürfen in eigener Regie repariert werden, aber für den Wiederaufbau zerstörter Häuser wird eine Baugenehmigung benötigt. Die kann nur erteilt werden, wenn das Gebiet für wiederbebaubar erklärt wurde, was bei den überfluteten Gegenden noch in Frage steht. Und solange das Gebiet nicht für bebaubar erklärt wird, ist der Grundstückswert gleich Null, so dass auch ein Abriss der noch stehenden Strukturen wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre. Also passiert bis auf Aufräumarbeiten erstmal garnichts. Phönix steckt in der Asche fest.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dennoch geht das Leben weiter und neue Zentren entstehen. So werden zum Beispiel neben den einstöckigen Provisoriumssiedlungen zweistöckige provisorische Einkaufstraßen errichtet. In einer von diesen hat das Ehepaar Yamazaki am 13. September einen Lederwarenladen eröffnet. Es gibt Restaurants und Cafes, zwei Frisöre und einige Lebensmittelläden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Ehemann Professor Yamazaki ist eigentlich Flötenlehrer und dirigiert seit vielen Jahren Beethovens Neunte Symphonie in Kamaishi und wird auch dieses Jahr bei der 34. Aufführung wieder am Pult stehen. Im Lederwarenladen steht ein Klavier, er möchte hier einen Salon einrichten, in dem Konzerte und Kultur angeboten werden. Flötenunterricht hält er momentan im Haus einer Bekannten, in dem auch ein von der Gei-Dai Kunsthochschule Tokio gespendeter Flügel steht. Hier finden regelmäßig Hauskonzerte statt, um in verschiedene Provisoriumssiedlungen verstreute Freunde zusammenzubringen und das Auseinanderbrechen der Gemeinschaft zu verhindern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Otsuchi liegt der Midori-Kindergarten. Dort ist die Situation noch ernster, die Stadtverwaltung fiel dem Tsunami zum Opfer. Bürgermeister und Vizebürgermeister fanden den Tod, ein neuer Bürgermeister wurde erst im August gewählt. Die Ämter rappeln sich nun langsam aus ihrer Lähmung auf. Der Kindergarten wurde, kurz nachdem alle Kinder und Angestellten sich in ein Gymnasium auf einer Anhöhe retten konnten, vier Meter hoch bis zum ersten Obergeschoss überspült. Alle Häuser in der Nachbarschaft sind komplett zerstört worden. Weil der Kindergarten erst vor fünf Jahren erbaut wurde, sind über 80 Prozent des Kredits noch nicht abbezahlt. Seit April nimmt er Ausweichquartier im Gästehaus des Gymnasiums, wo auf engstem Raum 50 Kinder betreut werden. Bis zum Ende des Jahres müssen sie dort ausziehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um zusätzliche Kreditbelastung zu vermeiden, würden sie bevorzugt am alten Ort wieder aufbauen, trotz der Angst vor neuen Tsunami und den psychologischen Schwierigkeiten, die die Gegend mit sich bringt. Eine Freigabe oder sogar Baugenehmigung sind aber in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Also sucht Eikoh Sasaki, der Leiter des Kindergartens, nach Alternativen. Von einem Bauern wurde ihm ein Reisfeld als Grundstück angeboten, dass nur seicht überflutet wurde. Dort könnte er als Fertighaus recht schnell einen neuen Kindergarten aufbauen. Aber es gibt massive Hindernisse. Die Stadtverwaltung ist gegen die Umwandlung von landwirtschaftlichen Flächen in Gewerbegebiet, hat da aber nicht das Sagen, denn die Entscheidung liegt bei der Präfektur, die wohl einlenken wird. Danach muss die Baugenehmigung beantragt werden. Auflagen dafür werden ein festes Fundament und eine Entwässerungspumpe sein, weil das Grundstück unter Meeresspiegel liegt. Voraussetzung ist, dass in einem überfluteten Gebiet überhaupt eine Baugenehmigung erteilt wird, denn das schafft einen Präzedenzfall.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ein Neustart möglich wird, werden bis zur Hälfte der Kosten durch Subventionen gedeckt, die Obergrenze liegt bei dem Wert des zerstörten Eigentums. Andersherum heißt das, dass der Kindergarten eine Belastung von 150 Prozent hat: 100 Prozent des ursprünglichen Darlehens und 50 Prozent der Wiederaufbaukosten. Wobei nur Baukosten subventioniert werden, die Ausstattung ist nicht gedeckt. Herr Sasaki schätzt die auf ihn zukommenden Kosten auf ungefähr 35 Millionen Yen zusätzlich zur bestehenden Kredittilgung. Das sind knapp 350.000 Euro, die er ohne eigenes Zutun in der Kreide stehen wird. Gleichzeitig sind seine Einnahmen deutlich reduziert. Statt der 80 Kinder, die vor dem Beben betreut wurden, kommen nur noch 50. Kindergartengebühren kann er mittlerweile nehmen. Eltern, die nicht vom Beben betroffen waren, zahlen selbst, für betroffene Eltern springt die Stadt ein. Aber die Kosten für den Kindergartenbus, der die Kinder in fünf Touren täglich fast 200 Kilometer aus den nunmehr oftmals weit entfernten Wohnungen abholt und sie auch wieder zurück bringt, würden nicht von der Stadt erstattet, so dass sie aus Gründen der Fairness auch nicht eingefordert werden können. Betroffene Eltern könnten nicht zahlen, und die nicht betroffenen Eltern müssten aus Kostengründen zu näher gelegenen Einrichtungen abwandern. Also fehlen monatlich über 400.000 Yen in der Kasse für Benzin- und Unterhaltskosten, ungefähr 4.000 Euro.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er sucht nach Spendern, denn wenn der Kindergarten Pleite geht, stehen nicht nur er, sondern auch viele Kinder auf der Straße. Einer Straße, an der keine Häuser mehr stehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Jesper Weber&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;Fotos finden Sie &lt;a href="https://picasaweb.google.com/116179025846094856652/IwateSeptember2011"&gt;hier...&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-7947541284904655794?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/7947541284904655794/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/09/phonix-in-der-asche.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/7947541284904655794'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/7947541284904655794'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/09/phonix-in-der-asche.html' title='Phönix in der Asche'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-4650172628475690779</id><published>2011-07-14T21:14:00.001+09:00</published><updated>2011-07-14T21:20:53.283+09:00</updated><title type='text'>Tohoku im Juli</title><content type='html'>Fliegen, Fliegen, Fliegen, überall Fliegen. Nach Ende der Regenzeit und mit Beginn des Hochsommers mit Temparaturen über 30 Grad wimmelt es von unzähligen Fruchtfliegen, fetten Brummern von über einem Zentimeter Länge, und allem dazwischen, weitaus mehr als je zuvor beobachtet. Dabei riecht es gar nicht nach dem, was Fliegen bekanntlich so anziehend finden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Hilfsgüterlieferungen sind verteilt und der tägliche Bedarf ist weitgehend gedeckt, woran es jetzt fehlt, sind ausreichend Fliegenfänger und -klatschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am 11. Juli läuten die Sirenen keine Schweigeminute ein, um vier Monate nach dem Beben und Tsunami zu markieren. Stattdessen gibt es zur Mittagszeit ein kräftiges Nachbeben mit Intensität 4 auf der bis 7 reichenden japanischen Skala. Wie auch schon am Morgen vom 10. Juli. Und dann wieder am frühen Abend vom 12. Juli. Und vor Tagesanbruch am 13. Juli.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Normalität kann also noch keinesfalls die Rede sein, aber vieles ist geschafft worden.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-6L8Q0K2Q1_8/Th7Cy4jWLzI/AAAAAAAAASg/xYkSWcMeQDw/s1600/IMG_0813.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="96" width="128" src="http://2.bp.blogspot.com/-6L8Q0K2Q1_8/Th7Cy4jWLzI/AAAAAAAAASg/xYkSWcMeQDw/s320/IMG_0813.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Viele provisorische Häuser sind aufgebaut und werden nun bezogen, die Turnhallen leeren sich langsam. Ein Notlager in Otsuchi, in dem über 300 Menschen Unterkunft gefunden hatten, hält nur noch 60, andere sind bereits aufgelöst. Die Qualität der Wohneinheiten schwankt allerdings beträchtlich. Einige wenige wurden von Zimmermännern errichtet, wirken solide und sind fugendicht. Ein Großteil aber sieht aus wie umfunktionierte Frachtcontainer, in die Fenster gebrochen wurden. Die Bewohner solcher Einheiten beklagen, dass trotz der standardgemäß eingebauten Klimaanlagen die dünnen Metallwände die Hitze von außen so stark nach innen leiten, dass man sich nur in der exakten Mitte des Raums aufhalten könne. Schlafen ist nur für wenige Stunden möglich, wenn es sich nachts abgekühlt hat, und bevor die Sonne wieder aufgeht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-2jS-qp_eOR0/Th7ScGCksUI/AAAAAAAAATg/N-SxIHKIOok/s1600/IMG_0739.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="128" width="96" src="http://1.bp.blogspot.com/-2jS-qp_eOR0/Th7ScGCksUI/AAAAAAAAATg/N-SxIHKIOok/s400/IMG_0739.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;In den Notlagern wurden durch die Selbstverteidigungskräfte und Freiwillige täglich drei Mahlzeiten kostenlos verteilt. In den Containerstädten müssen die Menschen sich selbst verpflegen, und auch wieder für Strom, Wasser und Gas bezahlen. Viele dieser Städte wurden weit ab vom Schuss errichtet, weil zentral nicht genug bebaubare Fläche zur Verfügung stand. Das führt zu langen Wegen zum Einkaufen, zu den Ämtern, zur Schule und zum Arbeitsplatz für die, die Beschäftigung finden konnten. Viele stehen weiterhin ohne regelmäßiges Einkommen da. Die Zahlungen von Hilfsgeldern erfolgt stockend, weil die Verwaltungen noch nicht normal funktionieren – in Städten wie Otsuchi wurde das Rathaus weggespült, die Leiche des Bürgermeisters ist erst vor einer Woche in einem Haufen von Fischmüll aufgefunden worden, so dass die Einwohner dort für sämtliche Behördengänge über zehn Kilometer ins benachbarte Kamaishi fahren müssen – und mit den Aufgaben weiterhin überlastet sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-6SH201mpIvA/Th7DigwrKrI/AAAAAAAAASo/S8jhiV1lRDg/s1600/IMG_0748.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="128" width="96" src="http://2.bp.blogspot.com/-6SH201mpIvA/Th7DigwrKrI/AAAAAAAAASo/S8jhiV1lRDg/s320/IMG_0748.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Die Wohneinheiten werden generell auf zwei Jahre befristet zur Verfügung gestellt und dann wieder abgebaut. Wo, wann und wie die zerstörten Ortschaften endgültig wieder aufgebaut werden, ist noch überhaupt nicht geklärt. Viele Kommunen kämpfen nicht nur mit der Zerstörung von Häusern und Infrastruktur, sondern sind auch in der Einwohnerzahl durch Todesfälle und Abwanderung dezimiert worden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Entscheidungsgewalt beim Festlegen von Bebauungszonen liegt bei der nationalen Regierung. Viele der überschwemmten Gebiete werden als zu gefährlich eingestuft und nicht mehr besiedelt werden dürfen. Ausweichflächen in Küstennähe sind jedoch spärlich. Für den Neubau eines zerstörten Hauses wird die benötigte Baugenehmigung also nicht erteilt. Nur teilweise beschädigte Häuser dürfen aber repariert werden, stehen dann allerdings in einer Wüstenei ohne ausreichende Verkehrsanbindung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-p7FD5RHQCFw/Th7DsigzvJI/AAAAAAAAASw/NYe8Rtfcpfk/s1600/IMG_0705.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="96" width="128" src="http://2.bp.blogspot.com/-p7FD5RHQCFw/Th7DsigzvJI/AAAAAAAAASw/NYe8Rtfcpfk/s320/IMG_0705.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Im Bahnhof von Tohno, der Kreisstadt 50 Kilometer im Landesinneren der Präfektur Iwate, hängt eine Tafel mit dem lokalen Liniennetz und den Fahrpreisen. Sie reicht bis zur Hafenstadt Kamaishi. Die folgenden Stationen nach Norden entlang der Küste bis Miyako sind mit weißem Papier überklebt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist eine bedrückend realistische Wiedergabe der Situation vor Ort, wo viele Bahnhöfe und über Kilometer die Gleise einfach weggespült wurden und nun ein weißer Fleck auf der Landkarte sind. Der Wiederaufbau ist aus Kosten- und Sicherheitsgründen schwer vorstellbar, und ohne ein funktionierendes Verkehrsnetz steht auch die Wiederbesiedelung in Frage.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-n8qt50PPPIU/Th7VYuKFByI/AAAAAAAAATo/E6T8EFqU5oY/s1600/IMG_0799.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="96" width="128" src="http://4.bp.blogspot.com/-n8qt50PPPIU/Th7VYuKFByI/AAAAAAAAATo/E6T8EFqU5oY/s400/IMG_0799.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Dennoch wird nach Kräften geräumt, deutlich weniger Schutt und Autowracks als noch vor zwei Monaten sind zu sehen. Je nach Wucht des Tsunami an den einzelnen Orten enstehen so entweder Geisterstädte mit Hausruinen on Wänden oder weite Flächen, auf denen nur noch Betonfundament und Grundriss der zerstörten Gebäude erkennbar sind. Um den Hort Kamaishi herum sind die Straßen wieder frei, der Schutt im Garten wurde beseitigt. Aber in den Räumen steht der Schlamm seit März und ein umgekipptes Gitterbett ist immer noch da, wo das Wasser es vor vier Monaten abgestellt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-01jF7Uj_myI/Th7D9o3U0jI/AAAAAAAAAS4/0JKJscXY5VY/s1600/IMG_0790.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="96" width="128" src="http://3.bp.blogspot.com/-01jF7Uj_myI/Th7D9o3U0jI/AAAAAAAAAS4/0JKJscXY5VY/s320/IMG_0790.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Und dann gibt es immer wieder Stellen, die aussehen, als hätte der Tsunami erst gestern zugeschlagen. Der 20.000 BRT Frachter „Asia Symphony“, der in Kamaishi vom Tsunami auf den Pier gespült und damit oft benutztes Motiv in der Weltpresse wurde, thront weiterhin unbewegt an seinem Platz, die Nase vom Kiel hat die Hafenmauer durchbrochen und verengt die Straße auf eine Spur. Von der Regierung war zwar Weisung ergangen, das Schiff bis Ende Juni zu beseitigen, aber weder die Reederei in Panama noch andere Stellen haben reagiert.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-VZg-gyywcLU/Th7D9uQHUYI/AAAAAAAAATA/Ekucdhann5o/s1600/IMG_0786.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="96" width="128" src="http://2.bp.blogspot.com/-VZg-gyywcLU/Th7D9uQHUYI/AAAAAAAAATA/Ekucdhann5o/s320/IMG_0786.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Sämtliche Fischereihäfen in der Präfektur sind zerstört, so dass nichts angelandet werden kann. Es kann aber auch nichts gefangen werden, weil die Boote verloren, die Netze weggespült, die Flöße zur Muschelzucht nicht mehr brauchbar sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim Anbau von Wakame-Seetang werden mindestens zwei Jahre benötigt, bis geerntet werden kann. Der Tsunami im März schlug kurz vor der Erntezeit zu. Ebenso lange braucht die Zucht von Austern und Hotate-Muscheln. Die Saat kann nur zu einer bestimmten Jahreszeit erfolgen, wenn bis dahin keine Boote, Gerätschaften und Hafenanlagen da sind, ist ein Jahr verloren. Weil spezielle Boote benötigt werden, für die es keinen Gebrauchtmarkt gibt und die beim Neukauf langfristig vorbestellt werden müssen, richten die Fischer in Kamaishi sich auf eine Durststrecke von mindestens vier Jahren ein. Neue Boote werden vorerst für die Genossenschaft gekauft und für die nächsten fünf Jahre in Rotation einzelnen oder Gruppen von Fischern zur Verfügung gestellt. Schon jetzt zeichnen sich Konflikte innerhalb der Genossenschaften zur gerechten Zuteilung ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Sorge um die Entwicklung der nächsten Jahre dominiert auch das Gespräch in Hort und Kindergärten. Die Grundversorgung funktioniert, was gerade akut fehlt, wird bescheiden als eine Unbequemlichkeit dargestellt, beispielsweise das betagte Ersatzfahrzeug vom kirchlichen Hikaru-Kindergarten in Miyako bis der durch Wasser einen Totalschaden erlittene Bus ersetzt werden kann. Der Ersatzbus ist ein Uraltgefährt mit Plastiksitzen und ohne Kühlung für den Passagierraum, der jederzeit den Geist aufgeben kann und bei der Hochsommerhitze nicht kindertauglich ist. In Tokio wäre das unvorstellbar, in Miyako geduldet man sich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unter der Oberfläche sind die Wunden jedoch noch lange nicht verheilt. Die Kinder spielen immer noch "Wer-hat-Angst-vorm-Tsunami" und sind durch die starken Beben der letzten Tage sichtbar verängstigt. Eine Erzieherin im Osanago-Kindergarten in Otsuchi erzählt spontan noch einmal, wie sie mit den noch anwesenden 17 Kindern, die beim Beben gerade auf den Bus warteten, auf den Berg flüchteten und von dort zusahen, wie das Wasser Autos und Häuser verschluckte. Wie sie frierend dem Schneefall trotzten und schließlich von Nachbarn ins Haus gebeten wurden, wo nur noch Platz zum Stehen war. Wie sie nachts um 23.30 Uhr, nachdem die Flut sich zurückgezogen hatte, vom Berg steigen mussten, weil das Feuer sich den Hang entlang auf sie zu fraß. Wie sie die Kinder über Schutt und Schlamm ins Notaufnahmelager brachten und dort drei Tage betreute. Wie sie bei den Aufräumarbeiten im Garten vier Leichen und im Schlamm viele abgerissene Körperteile fanden. Wie man auch jetzt noch durch die abgebrannten Bäume auf dem Berg 50 Meter vorm Tor täglich an das Feuer erinnert würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alles Schlimme der Katastrophe und ihrer Folgen kumuliert im Schicksal des Midori-Kindergartens in Otsuchi, nahe an der Küste auf Meeresspiegelhöhe gelegen.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-NH4Sjm0sBjU/Th7ZLwCwQzI/AAAAAAAAATw/MGmTOTtubfU/s1600/IMG_0768.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="128" width="96" src="http://4.bp.blogspot.com/-NH4Sjm0sBjU/Th7ZLwCwQzI/AAAAAAAAATw/MGmTOTtubfU/s400/IMG_0768.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Der Leiter Eikoh Sasaki erklärt, dass in der Evakuierungsanleitung festgelegt war, dass die Kindergartenbusse bei Tsunamiwarnung auf eine Anhöhe fliehen sollten, falls gerade Kinder transportiert wurden, andererseits aber sofort zum Kindergarten zurückkommen und bei der Evakuierung dort helfen sollten. Designierter Fluchtpunkt war ein 200 Meter entfernt auf einer Anhöhe gelegenes Gymnasium. Da beide Busse gerade auf Leerfahrt waren, kamen sie zurück und konnten alle Kinder rechtzeitig in Sicherheit bringen. Das Wasser stieg vier Meter hoch bis zur Hälfte des ersten Obergeschosses, aber das Gebäude ist stehen geblieben, strukturell jedoch nicht mehr benutzbar. Explodierende Propangasflaschen haben weitflächige Brände entfacht, die Namenstafel am Außentor ist verkohlt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit den Kindergartenkindern wurden sie in der Turnhalle aufgenommen, die auch Unterkunft für die Schüler und viele Bürger der Stadt waren. Die Temperaturen fielen unter den Gefrierpunkt, es gab nur drei kleine Kerosinöfen zum Heizen. Also wurden die Kleinkinder zu zweit oder zu dritt in Wolldecken gewickelt, um sich gegenseitig zu wärmen. Für Grundschüler und ältere reichten die Decken nicht, so dass sie sich mit Zeitungspapier und Vorhängen behelfen mussten. Die Schule war tagelang von der Außenwelt abgeschlossen, einige Eltern schafften es aber, sie zu Fuss über die Berge zu erreichen, weil sie wussten, dass ihre Kinder dorthin geflüchtet sein müssen. Die Straße in den Ort war nicht begehbar, schließlich fuhren sie einen Kindergartenbus über Felder und Berge ins Landesinnere und stellten eine Funkverbindung zu dem verbliebenen Bus her, um so Details ihrer Notlage an die Helfer zu übermitteln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;All das kann er nur unter Tränen berichten. Was er mit keinem Wort erwähnt, ist die Tatsache, dass seine Eltern weiterhin vermisst werden. Er ist mit 45 Jahren unverheiratet und muss den Wiederaufbau und die Trauerarbeit alleine stemmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/--h_oRKiFrJ0/Th7EfVRLczI/AAAAAAAAATI/1naC2V3p3Ps/s1600/IMG_0780.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="96" width="128" src="http://1.bp.blogspot.com/--h_oRKiFrJ0/Th7EfVRLczI/AAAAAAAAATI/1naC2V3p3Ps/s320/IMG_0780.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Herr Sasaki lebt weiterhin in der Turnhalle des Gymnasiums, hat aber einen Hauscontainer in Aussicht. Der Kindergarten hat am 17. April als Ausweichquartier ein Nebengebäude der Schule bezogen. Von vorher über 70 Kindern kommen jetzt 48. Mit vier Erzieherinnen spielen und schlafen sie in einem Raum von circa 40 Quadratmetern, der von einem Ventilator gekühlt wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/--xT1FySj900/Th7ZMA1IIXI/AAAAAAAAAT4/jg-UEFke1as/s1600/IMG_0777.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="96" width="128" src="http://1.bp.blogspot.com/--xT1FySj900/Th7ZMA1IIXI/AAAAAAAAAT4/jg-UEFke1as/s400/IMG_0777.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Das Grundstück des Kinderladens ist wertlos geworden. Das Gebäude war erst fünf Jahre alt und ist noch mit einem Darlehen belastet. Beim Wiederaufbau wird der Staat 50 Prozent subventionieren, die restlichen 50 Prozent sind Eigenleistung. So ergibt sich eine 1,5-fache Belastung für Gebäudekosten bei stark reduzierten Einnahmen. Denn von den Eltern der 48 Kinder kann er keine Gebühren fordern. Moralisch schafft er das nicht, weil er weiß, dass sie zum Großteil in der gleichen Turnhalle schlafen wie er und alles verloren haben. Praktisch geht es nicht, weil die Eltern nicht zahlungskräftig sind. Ihre Kinder müssen sie aber über Tag abgeben, um auf Arbeitssuche zu gehen und Amtsgänge machen zu können. Deshalb wird der Kindergarten dieses Jahr ohne Sommerpause offen bleiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Erzieherinnen bezahlt er weiter, rückwirkend ab Juni will er versuchen, von einem Teil der Eltern Gebühren zu erbitten. Der Monatssatz beläuft sich auf 12.000 Yen pro Kind plus Gebühren für den Bus, also mindestens 100 Euro pro Monat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im benachbarten Kamaishi werden die Gebühren für Hort und Kindergarten für ein Jahr von der Stadt übernommen. In Otsuchi funktioniert die Verwaltung nicht, so dass die Gebührenübernahme nur für öffentliche Tagesstätten angeboten wurde. Der Midori-Kindergarten ist privat geleitet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Oktober werden normalerweise Neuzugänge geworben. Herr Sasaki sieht einen klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber öffentlichen Einrichtungen und den Tagesstätten in Kamaishi. Dass zumindest auch die öffentlichen Kindergärten in Otsuchi noch keinen einzigen Yen von der Verwaltung ausbezahlt bekommen haben, ist für ihn kein Trost.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Bericht: Jesper Weber&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="https://picasaweb.google.com/lh/sredir?uname=116179025846094856652&amp;target=ALBUM&amp;id=5629039151770319617&amp;authkey=Gv1sRgCL7V7af0tZmlTA&amp;feat=email"&gt;Bilder finden Sie hier in der Galerie.&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bitte besuchen Sie auch die Seite des &lt;a href="http://www.docodemoecocar.com"&gt;Carsharing-Projekts DoCoDeMo Eco Car&lt;/a&gt; - mit &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=E4DfXAuVtk0&amp;feature=rela"&gt;Video auf YouTube&lt;/a&gt;. Dieses Projekt bittet um Unterstützung in der Absicht, den Katastrophenopfern wieder zu Mobilität zu verhelfen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-4650172628475690779?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/4650172628475690779/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/07/tohoku-im-juli.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/4650172628475690779'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/4650172628475690779'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/07/tohoku-im-juli.html' title='Tohoku im Juli'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-6L8Q0K2Q1_8/Th7Cy4jWLzI/AAAAAAAAASg/xYkSWcMeQDw/s72-c/IMG_0813.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-4721003113784291903</id><published>2011-05-22T00:50:00.004+09:00</published><updated>2011-05-27T13:40:49.156+09:00</updated><title type='text'>Kamaishi, 14.-16. Mai</title><content type='html'>&lt;i&gt;Vom 14. bis 16. Mai waren Herr Pfarrer Ota und Herr Eckhoff vom Gemeindekirchenrat in Kamaishi und Otsuchi, um die aus Bremen gespendeten Kleinwagen im Kamaishi Hoikuen zu überbringen.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Bericht aus Kamaishi&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Freude über den Empfang der beiden Autos war riesengroß. Tiefe Dankbarkeit wurde uns entgegengebracht, weil diese beiden Wagen einen entscheidenden Schritt in die Normalität bedeuten. Stolz sind die Mitarbeitenden auch, dass an den Seitentüren die Aufschrift angebracht ist: „Ein Geschenk der Bremer Bürger an den Kamaishi Hoikuen“.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-PeGMUEpL0Pc/Tdfb3TeT7gI/AAAAAAAAAQo/1Xl5a9nr0uU/s1600/DSC06743.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://2.bp.blogspot.com/-PeGMUEpL0Pc/Tdfb3TeT7gI/AAAAAAAAAQo/1Xl5a9nr0uU/s320/DSC06743.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;In Japan kennt jedes Kind den Namen der Stadt Bremen von Grimms Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“.&lt;br /&gt;Es wurde mit Freude bemerkt, dass die beiden Autos, eines rot, eines weiß, die japanischen Nationalfarben wiedergeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was mich tief beeindruckt hat, war die freundliche Wärme der Menschen, mit der sie uns begegneten. Wie sie ihr Schicksal mit großer Gefasstheit tragen, zumindest nach außen. Wie geordnet in all dem Durcheinander sie ihrer Arbeit nachgehen, und aufbauen, so gut sie können. Viele Geschichten haben wir gehört, und ich konnte spüren, wie gut es tut, sein Schicksal erzählen zu dürfen, sich mitteilen zu dürfen und jemanden zu haben, der Anteil nehmend zuhört. Ein kleines Stück Hilfe einfach von Mensch zu Mensch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-NMPZZf4ypeA/TdfcYOK5BiI/AAAAAAAAAQw/T4D0Z4a3FtU/s1600/DSC06805.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://3.bp.blogspot.com/-NMPZZf4ypeA/TdfcYOK5BiI/AAAAAAAAAQw/T4D0Z4a3FtU/s320/DSC06805.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;In Otsuchi besuchten wir den Osanago Yochien und vereinbarten, dass wir aus den Bremer Spenden die Fußbodenheizungsanlage erneuern lassen werden. Das bedeutet, dass bis zum kommenden Herbst eine Gas-Wärmetauschanlage und evtl. notwendige Reparaturen der Leitungen fertig sein sollen.&lt;br /&gt;Ich war sehr überrascht, mit wie viel Kraft und Enthusiasmus die Mitarbeitenden hier aufgeräumt und alles gesäubert haben. Die Spuren des Tsunamiwasserstands waren zwar noch zu sehen, aber sonst war alles schon wieder sehr sauber und in Ordnung gebracht.&lt;br /&gt;Zu Weihnachten wird dieser Kindergarten ein Singspiel aufführen, und wir werden aus den Bremer Geldern die Noten ersetzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-Jkl-A6K0KL8/TdfdupHM8PI/AAAAAAAAAQ4/09neoWhju_0/s1600/DSC06775.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://4.bp.blogspot.com/-Jkl-A6K0KL8/TdfdupHM8PI/AAAAAAAAAQ4/09neoWhju_0/s320/DSC06775.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Beim Midori Yochien in Otsuchi trafen wir leider niemanden an. Die Anlage erschien uns unbenutzbar. Ein schlimmer Geruch lag über allem. Um hier zu helfen, wird es einer weiteren Reise bedürfen.&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-E8rdiAhOe_8/TdfeJNH3DuI/AAAAAAAAARA/fPdrfpynJ4w/s1600/DSC06769.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://1.bp.blogspot.com/-E8rdiAhOe_8/TdfeJNH3DuI/AAAAAAAAARA/fPdrfpynJ4w/s320/DSC06769.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Am folgenden Tag fuhren wir nach Miyako, etwa 50 km nördlich von Kamaishi, und besuchten den Hikari Yochien. Hier ist die Kindergartenleiterin auch Gemeindemitglied, hat uns also auch als Kirchenvertreter gerne empfangen. Das Kindergartengebäude wurde nicht vom Tsunami erreicht und hat nur einige kleinere Erdbebenschäden. Aber der nagelneue Kindergartenbus ist überspült worden und hat einen Totalschaden erlitten. Wir werden uns aus den Bremer Geldern mit 10% an einer Neuanschaffung beteiligen.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-DkUxpzvB0ls/Tdfek33fuFI/AAAAAAAAARI/6Oc-VXOk5ts/s1600/DSC06735.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://4.bp.blogspot.com/-DkUxpzvB0ls/Tdfek33fuFI/AAAAAAAAARI/6Oc-VXOk5ts/s320/DSC06735.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Auf der Rückfahrt fuhren wir die fünfzig Kilometer nach Kamaishi an der Küste entlang über Yamadacho und Otsuchi. Ich war schockiert angesichts der riesigen Müllhalden, der Zerstörung und des Durcheinanders.&lt;br /&gt;Was für Verwüstungen die Gewalt des Meeres angerichtet hat, ist unvorstellbar, selbst wenn man davor steht. Und dann, nur eine Straße, nur ein Haus weiter, sieht es aus, als ob nichts geschehen wäre. Allmählich begreife ich die Schicksalsergebenheit der Japaner: je nachdem, wo man sich befand, ist man am Leben oder nicht, hat man alles verloren oder nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unsere zweite Projektidee ist einen Schritt weiter gekommen: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Musik für Kamaishi&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben Herrn Professor Yamazaki und seine Frau Shoko besucht und ihnen eine neue Partitur von Beethovens 9. Symphonie überreicht. Herr Yamazaki, der die Neunte von Beethoven viele Male in Kamaishi einstudiert und dirigiert hat, war zu Tränen gerührt und hat uns versichert: auch in diesem Jahr wird die Neunte in Kamaishi erklingen!&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-EfQpdVm5YSw/TdffIsSqasI/AAAAAAAAARQ/ZjraGDNtyKo/s1600/DSC06837.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://2.bp.blogspot.com/-EfQpdVm5YSw/TdffIsSqasI/AAAAAAAAARQ/ZjraGDNtyKo/s320/DSC06837.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Wir werden uns mit den deutschen Spendengeldern daran beteiligen, das Projekt möglich zu machen.&lt;br /&gt;Auch die Vertreter der Stadt Kamaishi zeigten sich sehr interessiert am Gelingen des Projekts.&lt;br /&gt;Sehr beeindruckt hat mich in diesem Zusammenhang unser Besuch in der Kamaishi Higashi Chugakko, die nach dem Beben zusammengeführt wurde mit einer anderen Mittelschule, Kamaishi Chugakko. Die Schüler dieser Schule hatten gerade Chorprobe für die Neunte von Beethoven, als das Erdbeben geschah. Zum Glück waren sie nicht in Schulbussen oder sonst wie auf dem Nachhauseweg. Von der Schule konnten sie sofort zusammen mit den Grundschülern der benachbarten Grundschule, Unosumai Shogakko (wo das Auto im Fensterrahmen sitzt - jetzt aufgeteilt in 2 Schulen: Kosano und Futaba Shogakko), auf die sicheren Hügel in der Nähe rennen - und sind alle gerettet. In diesem Jahr werden alle Schüler der Mittelschule an der Aufführung der Neunten teilnehmen.&lt;br /&gt;Deshalb scheint es mir ein starkes Symbol der Hoffnung, dass die Neunte in diesem Jahr zum 34. Mal in Kamaishi aufgeführt wird, und wir sind glücklich, dazu einen Beitrag leisten zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Fischer haben wir kennen gelernt, die im Tsunami ihre Boote verloren haben, wie die Mehrheit der etwa 3000 Mitglieder der Fischereigenossenschaft Kamaishi. Sie haben meist von der Kultivierung der Jakobsmuschel und vom Wakame-(Seetang-)Anbau gelebt. All diese Muschel- und Seetangfelder sind zerstört, und es wird Jahre dauern, sie neu zu kultivieren, bis sie einen Ertrag abwerfen. Aber die Fischer üben diesen Beruf seit Generationen aus. Für sie kommt nichts anderes in Frage, auch wenn sie jetzt nicht arbeiten können und oft kein Einkommen haben. Wir würden ihnen gerne, wenn auch nur sehr symbolisch, helfen, ein neues Leben wieder zu gewinnen.&lt;br /&gt;Olaf Eckhoff&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-4721003113784291903?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/4721003113784291903/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/05/kamaishi-14-16-mai.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/4721003113784291903'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/4721003113784291903'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/05/kamaishi-14-16-mai.html' title='Kamaishi, 14.-16. Mai'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-PeGMUEpL0Pc/Tdfb3TeT7gI/AAAAAAAAAQo/1Xl5a9nr0uU/s72-c/DSC06743.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-6021591213538734659</id><published>2011-05-06T21:38:00.007+09:00</published><updated>2011-11-27T18:47:31.616+09:00</updated><title type='text'>Bericht aus Iwate, 30. April - 4. Mai 2011</title><content type='html'>&lt;i&gt;Eine kleine Gruppe aus unserer Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache in Tokyo fuhr nach Iwate, um die Menschen kennen zu lernen, denen wir die aus Deutschland kommenden Spenden weitergeben werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mitgefahren sind: Jesper Weber, Renate Tamamushi, Naoto Umemoto und Elisabeth Hübler-Umemoto. Am Ort trafen wir zusammen mit Mineko und Masami Yokoyama, alten Freunden der Umemotos. Als „Reiseführer“ diente uns der Stadtrat aus Kamaishi, Herr Goda, der uns mit viel Engagement sehr interessante Menschen vorstellte, die ihre Stadt auf keinen Fall im Stich lassen wollen.&lt;br /&gt;Hier Jesper Webers Bericht: &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Anfahrt&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Verkehr auf der Autobahn nach Norden aus Tokyo heraus fließt, am Gepäck erkennt man zwar, dass viele als Helfer ins Katastrophengebiet unterwegs sind, der befürchtete Stau zu den „Golden Week”-Feiertagen bleibt aber aus. Viele lokale Verwaltungen hatten einen „Freiwilligenstopp“ verhängt, nachdem die Quoten gefüllt waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist gut so, denn wer als Tourist nur zum Schauen käme, ginge nicht ohne psychischen Schaden wieder weg. Die Bilder und Eindrücke lassen sich seelisch nur verarbeiten, wenn man konkret und aktiv etwas beitragen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Nordosten und speziell die Pazifikküste war ein beliebtes Urlaubsgebiet, die fjordähnliche Küste „Sanriku” war sogar eine der „drei japanischen Landschaften”, und auch landeinwärts reihen sich malerisch Dorf an Dorf zwischen wunderschönen Bergen, Wäldern, Flüssen und Feldern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Epizentrum des Bebens war im Pazifik vor der Küste der Präfektur Miyagi, südlich davon liegen Fukushima, Tochigi und Chiba, nördlich Iwate. Insgesamt war ein Küstenstreifen von über 500 km Länge vom Tsunami betroffen. Ab Fukushima wird die Autobahn wellig, streckenweise zum Waschbrett. Viele Stellen sind frisch asphaltiert, Straßenmarkierungen wie Mittellinien fehlen oft, ebenso die Leitplanken. Speziell Brücken, die wegen ihres Betonfundaments nicht oder nur wenig abgesunken sind, stehen deutlich höher als die Fahrbahn davor und danach. Andere sichtbare Schäden im Landesinneren beschränken sich auf einige herabgefallene Dachziegel, so dass die Dächer mit blauen Planen abgesichert wurden, und wenige sichtbar neue Erdrutsche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ungefähr ein Zehntel des Verkehrs auf der Autobahn sind Fahrzeuge der Selbstverteidungs-Streitkräfte (SDF, das japanische Berufsmilitär), die meisten sind durch ein Banner klar als im Katastropheneinsatz markiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Tohno&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Stadt Tohno in der Präfektur Iwate liegt 50 km landeinwärts und hat Zubringerstraßen nach Kamaishi (Kama‘ishi), Otsuchi (Oh-tsutschi), Rikuzen Takata, Ofunato (Oh-funato) und anderen von der Welle zerstörten Küstenstädten. Die Hälfte der im Katastrophengebiet eingesetzten Truppen und viele freiwillige Helfer haben hier Quartier bezogen, das Militär hat in Tohno mehrere Zeltstädte aufgebaut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Hotel ist hauptsächlich von Erdbebenhelfern belegt. Eine Gruppe von Ärzten und Krankenschwestern aus Osaka ist seit dem 22. März im Hotel stationiert. Das halbe Team wechselt jeweils nach einer Woche. Wir schämen uns etwas, als wir merken, dass sie morgens schon um 6:00 Uhr frühstücken, um 7:00 Uhr losfahren und abends erst gegen 8:00 oder 9:00 Uhr zurück sind. Sie sitzen dann schweigend am Tisch und essen erst einmal, bevor sich nach und nach die Spannung löst. Diese Leute stemmen ganz andere Gewichte als wir. Sie fahren jeden Tag nach Otsuchi und unterstützen dort die wenigen Überlebenden des Krankenhauspersonals.&lt;br /&gt;Mitarbeiter eines Fernsehsenders sind ebenfalls sehr lange dort und wechseln sich immer wieder ab. Solide Berichterstattung hält uns allen die Opfer im Gedächtnis. Hilfe wird ja noch auf Jahre benötigt.&lt;br /&gt;Im Gästebuch ist eine lange Lücke zwischen einem Eintrag vom 9. März, in dem ein Fahrschüler, der aus Tokyo zu einem Intensivkurs angereist war, darüber staunt, wie kalt es im Norden noch ist, und dem nächsten Eintrag vom 25. März. Ein Einwohner von Kamaishi bedankt sich. Nach zwei Wochen hatten sein Sohn und er zum ersten Mal wieder genug Benzin, um die 42 km und zurück von Kamaishi nach Tohno zum Einkaufen zu fahren. Er hätte sich nicht träumen lassen, dass ihm im Hotel ein warmes Essen und ein Bad angeboten würden, beides das erste nach zwei Wochen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das einzige vom Beben zerstörte Gebäude in Tohno ist das Rathaus, aber es fällt auf, dass viele Häuser frisch gedeckte Dächer haben. Nach sieben Wochen sind die Erdbebenschäden an den Dächern schon behoben. Das Rathaus wurde in das einzige Kaufhaus am Ort ausgelagert und belegt dort ein halbes Stockwerk. Neben den Schaltern befindet sich die Abteilung für Damenmoden. Auf über der Hälfte der Fläche sind schwarze Kleider im Angebot: Trauerkleidung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Weg nach Kamaishi&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf der Strecke von Tohno nach Kamaishi sind am 1. Mai, 51 Tage nach dem Beben, bis auf einige fehlende Dachziegel und viele frisch gedeckte Dächer keinerlei Spuren von Verwüstung zu sehen. Am Ortseingang von Kamaishi sind die Convenience Stores geöffnet, gut bestückt und nehmen normale Preise.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unter der Brücke über den letzten Fluss vorm Hafen liegt ein wenig Bauschutt, plötzlich türmt er sich dann am Straßenrand zu Bergen auf. Die Hausfassaden sind eingedrückt, total zerstörte und teilweise ausgebrannte Autowracks säumen den Weg. Größere Straßen sind frei geräumt, aber nach nur einigen Schritten in die Seitengassen geht es durch den Schutt nicht weiter. An einigen Stellen, die unter den Meeresspiegel abgesunken sind, steht noch das Wasser. Die trockenen Stellen sind mit weißem Pulver bedeckt, nicht Kalk zum Desinfizieren, sondern getrocknetes Salz, eine eindeutige Markierung, wie weit das Wasser gekommen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor Kamaishi war ein 10 m hohes Bollwerk gegen Flutwellen errichtet worden, die Kosten dafür betrugen 200 Milliarden Yen, ungefähr 1,7 Milliarden Euro. Es war das höchste in der Welt und wurde trotzdem über- und weggespült. Stadtrat Goda verwehrt sich gegen Vorwürfe in der Presse, man hätte aus Hybris die Mauer nicht hoch genug gebaut. Sie haben nämlich dennoch die Fluten eine Weile zurückgehalten und so den Menschen fünf zusätzliche Minuten zur Flucht verschafft, außerdem wurden viele Stadtteile vor der Überflutung bewahrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ebenso hat eine erst sieben Tage vor der Katastrophe eröffnete Küstenstraße zwischen Kamaishi und Otsuchi, die weit oben am Hang verläuft, vielen Menschen das Leben gerettet. Wer die neue Straße noch nicht kannte und auf der alten mit dem Auto unterwegs war, wurde weggespült.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Kamaishi sind 20 Prozent der Häuser zerstört. Der zweite Tsunami, der zehn Minuten nach dem ersten kam und weitaus höher war, forderte die meisten Todesopfer, die wieder nach unten gegangen waren, um ihr Haus zu verbarrikadieren, von Hügeln nach Hause zurückkehrten, um Wertsachen zu sichern, oder sich auf den Weg vom ersten Fluchtort in die designierten Aufnahmelager machten. Von 40.000 Einwohnern sind 801 tot aufgefunden worden, 124 davon konnten noch nicht identifiziert werden. 554 werden noch vermisst und 2.396 leben in Notunterkünften.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Otsuchi&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im benachbarten Otsuchi wurden über 80 Prozent der Häuser zerstört. Nach dem Beben trug der Tsunami brennendes Öl aus einem Kombinat am Hafen in die Stadt, nach der Feuersbrunst sind nur noch Haufen ausgebrannter Autos und einige Betonteile zu sehen. Vielen Einwohnern ist die Flucht nicht gelungen. Sie kannten sich mit Tsunamis aus und beobachteten das Meer, ob es sich zurückziehen würde, was ein typischer Vorbote in seichten Gewässern ist. Niemand konnte wissen, dass der Seeboden sich in Küstennähe durch das Beben stark abgesenkt hatte und der Wasserpegel somit gleich blieb.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von 16.000 Einwohnern wurden 700 tot geborgen. 1.000 werden noch vermisst. Auf einer Anhöhe in 200 m Entfernung vom Hafen Otsuchi steht ein Gymnasium. Minuten nach dem Beben raste eine 10 m hohe Wasserwand auf die Schule zu und überflutete die unteren drei Stockwerke. Die meisten Leichen in Otsuchi sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Alle Zahnarztpraxen mit ihren Unterlagen sind ebenfalls weggespült und verbrannt worden, sämtliche Zahnärzte sind ums Leben gekommen. Wenn möglich wird die Identifizierung daher anhand von Daten wie vermutetem Aufenthalts- und späterem Fundort vorgenommen, so beispielsweise ein Busfahrer, der am Steuer seines ausgebrannten Fahrzeugs gefunden wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Häuserruinen werden an ganz anderen Orten gefunden als wo sie gestanden hatten, und wo die Straßen verliefen ist nicht zu sehen. Deshalb werden bei den Aufräumarbeiten Fotoalben geborgen und vorsichtig gereinigt, während alles andere, ohne Rücksicht auf Eigentumsverhältnisse, abgeräumt wird. Die gefundenen Fotos werden in der Ruine des Gymnasiums ausgestellt, um erstens Menschen ihre Erinnerungen zu erhalten, und zweitens und fast noch wichtiger, anhand der Fotos beziehungsweise ihrer Fundorte Anhaltspunkte darauf zu erhalten, wo das Haus gestanden und wer darin gewohnt hat. Dadurch wird die Identifizierung erleichtert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die aufräumenden Soldaten müssen nach jeweils fünf Tagen abgezogen werden, denn länger ist der Einsatz psychisch nicht zu ertragen. Früher war es schlimm und selten, eine Leiche zu finden. Nunmehr ist es erleichternd und für die Menschen fast ein Anlass zur Freude, weil so ein Abschluss gefunden wird.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-PoivkA5jg74/TcP3d53SHCI/AAAAAAAAAP4/CDZeMeW5Euk/s1600/B%25C3%25BCrgermeister%2BNoda%2Bund%2BPaulines%2BBus.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://3.bp.blogspot.com/-PoivkA5jg74/TcP3d53SHCI/AAAAAAAAAP4/CDZeMeW5Euk/s320/B%25C3%25BCrgermeister%2BNoda%2Bund%2BPaulines%2BBus.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Stadtrat Godas größte Furcht ist, dass die Kommune auseinander gehen wird, weil die Industrien nicht zurückkommen und daher keine Arbeitsplätze erhalten bleiben. Neben der Fischerei waren ein Stahlwerk und eine Fabrik für Roboter-Bauteile die Hauptarbeitgeber in Kamaishi. 90 Prozent der Fischerboote im gesamten Katastrophengebiet wurden zerstört, Stahlwerk und Fabrik liegen in Ruinen. Vereinsamung ist eine weitere Sorge. Viele alte Menschen, die eigentlich in ihre Häuser zurückkehren könnten, kommen nach wenigen Tagen wieder in die Aufnahmelager zurück. Dort gibt es zwar keine Privatsphäre, dafür aber Gemeinschaft und etwas Unterhaltung, so dass die Enge als kleineres Übel zum Leben in einer zur Geisterstadt gewordenen Nachbarschaft erscheint.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Shinsei-Kamaishi Kirche&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Gott, hilf mir!&lt;br /&gt;Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.&lt;br /&gt;Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist;&lt;br /&gt;Ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;(Psalm 69, 2-3)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vom Hafen breitet sich die Stadt Kamaishi ebenerdig für etwa 500 m zu fjordähnlichen Bergen hin aus. Die Shinsei-Kamaishi Kirche ist an den Berghang gebaut.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-P29grOHJZbc/TcP4IYqTPdI/AAAAAAAAAQA/D9jcRX1y6us/s1600/Beratungszelt%2BKamaishi%2BKirche.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://2.bp.blogspot.com/-P29grOHJZbc/TcP4IYqTPdI/AAAAAAAAAQA/D9jcRX1y6us/s320/Beratungszelt%2BKamaishi%2BKirche.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Vor Beginn des Gottesdienstes am 1. Mai kommt ein Ehepaar aus einer Vorstadt von Tokyo mit dem Fahrrad. Sie haben über 500 km einen Gaskocher mitgebracht, um frischen Kaffee auszuschenken. Nachdem alle bedient sind, sammeln sie die Becher ein und fahren weiter zur nächsten Station. Ein Notarztwagen aus Osaka steht vor der Kirche als provisorische Krankenstation, ein Arzt aus Nepal leistet Dienst. Unter einem Baldachin sind Helfer versammelt, unter ihnen eine ausgebildete Psychologin aus Yokohama, die jeden Passanten begrüßt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor der Kirche steht eine Tafel mit einer Liste der Hilfsgüter, die ausgeteilt werden. Windeln, Wasser, Notrationen, Schuhe und anderes sind zu haben. Die Liste daneben für Dinge, die benötigt werden, ist leer. Was die Menschen wirklich brauchen sind Autos und Geld, um vor der Stadtgrenze einkaufen zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Gottesdienst haben sich 50 Gläubige aus ganz Japan eingefunden, Einwohner von Kamaishi, deren Angehörige aus anderen Städten, Helfer und Besucher. Der Kirchenraum ist weiß gestrichen, auf 4 m Höhe zieht sich waagerecht eine schmutzig-graue Linie. So hoch stand das Wasser. Unter dem Kreuz an der Altarseite ist die Wandverkleidung über eine Länge von 5 m weggedrückt worden, das Isoliermaterial liegt frei.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-YDJr6do0Pik/TcP2H3Z4RaI/AAAAAAAAAPo/aZuOjs51e-0/s1600/Gottesdienst%2B1.%2BMai.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://1.bp.blogspot.com/-YDJr6do0Pik/TcP2H3Z4RaI/AAAAAAAAAPo/aZuOjs51e-0/s320/Gottesdienst%2B1.%2BMai.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Pfarrer Yanagiya trägt, wie die meisten japanischen Pfarrer, keinen Talar. Es gibt keinen Altar und keine Kanzel, deshalb sitzt er vor der Gemeinde an einem Tisch. Er eröffnet den Gottesdienst, indem er die Anwesenden gruppenweise vorstellt. Alle werden mit kurzem Applaus begrüßt. Anstelle von Gesangbüchern, die das Meer sich geholt hat, sind das erste Lied und das Vaterunser in großer Schrift auf eine Tafel geschrieben. Für die weiteren Lieder spricht ein Gemeindemitglied den Text satzweise in die Atempausen. Die Musik trägt ein Geiger bei, der auch die Lieder begleitet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Gebet spricht er davon, dass seit dem Beben und der Welle knapp zwei Monate vergangen sind. Es ist Mai geworden. Auch in Nordjapan blühen nun die Kirschen und der Frühling hat begonnen. Aber am 11. März ist für ihn die Zeit stehen geblieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er beginnt zu weinen und braucht einige Sekunden, um sich zu sammeln. Er ist nicht der Einzige, und es bleibt nicht beim einen Mal.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-1jBWR39-CRc/TcP16oYlSRI/AAAAAAAAAPg/rRYtbdHgqnw/s1600/gefluteter%2BFl%25C3%25BCgel.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="320" width="240" src="http://1.bp.blogspot.com/-1jBWR39-CRc/TcP16oYlSRI/AAAAAAAAAPg/rRYtbdHgqnw/s320/gefluteter%2BFl%25C3%25BCgel.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;In der Kirche gibt es auch nach sieben Wochen noch keinen Strom, und zwar fließendes Wasser, aber keine Abwasserleitungen. Natürlich wünschen sich alle Gemeindemitglieder eine schnelle Wiederherstellung der Infrastruktur, andererseits ist allen bewusst, dass sie nicht zu ihrer alten Realität zurückkehren können. Daher wird überlegt, einige Stellen nicht zu reparieren, und beispielsweise keinen neuen Flügel zu kaufen, sondern den alten zu reinigen und ewig verstimmt weiter zu benutzen. Die Wunden verheilen, aber Narben bleiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Predigt zu Johannes 20, 19-31 behandelt, wie der Jünger Thomas nicht an die Berichte von Jesu Auferstehung glauben will, ohne den Herrn mit seinen eigenen Augen gesehen und seine Wunden befühlt zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne die Verwüstungen vor Ort mit eigenen Augen gesehen zu haben, kann man nicht glauben und verstehen, was die Bilder im Fernsehen zeigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne einen Tsunami von 10 m Höhe und mehr zu sehen, kann man nicht glauben und verstehen, was die Natur für Kräfte hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne die Hand in die Wunden zu legen, kann die Gemeinde keinen Glauben in an die Auferstehung der Stadt und ihres Lebens fassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christus musste sterben, um aufzuerstehen, musste Wunden erleiden, um zu sterben. Und so mögen die Wunden der Stadt der Anfang ihrer Wiederbelebung sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anstelle des Abendmahls wird durch das Teilen eines Brotlaibs an die Stunden und Tage nach der Welle erinnert. Die wenigen, die etwas Essbares hatten, haben es geteilt mit den vielen, die nichts hatten. Es hat für alle gereicht, bis Hilfsgüter angeliefert werden konnten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Gottesdienst wird ein selbstgebackenes Brot vom Pfarrer in fünf Stücke gebrochen, die er den Teilnehmern in der ersten Reihe reicht. Jeder bricht sich etwas ab und gibt den Rest weiter. Weil es kein Abendmahl ist, können auch Kinder und Nichtgetaufte teilnehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und wie bei der Speisung der 5.000 kommt tatsächlich viel wieder vorne an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Gott ist unsere Zuversicht und Stärke,&lt;br /&gt;eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.&lt;br /&gt;Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge&lt;br /&gt;und die Berge mitten ins Meer sänken,&lt;br /&gt;wenngleich das Meer wütete und wallte&lt;br /&gt;und von seinem Ungestüm die Berge einfielen.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;(Psalm 46, 2-4)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Kamaishi-Hoiku-en Hort&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-D3Q7znxsVLk/TcPzuJJ2EhI/AAAAAAAAAPA/YUvYQMHMbUo/s1600/Kamaishi%2BHoikuen.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://4.bp.blogspot.com/-D3Q7znxsVLk/TcPzuJJ2EhI/AAAAAAAAAPA/YUvYQMHMbUo/s320/Kamaishi%2BHoikuen.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Frau Fujiwara läuft nach dem Gottesdienst zum ersten Mal seit einigen Wochen auf den von ihr geleiteten „Kamaishi Hoiku-en“-Hort zu, und stellt mit Freude fest, dass die Straße wieder sauber sei. Dabei ist es tatsächlich nur die Fahrbahn selbst, die Häuser liegen in Ruinen, Autowracks und Müll versperren den Bürgersteig. In der ersten Zeit nach dem Beben, als sie nach Akten und brauchbaren Sachen suchen kam, waren die Straßen durch Schlamm, Schutt und tote Körper unpassierbar. Jetzt steht eine Kiste mit gelben, kindersicheren Scheren vor dem Eingang, die Helfer geborgen und gereinigt haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am 11. März machten 78 Kinder im Alter von null bis fünf Jahren Mittagsschlaf, als die Erde sich um 14.46 Uhr aufbäumte. Der Hort liegt weniger als 500 m vom Hafen entfernt am Kopf einer Sackgasse, die geradeaus zum Berg an der Kirche führt, und macht regelmäßig Evakuierungsübungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kinder schliefen im Erdgeschoss und waren nach nur zehn Minuten in Bollerwagen gepackt oder in Schlangen aufgestellt, und mit den sechs Erziehern und einem Verwaltungsangestellten zum Abmarsch bereit. Nicht nach Plan lief, dass die Straße vor dem Hort schon dann komplett mit Autos verstopft war. Weder die Bollerwagen, noch die benachbarte Feuerwehr konnten ausrücken. Ebenfalls anders als in den Übungen wurde über das öffentliche Lautsprechersystem nicht vor einem Tsunami, sondern vor einem Super-Tsunami gewarnt. Niemand wusste zwar, ab wann ein Tsunami zu einem Super-Tsunami wird, aber das nie vorher gehörte Wort versetzte sie in Furcht. Frau Fujiwaras Erinnerungen sind nicht ganz klar, sie meint, dass entweder die Feuerwehrleute oder die Lautsprecher ankündigten, eine Wasserwand von 10 m rase auf die Stadt zu. Vielleicht, so sagt sie, hat sie das aber auch erst später in ihre Erinnerungen eingebaut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jedenfalls entschied sie, anstelle zur 500 m entfernten Grundschule, die als Fluchtpunkt vorgeschrieben war, die 100 m geradeaus zum Park auf dem Berg zu gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Entscheidung hat allen Kindern in ihrer Obhut das Leben gerettet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem die Kinder mittels einer Menschenkette auf den Hügel getragen waren, ging der Verwalter, Herr Yahata, noch mal zurück. Es war ein kalter Tag, und die Kinder trugen nur ihren Schlafanzug, also wollte er aus dem Hort Decken für sie holen. Er griff einige Futons, wieder aus der Tür heraus hörte er fürchterliches Getöse, ließ die Futons fallen und rannte um sein Leben. Sofort nachdem er den Hügel wieder erreicht hatte, schlugen von links und rechts die Fluten zusammen und setzten die Stadt 4 m unter Wasser. Viele Fahrer in den Autos, die die Straße blockiert hatten, wurden weggeschwemmt. Andere überlebten die Nacht an Strommasten festgeklammert, bis sich morgens das Wasser zurückzog.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-31cgC-Rvi8I/TcPzurpYUYI/AAAAAAAAAPI/H70FSxtsfJs/s1600/Spielplatz%2BHoikuen.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="320" width="240" src="http://4.bp.blogspot.com/-31cgC-Rvi8I/TcPzurpYUYI/AAAAAAAAAPI/H70FSxtsfJs/s320/Spielplatz%2BHoikuen.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Sechs Kinder wurden noch von ihren Eltern abgeholt, bevor die Welle ankam. Sie sind ums Leben gekommen. Andere Kinder haben ihre Eltern verloren, die sie in der Grundschule abholen wollten und nach dem ersten Tsunami Richtung Hort aufbrachen, als sie sie dort nicht fanden. Auf dem Weg wurden sie vom zweiten Tsunami erwischt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die nächsten drei Tage und Nächte mussten die Kinder und Erzieher ohne frisches Wasser und ausreichendes Essen im benachbarten Krankenhaus ausharren. Keines der Kinder soll geweint haben, sie standen zu sehr unter Schock.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vom Hort stehen nur noch die Außenwände. Auf dem Spielplatz im Garten türmt sich Schutt, Autowracks wurden bis in die Räume getragen. Am 1. April hat er 8 km landeinwärts wieder geöffnet. Ein gerade erst geschlossenes Kindergartengebäude wurde von der Stadt ohne Miete zur Verfügung gestellt, und kann für drei Jahre benutzt werden. 38 Kinder, inklusive einiger Neuzugänge, sind zurückgekehrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Osanago-Yochien Kindergarten&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Kindergarten Osanago-Yochi-en in Otsuchi liegt 400 m vom Meer entfernt. Als die Erde bebte, warteten die letzten 17 Kinder und sieben Erzieherinnen gerade auf den Bus. Die Erzieherinnen erinnerten sich an einen 50-cm-Tsunami vor einigen Jahren, und entschieden, die Kinder zu einem benachbarten Tempel zu evakuieren. Von dort wurden sie weiter auf einen Berg geschickt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach nur zehn Minuten stand das Wasser im Kindergarten 2,20 m hoch. Spielplatzgeräte wurden später über 100 m landeinwärts gefunden, im Vorgarten lagen vier Leichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Büro hatte die Leiterin kurz vor dem Beben die Abschlussurkunden für den ältesten Jahrgang in Mappen gespannt und diese aufgeschlagen auf dem Schreibtisch liegen lassen. Am Tag nach dem Beben lagen sie wieder genau am gleichen Platz, trocken und unbeschädigt. Sie müssen auf dem eindringenden Wasser getrieben und wieder herabgesunken sein. Die Erzieherinnen haben sie einzeln an die Familien überbracht, als sie Besuche machten, um sich nach dem Schicksal der Kinder zu erkundigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von den 17 Kindern sind alle bis auf eins, das von der Mutter noch abgeholt wurde und mit ihr ertrunken ist, gerettet worden. Sie haben die nächsten Tage mit den Erzieherinnen im Aufnahmelager verbracht, bis die Familien sie abholen konnten.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-ymgt-QTUrIU/TcP5hkRn0-I/AAAAAAAAAQI/xz3Lbrhf48A/s1600/Osanago%2BKindergarten.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://3.bp.blogspot.com/-ymgt-QTUrIU/TcP5hkRn0-I/AAAAAAAAAQI/xz3Lbrhf48A/s320/Osanago%2BKindergarten.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Die Leiterin, Frau Hakoyama, eine 80-jährige Dame, will ihr Lebenswerk nicht aufgeben, und mit einem funktionierenden Kindergarten und kommunalen Zentrum die Rückkehr in den Ort erleichtern. Die Erzieherinnen haben einen Monat lang geputzt und geräumt, erst allein, nach zwei Wochen mit Helfern. Anfänglich war Otsuchi für Freiwillige gesperrt, nur die SDF kümmerte sich um Rettung und Bergung, weil die Gase nach der Feuersbrunst für zu gefährlich gehalten wurden. Wasser gibt es erst seit dem 30. April wieder.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von den ursprünglich 64 Kindern sind 34 weiterhin eingeschrieben, jeden Tag kommen ungefähr 20, nur zwei davon wohnen noch in ihrem alten Haus. Die anderen sind bei Verwandten oder in Aufnahmelagern untergekommen, teilweise über 20 km entfernt. Sie können oft erst spät abends abgeholt werden. Anders als ein Hort haben Kindergärten keine Küche, und viele Eltern können in den Notlagern keine Essenspakete zubereiten. Also helfen alle mit, die eine funktionierende Küche haben.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-Hoi_V1_Z_XM/TcP0hpk2HCI/AAAAAAAAAPQ/SDJNmYNsFY0/s1600/Osanago%2BLeitung.jpg" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://2.bp.blogspot.com/-Hoi_V1_Z_XM/TcP0hpk2HCI/AAAAAAAAAPQ/SDJNmYNsFY0/s320/Osanago%2BLeitung.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Draußen dürfen die Kinder nicht spielen, weil aus den ausgebrannten Ruinen weiterhin Schadstoffe und Gerüche herüberwehen. Die Fußbodenheizung im Kindergarten ist vom Wasser zerstört worden und die Wände sind feucht, aber strukturell wurde das Gebäude nicht stark beschädigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele Kinder weigern sich, zurück zu kommen, weil sie den Stress der täglichen Fahrt durch die Ruinenlandschaft nicht ertragen. Die Kinder, die kommen, spielen „Rennt-der-Tsunami-kommt!“ und klammern sich bei Nachbeben an die Erzieherinnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle 34 Kinder haben entweder ihren Vater, der am Arbeitsplatz ausharrte, oder ihre Mutter, die sie abholen wollte, oder ihre Großeltern, die die Flucht nicht schafften, verloren. Alle 34. Und von den 47 Kindern, die am Tag des Bebens nicht anwesend oder schon nach Hause gegangen waren, berichten die Erzieherinnen nicht, nachfragen verbietet sich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Notunterkunft in der städtischen Sporthalle Kamaishi&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Überlebenden teilen sich in zwei Gruppen: Menschen, die eine Aufgabe gefunden haben, und Menschen, die passiv und resigniert in den Notunterkünften sitzen. Erstere sind gesprächig und freuen sich über Interesse. Alle, die mit dem Leben davongekommen sind, haben andere beobachten müssen, die es nicht geschafft haben. Um sich selbst zu retten, mussten viele von ihnen aufgeben, anderen zu helfen. Im Gespräch ist sofort zu spüren, wer von ihnen Angehörige verloren hat: sie stehen unter enormem Druck, die Fassung zu bewahren, aber nach einigen Minuten bricht es doch aus ihnen heraus und sie erzählen ihre Geschichte, wie viele Verwandte gestorben sind oder noch vermisst werden. Sie wirken dankbar, dafür, dass ihnen zugehört wird, werden aber vielleicht nach dem Ansturm der Helfer während der Feiertage in ein neues Loch fallen.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-UO5jrsEJzGY/TcPy5PONRcI/AAAAAAAAAOw/MhuQv1S2YtI/s1600/Maruki.jpg" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://3.bp.blogspot.com/-UO5jrsEJzGY/TcPy5PONRcI/AAAAAAAAAOw/MhuQv1S2YtI/s320/Maruki.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Herr Maruki, der Chef vom Hotel Sunroute am Hafen von Kamaishi und Vorsitzender des Sozialvereins der Stadt, wurde nach einem späten Mittagessen daheim mit Freunden an seinem freien Tag vom Beben überrascht, als diese gerade gegangen waren. Seine Frau hörte beim Abwaschen ein Geräusch, wie fünf oder sechs Düsenjäger im Tiefflug auf das Haus zu rasen. Weil normalerweise keine Militärflüge über Kamaishi stattfinden, schaute sie aus dem Fenster und sah, wie der Tsunami über das Bollwerk kam. Zusammen machten sie sich Richtung Berg auf, die meisten Nachbarn hörten nicht auf ihre Warnungen, hielten das Bollwerk, welches ja das größte in der Welt war, für sicher und starrten der Gefahr ins Auge. Die Marukis haben sich nur einmal umgedreht, dann sind sie um ihr Leben gerannt. Die Welle war höher als sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Herr Maruki, dem Haus und Arbeitsplatz weggespült wurden, und der nur mit dem nackten Leben davon kam, fühlt sich seit dem 11. März wie im falschen Film, als hätte jemand mit einer großen Fernbedienung den Kanal im Fernseher seines Lebens umgestellt. Viele obdachlos gewordene stehen wie gelähmt vor den Trümmern, wissen nicht, wo sie anfangen sollen. Eine Stelle frei zu räumen bringt die Stadt, das Haus, das alte Leben nicht zurück, und keine einzelne Stelle scheint wichtiger als irgendeine andere. Es ist kaum möglich, sich einen Ruck zu geben. So fällt den Freiwilligen die wichtige Rolle zu, loszuschaufeln, wo sie gerade stehen, den ersten Schritt zu tun. Daher wird vom Stadtrand in Richtung Hafen gearbeitet.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-zJVsX1fILqc/TcPzI6jMGDI/AAAAAAAAAO4/3LhjuGVTZ7U/s1600/Provisorische%2BH%25C3%25A4user.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://1.bp.blogspot.com/-zJVsX1fILqc/TcPzI6jMGDI/AAAAAAAAAO4/3LhjuGVTZ7U/s320/Provisorische%2BH%25C3%25A4user.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Jetzt koordiniert Herr Maruki die Verteilung der Hilfsgüter in Kamaishi, und lebt selbst in einer als Notunterkunft dienenden städtischen Sporthalle. Priorität hat für ihn der Bau von Häusern, um den Menschen ein Licht am Ende des Tunnels zu zeigen. 3.200 Einheiten sollen für Kamaishi und Otsuchi gebaut werden, aber es gibt kaum verfügbare Flächen. Ebener Grund ist nur in Küstennähe, die Gebiete dort sind verwüstet, oftmals unter den Meeresspiegel abgesunken, und der Boden langfristig durchnässt. Die Regierung musste die Bebauung aus Gründen der Tsunamigefahr weitflächig verbieten. Es stehen also nur Parks, Sportplätze und Schulhöfe zur Verfügung.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-gZ8CiWaKEuE/TcP1T7FGPgI/AAAAAAAAAPY/7IFl5vzvc9U/s1600/Arbeitspl%25C3%25A4tze%2Bf%25C3%25BCr%2BSch%25C3%25BCler.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="320" width="240" src="http://3.bp.blogspot.com/-gZ8CiWaKEuE/TcP1T7FGPgI/AAAAAAAAAPY/7IFl5vzvc9U/s320/Arbeitspl%25C3%25A4tze%2Bf%25C3%25BCr%2BSch%25C3%25BCler.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ein Fertighaus mit zwei Zimmern, Küche und Bad kostet 5 Millionen Yen, etwas mehr als 40.000 Euro. Das Rote Kreuz stellt in jede Wohnung ein 6er-Set an Geräten: Kühlschrank, Klimaanlage, Waschmaschine, Herd und Spüle, Mikrowelle, Fernseher. Die Regierung hat versprochen, bis Ende August mit dem Bau fertig zu sein, aber die Marukis stellen sich auf eine längere Wartezeit ein. Als Ehepaar im Vorrentenalter ohne Kinder werden sie als letzte eine neue Wohnung zugeteilt bekommen, bis dahin leben sie in der Sporthalle, in der der einzige Ort, in dem man nicht den Blicken der anderen ausgesetzt ist, zwei in der Halle aufgebaute Campingzelte sind. Und die sind den Kindern für ihre Hausaufgaben vorbehalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-eYbbfQJDZg0/TcP2ZQmPuAI/AAAAAAAAAPw/hUVur4l772I/s1600/Stadtr%25C3%25A4te%2Baus%2BMiyazaki%2Bkochen%2Bvor%2Bder%2BNotunterkunft.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="320" width="240" src="http://2.bp.blogspot.com/-eYbbfQJDZg0/TcP2ZQmPuAI/AAAAAAAAAPw/hUVur4l772I/s320/Stadtr%25C3%25A4te%2Baus%2BMiyazaki%2Bkochen%2Bvor%2Bder%2BNotunterkunft.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Er appelliert auch an die Stadt, das Rathaus am alten Ort im Hafenbezirk wieder aufzubauen, trotz der Tsunamigefahr. Die Einwohner müssen wohl oder übel das Rathaus besuchen, und mit dem Publikumsverkehr würden auch Geschäfte und Restaurants in die Einkaufstraße zurückkehren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das alles erklärt er lächelnd und mit viel Energie, während seine Frau einer aus der Präfektur Miyazaki in Südjapan angereisten Gruppe beim Kochen von Eintopf für 200 Personen hilft. Er sagt aber auch: Wir weinen bis zur Brust, darüber strengen wir uns an, zu lächeln und das Leben in die Hand zu nehmen. Und zum Abschied sagt er uns: Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich nicht so gewaltig anstrengen müssen, wie wir es jetzt tun müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Beethovens Neunte&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genauso wie Herr Maruki steht der Hochschullehrer Prof. Yamazaki vor dem Nichts und weigert sich, vor dem Aus zu stehen. Auch er ist mit seiner Frau vor dem Tsunami weggelaufen und mit dem nackten Leben entkommen. Jetzt leben sie in einem buddhistischen Tempel, der als Notunterkunft dient, und von dessen Parkplatz sie dem Tsunami zusehen mussten, wie er ihr Haus zerstörte. Die ersten zehn Tage waren dort bis zu 530 Flüchtlinge untergebracht, es war zu eng, um im Sitzen oder Liegen die Beine auszustrecken, es gab keine Kleidung zum Wechseln und kein Bad.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-TXwHwB1Oytw/TcPylWW2tSI/AAAAAAAAAOo/5XZRCOBbO9g/s1600/Dirigent%2BYamazaki%2Bu%2BEhefrau.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://1.bp.blogspot.com/-TXwHwB1Oytw/TcPylWW2tSI/AAAAAAAAAOo/5XZRCOBbO9g/s320/Dirigent%2BYamazaki%2Bu%2BEhefrau.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Prof. Yamazaki ist Musiker. Seit 33 Jahren wird in Kamaishi am zweiten Sonntag im Dezember Beethovens Neunte Symphonie aufgeführt. Schon die Mittelschüler üben die Chorpartien, sogar Kindergartenkinder und Grundschüler singen kurze Passagen mit. Begleitet werden sie von Orchestern, die hauptsächlich aus Tokyo anreisen. Prof. Yamazaki dirigiert seit einigen Jahren. Als Zugabe gibt es traditionell den Schlusschor mit 1.500 Stimmen: das Publikum singt mit und viele reisen deshalb aus ganz Japan zu dem Konzert an, um in den Chor einzustimmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aufführungsort war die Stadthalle, die vom Tsunami schwer beschädigt wurde und wahrscheinlich abgerissen werden muss. Viele Instrumente wurden weggespült, und Prof. Yamazaki hat seine Partitur mit eigenen Notizen verloren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt erst recht. Die Hürden wirken unüberwindlich, aber Kontinuität und Zusammengehörigkeitsgefühl, Mut und Hoffnung, und auch Stolz sind nötig, um Kraft aus der Zukunft zu schöpfen, wie Prof. Yamazaki es ausdrückt. Dieser Wunsch wird auch von unserem „Reiseführer“ Stadtrat Noda und vielen anderen wiederholt geäußert, so dass sie versuchen wollen, wahrscheinlich in kleinerem Rahmen, in einer Sporthalle und mit Begleitung durch mindestens ein Kammerorchester, jedenfalls diese Tradition ohne Unterbrechung weiterzuführen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele Bürger von Kamaishi wissen, dass im Berliner Dom, in der Philharmonie und an vielen anderen Orten Benefizkonzerte zugunsten Japans gehalten wurden. Das hat ihnen viel Kraft gegeben, und in Erinnerung gerufen, dass Musik zwar vielleicht nicht zum Leben unbedingt nötig ist, und daher in Kamaishi rational kaum Priorität hat, aber eben doch so viel bewirken kann, dass die Aufführung der Neunten Symphonie gerade dieses Jahr unverzichtbar ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Ortsausfahrt&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neben der Ortsausfahrt steht abends ein alter Mann am Straßenrand und schaut auf die Nummernschilder der wegfahrenden Autos. Jedes Mal, wenn er eines von außerhalb der Präfektur entdeckt, reißt er ein handgeschriebenes Schild hoch wie ein Nummerngirl zwischen den Runden beim Boxkampf:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Danke fürs Helfen!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Bis hierher: Text von Jesper Weber mit einigen Ergänzungen von E. Hübler-Umemoto. &lt;a href="https://picasaweb.google.com/116179025846094856652/IwateMai2011?authkey=Gv1sRgCPza99Ln1-PDSw&amp;feat=email#"&gt;Bilderalbum zum Text hier&lt;/a&gt;.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Ofunato und Rikuzentakata&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Ortschaften südlich von Kamaishi. Ofunato liegt in einem engen Fjordtal und ist zu einem Drittel zerstört. Die evangelische Kirche liegt etwas erhöht und ist vollständig erhalten. Pfarrer Muraya begrüßt uns und zeigt uns den Gemeinderaum, der zu einem Warenlager umfunktioniert wurde. Hier können sich die Menschen holen, was sie zum alltäglichen Leben brauchen: Windeln, Kleidung, Schuhe, Kinderspielzeug, Papier und Stifte, Zahnbürsten. Lauter Spenden, die aus ganz Japan gekommen sind.&lt;br /&gt;In der Kirche übernachtet eine Studentengruppe aus Tokyo, die über die goldene Woche als Helfer im Einsatz sind.&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-hPXSi08YUZg/TcPyQrReKdI/AAAAAAAAAOg/0OnW1y8-Pjk/s1600/Fluttor.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="320" width="240" src="http://2.bp.blogspot.com/-hPXSi08YUZg/TcPyQrReKdI/AAAAAAAAAOg/0OnW1y8-Pjk/s320/Fluttor.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Anschließend fahren wir nach Rikuzentakata, einer Nachbarstadt, die unsere Freunde, Ehepaar Yokoyama, oft besucht haben. Mit Entsetzen sehen wir die Stadt dem Erdboden gleich gemacht. Ein vorgelagerter Kiefernwald ist bis auf einen Baum nur noch an den abgebrochenen Stümpfen zu erkennen. Die Schutzmauer gegen Tsunamis ist weggespült, nur ein einsames Fluttor ist stehen geblieben. Zu den angrenzenden Bergen hin türmen sich die Schuttberge der Häuser, Autos und der vielen Gegenstände, die vorher diese Stadt gebildet haben. Die Straße, auf der wir fahren, ist ganz neu geteert, provisorisch wieder hergestellt für die schweren Räumfahrzeuge, die überall fahren, Metall von Brennbarem trennen und große Abfallberge errichten. Hier hatten die Menschen keine Überlebenschance. Zu weit entfernt waren die umgebenden Berge, zu weit entfernt für die meisten auch das Hotel mit seinen 7 Stockwerken, von denen die Tsunamiwellen bis zum 3. Stock gekommen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Frühling in Iwate&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-TgJ6SyiUyU4/TcPwJi2THrI/AAAAAAAAAOY/n0ygPjWJtME/s1600/Fr%25C3%25BChling%2Bin%2BIwate.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://3.bp.blogspot.com/-TgJ6SyiUyU4/TcPwJi2THrI/AAAAAAAAAOY/n0ygPjWJtME/s320/Fr%25C3%25BChling%2Bin%2BIwate.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Auf dem Rückweg fahren wir bewusst durch ein malerisch schönes Tal, gesäumt von Bergen bedeckt mit Mischwäldern, die sich in den verschiedensten frühlingshaften Grün-, Rot- und Gelbtönen zeigen. An allen Ecken, auch in den Wäldern, immer wieder blühende Kirschbäume. Die Straßenränder gesäumt von endlosen Reihen von Osterglocken, tiefrosa Steingarten-Blüten in großen Flächen in den Gärten, vom Wasser schimmernde Reisfelder vor einem tiefblauen Himmel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Natur, die sich so grauenvoll, so zerstörerisch gezeigt hat, hier zeigt sie ihr liebliches Gesicht. Auch in diesem Jahr ist Frühling geworden und wir halten uns fest an dieser Schönheit, um ertragen zu können, was wir gesehen haben.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-aDssLd4fvUg/TcPvKP8Fl2I/AAAAAAAAAOA/3YGN5B28ok0/s1600/L%25C3%25B6wenkost%25C3%25BCm.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="320" width="240" src="http://3.bp.blogspot.com/-aDssLd4fvUg/TcPvKP8Fl2I/AAAAAAAAAOA/3YGN5B28ok0/s320/L%25C3%25B6wenkost%25C3%25BCm.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;In Tohno ist Frühlingsfest mit traditionellem Löwentanz. Lokale Tanzgruppen treten auf, zwischendrin Musiker aus der Gegend, die aber jetzt in Tokyo arbeiten. Sie sind angereist, um den Menschen in ihrer Heimat neuen Mut und neue Kräfte zu geben durch die Musik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In „normalen“ Jahren sind in dieser Zeit auch viele Touristen unterwegs. In diesem Jahr haben die vielen freiwilligen Helfer die Quartiere zum Übernachten besetzt. So ist das Publikum des Festes nur klein, aber man spürt den Zusammenhalt der Menschen und den Willen, etwas füreinander zu tun.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-AzsOjlii6n0/TcPvKqazfOI/AAAAAAAAAOQ/ELvgX3nH9Pc/s1600/Fr%25C3%25BChlingsfest%2Bin%2BTono.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://3.bp.blogspot.com/-AzsOjlii6n0/TcPvKqazfOI/AAAAAAAAAOQ/ELvgX3nH9Pc/s320/Fr%25C3%25BChlingsfest%2Bin%2BTono.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-Ke9_p-maImE/TcPvKcVGhCI/AAAAAAAAAOI/UnbY8vCkQJc/s1600/L%25C3%25B6wentanz%2Bin%2BTono.JPG" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://1.bp.blogspot.com/-Ke9_p-maImE/TcPvKcVGhCI/AAAAAAAAAOI/UnbY8vCkQJc/s320/L%25C3%25B6wentanz%2Bin%2BTono.JPG" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;b&gt;Abreise&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am folgenden frühen Morgen verabschieden wir uns von den Wirtsleuten, die nach alter Ryokan (japanisches Gasthaus)-Tradition alle vor der Haustür stehen und sich zum Abschied tief verbeugen. Ein Familienbetrieb, bestehend aus dem Besitzerehepaar, der Tochter, einer Tante und dem Enkel, der kocht. Sie haben alle seit dem 11. März keinen freien Tag gehabt, aber sie sind sehr freundlich und hilfsbereit. Auch sie sind Erdbebenhelfer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kamaishi, wir werden sicher wieder kommen, um den Menschen auf unsere bescheidene, eher symbolische Weise Mut zu geben, den Wiederaufbau zu wagen.&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Elisabeth Hübler-Umemoto&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Bilderserie zu oben stehendem Bericht finden Sie im &lt;a href="https://picasaweb.google.com/101541081916451264268/ReiseInsErdbebengebietKamaishiInDerIwatePrafekturUndUmgebungImMai2011?authkey=Gv1sRgCKCn-ZuBzb-z5QE#5603047688142471602"&gt;Webalbum&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-6021591213538734659?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/6021591213538734659/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/05/bericht-aus-iwate-30-april-4-mai-2011.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/6021591213538734659'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/6021591213538734659'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/05/bericht-aus-iwate-30-april-4-mai-2011.html' title='Bericht aus Iwate, 30. April - 4. Mai 2011'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/-PoivkA5jg74/TcP3d53SHCI/AAAAAAAAAP4/CDZeMeW5Euk/s72-c/B%25C3%25BCrgermeister%2BNoda%2Bund%2BPaulines%2BBus.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-4567993371876628321</id><published>2011-04-22T23:15:00.005+09:00</published><updated>2011-04-23T01:57:32.502+09:00</updated><title type='text'>Bericht von Pfarrer Ota</title><content type='html'>Das Ehepaar Ota hat trotz der Erschöpfung von der Reise dem Gemeindekirchenrat in seiner Sitzung am Abend des 19. April von den Eindrücken und Erfahrungen aus der Katastrophenregion berichtet, von wo sie am selben Tag zurückkamen.&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-7aWYkjuHwn4/TbGJgknSSDI/AAAAAAAAAM8/jWXj3daPOBk/s1600/201104kamaishi.zerstoert.gif" imageanchor="1" style="margin-left:1em; margin-right:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://4.bp.blogspot.com/-7aWYkjuHwn4/TbGJgknSSDI/AAAAAAAAAM8/jWXj3daPOBk/s320/201104kamaishi.zerstoert.gif" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fotos, die die Otas mitgebracht haben, zeigen die Notwendigkeit für sofortige Hilfe auf drastische Weise.&lt;br /&gt;Der Fokus unserer Unterstützung liegt zur Zeit auf dem Kindergarten im Ort Osanago und dem Kinderhort in Kamaishi.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-xZpoH-LUaqE/TbGKHQZkUHI/AAAAAAAAANE/UW5QmTirSAc/s1600/201104osanagoyochien.gif" imageanchor="1" style="margin-left:1em; margin-right:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://1.bp.blogspot.com/-xZpoH-LUaqE/TbGKHQZkUHI/AAAAAAAAANE/UW5QmTirSAc/s320/201104osanagoyochien.gif" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Das Gebäude des Kinderhorts wurde schwer beschädigt, und der Kinderhort musste in ein 8 km entferntes Gebäude verlegt werden. &lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-z1aTWPiVa6c/TbGK0HovcuI/AAAAAAAAANM/VZogsTNfGJw/s1600/201104kamaishihoikuen.gif" imageanchor="1" style="margin-left:1em; margin-right:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://3.bp.blogspot.com/-z1aTWPiVa6c/TbGK0HovcuI/AAAAAAAAANM/VZogsTNfGJw/s320/201104kamaishihoikuen.gif" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Kinderhort benötigt dringend 2 Kleinwagen für den Kinderhortleiter sowie für die Mitarbeiter. Wir haben 2 gebrauchte Autos ausfindig gemacht, die wir von Ihren Spenden kaufen und zur Verfügung stellen werden.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-yQ6KsStyrKs/TbGLLM2mtuI/AAAAAAAAANU/7FzK42RP0Uk/s1600/201104kamaishi.helfer.gif" imageanchor="1" style="margin-left:1em; margin-right:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://2.bp.blogspot.com/-yQ6KsStyrKs/TbGLLM2mtuI/AAAAAAAAANU/7FzK42RP0Uk/s320/201104kamaishi.helfer.gif" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ausserdem wünscht sich der Kindergarten in Osanago ein Klavier, welches wir eventuell gespendet bekommen.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-SsPqEBjeslo/TbGL6pYd-YI/AAAAAAAAANc/Y6VVJnyoOWg/s1600/201104kamaishi.gemeinde.gif" imageanchor="1" style="margin-left:1em; margin-right:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://3.bp.blogspot.com/-SsPqEBjeslo/TbGL6pYd-YI/AAAAAAAAANc/Y6VVJnyoOWg/s320/201104kamaishi.gemeinde.gif" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einige Mitglieder unseres Gemeindekirchenrates werden Ende der nächsten Woche zu den betroffenen Gemeinden reisen, um uns ein eigenes Bild machen zu können, und über die weitere Verwendung Ihrer Spenden zu entscheiden.&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-JFV49hK649k/TbGMLUGBpYI/AAAAAAAAANk/IxJPgBYgPVo/s1600/201104shinseikamaishikyokai.gif" imageanchor="1" style="margin-left:1em; margin-right:1em"&gt;&lt;img border="0" height="240" width="320" src="http://2.bp.blogspot.com/-JFV49hK649k/TbGMLUGBpYI/AAAAAAAAANk/IxJPgBYgPVo/s320/201104shinseikamaishikyokai.gif" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Die vielen eindrucksvollen Bilder sind auf unserer Homepage www.kreuzkirche-tokyo.jp zu sehen. Sie finden sie dort in unserem &lt;a href="http://www.kreuzkirche-tokyo.jp/fotoalbum.html"&gt;Fotoalbum&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-4567993371876628321?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/4567993371876628321/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/04/bericht-von-pfarrer-ota.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/4567993371876628321'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/4567993371876628321'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/04/bericht-von-pfarrer-ota.html' title='Bericht von Pfarrer Ota'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-7aWYkjuHwn4/TbGJgknSSDI/AAAAAAAAAM8/jWXj3daPOBk/s72-c/201104kamaishi.zerstoert.gif' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-2113210389139652378</id><published>2011-04-16T18:37:00.003+09:00</published><updated>2011-04-16T18:40:14.626+09:00</updated><title type='text'>16.04.2011</title><content type='html'>Die Ereignisse haben sich überschlagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der TüV Rheinland hat in der Deutschen Schule eine Veranstaltung zu Informationen zum Strahlenschutz durchgeführt. Die Erklärungen, was Sievert-Werte und Becquerel-Werte aussagen, hat ein klareres Bild von den tatsächlichen Geschehnissen rund um das Kraftwerk Fukushima 1 vermittelt. Das war sehr beruhigend, wenn auch klar war, dass die Gefahren nicht weg sind, aber beobachtet werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einige LehrerInnen bieten in den Räumen der Deutschen Schule pädagogische Betreuung für die SchülerInnen an, die in Tokyo geblieben oder zurück gekommen sind, damit sie zumindest die Gemeinschaft in den Schulräumen erfahren und nicht allein zu Hause die übers Internet verschickten Aufgaben bearbeiten müssen. &lt;br /&gt;Das Abitur des diesjährigen Doppeljahrgangs wird nun in Köln abgenommen werden. Die unterrichtenden LehrerInnen müssen dazu anreisen.&lt;br /&gt;Wann die deutsche Schule wieder offiziell öffnet, ist ungewiss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Manchmal habe ich Angst, dass die deutsche Community in Japan auseinanderfällt. Aber ich hoffe, dass die Familien, die ihre Kinder in Deutschland beschulen lassen, nach den Sommerferien zurückkehren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele Kinder haben ihre Eltern im Tsunami verloren. Und  auch Studenten in Tokyo stehen plötzlich ohne Unterstützung da, weil ihre Familien alles verloren haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser Spendenprojekt nimmt Formen an: Wir sind im Kontakt mit dem Erdbeben-Sonderausschuss des Kirchenkreises Tokyo-Nord. Dessen bisheriger Vorsitzender, Pfarrer Ota, vertritt jetzt für einen Monat den Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde in Kamaishi, einer Stadt in Nordjapan, die auch sehr stark vom Erdbeben und Tsunami zerstört ist. Herr Ota ist unser Ansprechpartner für die Unterstützung dieser Region. Einzelheiten habe ich in der Projektbeschreibung ausgeführt.&lt;br /&gt;Anfang Mai werden einige Gemeindeglieder in die Region fahren, um sich an Ort und Stelle zu informieren und persönliche Kontakte aufzunehmen. Da sich die Hilfe-Bedürfnisse täglich ändern – die Menschen zeigen sehr viel Eigeninitiative -  müssen wir in ständigem Kontakt sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Altbotschafter Hans-Joachim Daerr hat jetzt im Auftrag der Deutschen Botschaft die Spendenkoordination hier in Japan übernommen. Das Netzwerk der Helferinnen und Helfer wächst auch auf deutscher Seite.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser Privatleben leidet unter der neuen Situation, an die wir uns ständig wieder anpassen müssen. Ich habe meinen Japanisch-Unterricht erst einmal abgesagt. Naoto hat schon seit einigen Wochen keinen Flötenunterricht mehr nehmen können, weil einfach die Ruhe zum Üben nicht da ist.&lt;br /&gt;Die Uni meines Mannes hat ihre Unterrichtszeiten reduziert: es wird später angefangen und früher aufgehört, damit auch die Studentinnen, die weit anreisen müssen, mit dem durch Stromeinsparungen reduzierten Zugverkehr zu Recht kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Immer wieder bekommen wir die Frage: wie bloß können die Japaner eine Katastrophe solchen Ausmaßes bewältigen und dabei noch seelisch einigermaßen gesund bleiben?&lt;br /&gt;Ich erkläre mir einiges so: Japaner sehen sich als Teil der Natur und rechnen dementsprechend mit der Gewalt der Natur. Sie gehen damit sachlich, pragmatisch und schicksalsergeben um. &lt;br /&gt;Dennoch sind sie technikbegeistert und sparen nicht unbedingt Strom. Trotz großer Ökobewegung, die leider von den Medien weitgehend ignoriert wird, scheint das Ökobewusstsein des Einzelnen, besonders im großen Ballungsraum Tokyo nicht sehr ausgeprägt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Stadt Onnagawa steht ein ganz ähnlicher Reaktor, allerdings höher über dem Meeresspiegel. Dort war das Notstromsystem intakt und die Kühlung ging ungehindert weiter, obwohl weite Teile der Stadt zerstört sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inzwischen hören wir von Bekannten, die sich als freiwillige Helfer melden und ins Erdbebengebiet fahren. Manche im Lastwagenkonvoi mit Hilfsgütern. Die Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache in Kobe ist zusammen mit der Kansai-Universität in solch einem Projekt engagiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Manche in Deutschland fanden die öffentlichen Auftritte von Tepco-Experten ziemlich dilletantisch, entmutigend, beängstigend.&lt;br /&gt;Aber hier zu Lande findet man solch eine Selbstdarstellung an einem bescheidenen Tisch in einem engen Raum, vier Leute in Arbeitsuniformen, stotternd, ehrlich und der schwierigen Situation angemessen. Wenn jetzt jemand hier sich ganz eloquent und perfekt darstellen würde, hätten die Leute das sichere Gefühl, dass so jemand etwas zu verbergen hätte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Deutschland schätzt man, denke ich, Sachlichkeit und die Aussage von Zahlen und Daten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So beruhigt es uns außerordentlich, jetzt jeden Tag vom TüV Rheinland die aktuellen Radioaktivitäts-Messdaten zugeschickt zu bekommen, mit einem netten Anschreiben: wenn keine besonderen Vorkommnisse sind, bekommen Sie pro Tag nur ein Messergebnis zugeschickt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Regierungssprecher Edano hat betont: die schlechteste Nachricht muss zuerst angesagt werden, offen und ehrlich. Aufgabe der Regierung und der Medien ist dann, diese zu kommentieren. Schweigen ist nicht am Platz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Premierminister Kan hat unmittelbar nach der Katastrophe morgens um 5:00 Uhr die Tepco-Zentrale besucht, um seinem Ärger Luft zu machen: „Wenn ihr so weiter macht, so schlecht organisiert, so schlecht koordiniert, so schlecht uns alle informiert, dann wird es euch ziemlich bald nicht mehr geben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Entschuldigt, wenn dieser Brief so fragmentarisch daher kommt.&lt;br /&gt;Es ist nicht einfach, neben der wieder „normalen“ Arbeit, die täglichen Nachrichten für euch aufzubereiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Morgen beginnt die Karwoche. Seid alle gesegnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Elisabeth Hübler-Umemoto&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-2113210389139652378?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/2113210389139652378/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/04/16042011.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/2113210389139652378'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/2113210389139652378'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/04/16042011.html' title='16.04.2011'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-6530728398741629255</id><published>2011-04-15T15:59:00.000+09:00</published><updated>2011-04-15T15:59:18.351+09:00</updated><title type='text'>Spendenaufruf</title><content type='html'>&lt;a href="http://www.kreuzkirche-tokyo.jp/pdf/spendenprojekt110311.pdf" target="_blank" title="Spendenaufruf"&gt;Wir bitten um Spenden&lt;/a&gt; für vier Gemeinden der Stadt Kamaishi, die von einer über 10 m hohen Welle überspült wurden. Der zur Gemeinde gehörende Kindergarten soll seine Arbeit wieder aufnehmen. Benötigt werden - neben  Barmitteln zur Soforthilfe - ein Gebrauchtwagen für den Sozialarbeiter, sowie ein Auto für den Pfarrer. Wir werden Sie in regelmäßigen Abständen über die Fortschritte des Projekts hier im Blog informieren. &lt;a href="http://www.kreuzkirche-tokyo.jp/konten.html" title="Konten"&gt;Zum Spendenkonto (Stichwort: Erdbeben)&lt;/a&gt;...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-6530728398741629255?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/6530728398741629255/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/04/spendenaufruf.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/6530728398741629255'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/6530728398741629255'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/04/spendenaufruf.html' title='Spendenaufruf'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-8562447014738348520</id><published>2011-04-01T23:13:00.001+09:00</published><updated>2011-04-15T16:02:01.709+09:00</updated><title type='text'>01.04.2011</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Das Erdbeben ist heute drei Wochen her.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Die Hilfsgüter und Sachspenden sind jetzt überall verteilt, so dass die Menschen weiterleben können.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Manche Gruppen, Nachbarschaften, Familien haben sich entschlossen, in andere Orte umzuziehen, um dort Wohnung, Schule und Arbeitsmöglichkeiten zu nutzen und für zumindest einige Jahre dort zu leben.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Man versucht nun, möglichst viele Menschen aus den Sammelunterkünften in behelfsmäßigen Wohnungen unterzubringen, die zu diesem Zweck von den Kommunen errichtet werden. Die hier einziehen, &lt;span style="mso-spacerun: yes;"&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;sind diejenigen, die möglichst nah an ihrem alten Wohnort bleiben möchten.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;In einem Telefongespräch mit einem Freund erfahren wir, dass jetzt die Phase der psychologischen und geistlichen Unterstützung begonnen hat. Was die Medien nicht zeigen, sind all die traumatisierten, verzweifelten, deprimierten Menschen, die einfach Zuwendung brauchen, Ansprache und neuen Mut.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Diese Form der Hilfe wird noch sehr lange Zeit nötig sein. Und wir als Gemeinde hoffen, dazu einen kleinen Beitrag leisten zu können, indem wir Kontakt aufnehmen zu einer Gruppe, an die wir die Spendengelder aus Deutschland weiterleiten, und die wir über die nächsten Jahre begleiten. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Solch einen Kontakt zu finden, ist unsere nächste Aufgabe. Das braucht Zeit und gute Informationen. Die Menschen im Erdbebengebiet sind mit sich selbst beschäftigt und haben noch nicht viel Kraft zur Kontaktaufnahme nach außen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;An vielen Orten werden erst jetzt freiwillige Helfer eingeladen. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Sie dürfen kommen unter besonderen Bedingungen: Sie müssen sich selbst versichern gegen mögliche Unfälle, sie müssen sich vollständig selbst versorgen können (Benzin, Wasser, Essen, Schlafmöglichkeiten). Es gibt keine Heizung, keine Möglichkeit zu baden, aber Toiletten und Waschmaschinen stehen zur Verfügung. Helfer müssen mindestens drei Nächte, d.h. vier Tage bleiben.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Die Regierung ruft jetzt Universitäten auf, Studenten zu freiwilliger Hilfe zu werben, z.B. durch Erlassen der Studiengebühren für ein Semester.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Weiterhin wird aus den betroffenen Gebieten dringend gewünscht, Sachspenden ausschließlich nach genauer Absprache zu verschicken. Der Bedarf an Hilfegütern ändert sich täglich. Aus einem Ort kam die Nachricht: wir brauchen hier nur noch Unterhemden. Alles andere ist angekommen. Oder: die 1000 Gasherde sind angekommen, mehr werden nicht benötigt.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Beim großen Kobe-Erdbeben 1995 gab es eine Million freiwillige Helfer. Damals war das betroffene Gebiet wenige Quadratkilometer groß. Beim Tohoku-Kanto-Beben erstrecken sich die zerstörten Gebiete über eine Fläche von ca. 500 mal 100 km.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Es wird also noch viel Hilfe über lange Zeit gebraucht. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Gott befohlen&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Ihre&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Elisabeth Hübler-Umemoto&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-8562447014738348520?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/8562447014738348520/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/04/01042011.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/8562447014738348520'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/8562447014738348520'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/04/01042011.html' title='01.04.2011'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-4314789252538700778</id><published>2011-03-29T16:46:00.000+09:00</published><updated>2011-03-29T16:46:46.941+09:00</updated><title type='text'>29.03.2011</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Gestern waren die Nachrichten vom Reaktor ziemlich entmutigend.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Eine hoch radioaktive Wasseransammlung außerhalb des Reaktorgebäudes. Plutoniumfunde in Bodenproben auf dem Reaktorgelände.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Automatisch fange ich wieder mehr an zu beten.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Und gleichzeitig sitzt mir der Gedanke im Kopf: haben wir das Recht, verschont zu bleiben? Wir leben aus Gottes Gnade, jetzt und auch sonst.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Die Einwohner der Sperrzone drängen im Moment wieder, noch einmal, zurück in ihre Häuser. Wenigstens noch etwas retten. Nach einem Vermissten suchen. Vielleicht doch einfach Normalität ertrotzen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Die Sehnsucht nach Normalität ist groß, auch bei mir. Gemeinde im Internet ist nicht Gemeinde. Eigentlich wollte ich an diesem vergangenen Wochenende mit Familien an den Fuji fahren.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;So bin ich wenigstens zum Gottesdienst in die Kreuzkirche gekommen. Wir waren 16 Personen und es hat unglaublich gut getan, miteinander zu singen und zu beten und auf die Worte, das Wort Gottes zu hören, predigen zu dürfen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Dabei sind wir ja nur im Ablauf unseres Alltagslebens ein wenig gestört. So viele Menschen aus Nordjapan müssen ein ganz neues Leben anfangen, müssen jetzt entscheiden, wohin sie gehen wollen, wo ihre Kinder zur Schule gehen sollen, ob sie allein oder mit ihrem ganzen Ort neu anfangen wollen. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Die Präfekturen in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten fangen jetzt an, provisorische Häuser aufzustellen für diejenigen, die möglichst nah an der Heimat bleiben möchten. Wer hier Land besitzt, eine Firma oder Fischereirechte, der kann nicht einfach irgendwohin. Aber es wird Monate, Jahre dauern, bis die Orte halbwegs wieder aufgebaut sind.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Jemand fragte mich, wie man hierzulande religiös auf die Ereignisse reagiere.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Christen halten natürlich Gebetsgottesdienste und unterstützen die Geschwistergemeinden in den betroffenen Gebieten. Auch buddhistische und schintoistische Organisationen unterstützen mit Hilfsgütern Tempel und Schreine im Katastrophengebiet. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Öffentliche Trauerbekundungen gibt es nicht. Wohl natürlich auch, weil bisher nicht einmal alle Toten geborgen wurden. Die Toten, die identifiziert wurden, wurden ihren Familien zur Bestattung übergeben. An manchen Orten haben die Krematorien lange Wartezeiten. So beerdigt man die Verstorbenen in langen Reihengräbern, um sie später zu kremieren.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Die Asche der verstorbenen Ahnen im Hausschrein aufzubewahren, bzw., wenn diese auf den Friedhof gebracht wurde, die Ahnentafeln im Hausschrein aufzustellen, ist ein wichtiger Teil japanischer Identität. Die Ahnen werden empfunden wie Mittler zwischen Gott und Menschen, wie Schutzengel für das eigene Leben.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wenn jetzt freiwillige Helfer in den Trümmern nach lebenswichtigen Dingen suchen, legen sie nicht in erster Linie Wertgegenstände an die Seite, um sie später in Turnhallen auszustellen, damit ihre Besitzer sie dort finden können. Wichtiger sind die Tafeln mit den Namen der Vorfahren und die Fotos, auf denen sie abgebildet sind.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Das Schrecklichste, woran ich oft denke ist, wenn Angehörige keine Spur ihrer vermissten Lieben finden können.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Viele Menschen haben die erste Welle überlebt und sind dann zu früh wieder zu ihren Häusern gegangen und dort von der zweiten oder dritten Welle erfasst worden. Manche als Tsunami-Rettungsgebäude ausgewiesene Bauten lagen zu niedrig und wurden mitsamt den Menschen, die dort Hilfe gesucht hatten, weggespült.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Ein Feuerwehrhauptmann schickte seine 40-köpfige Mannschaft aus, um ein Fluttor zu schließen und muss nun mit der Schuld leben, dass alle vermisst sind.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Gerettet wurden viele, auch Schülerinnen und Schüler, die nach dem ersten Beben nicht lange überlegt haben, sondern sofort losgerannt sind auf höheres Gelände.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Selbst 10 Meter hohe Deichmauern wurden überspült.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Und immer wieder kleben wir an den Bildschirmen, um die neuesten Nachrichten von Fukushima 1 zu bekommen. Leider nicht ermutigend.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Ich hoffe nur, dass dieses Desaster zum Anlass genommen wird, Strukturen zu verändern, Sicherheitsstandards wirklich zu kontrollieren und sich nach und nach alternativen Energieträgern zuzuwenden.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Im Erdbebengebiet sind viele Kirchen zerstört. Z.Zt. sichten wir im Gemeindekirchenrat die vielen Berichte aus den verschiedenen Kirchen, um dann zu entscheiden, ob wir über die allgemeine Spendenweiterleitung hinaus auch ein bestimmtes Projekt in unsere Verantwortung nehmen können.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Gestern sah man endlich auch in den japanischen Medien Protestaktionen, Antiatomkraft-Demonstrationen, wie sie hier lange Tradition haben, aber in den Medien kaum sichtbar gemacht werden.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Am Sonntag habe ich noch einmal den Apostel Paulus zitiert: Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Jetzt ist die Phase der Geduld.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Herzlichst Ihre&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Elisabeth Hübler-Umemoto&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-4314789252538700778?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/4314789252538700778/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/29032011.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/4314789252538700778'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/4314789252538700778'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/29032011.html' title='29.03.2011'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-2472757783760352042</id><published>2011-03-26T15:51:00.000+09:00</published><updated>2011-03-26T15:51:30.076+09:00</updated><title type='text'>Fürbitten für den Sonntag Okuli</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Fürbitten für den Sonntag Okuli &lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;(= Augen: meine Augen sehen stets auf den Herrn, denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen. Psalm 25,15)&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt; 27.03.2011&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Lied: Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet, wachet und betet.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Herr, unser Gott,&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;unser Vertrauen ins Leben ist stark erschüttert worden in den vergangen zwei Wochen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Können wir unseren eigenen menschlichen Kräften noch trauen?&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir haben uns bisher darauf verlassen, dass du letztgültig die Geschicke deiner Welt und deiner Menschen lenkst.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Gilt das auch weiterhin?&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Mit unseren Zweifeln und Ängsten kommen wir zu dir. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Du, Gott, bist die einige Instanz, die höher ist als unsere menschliche Vernunft und unser Vermögen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;An dir halten wir fest, an dir klammern wir uns fest.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Verlass uns nicht.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Hilf uns, all unsere Kräfte zu sammeln, damit diese Erde ein Wohnort für alle bleibt.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Lied: Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet, wachet und betet.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir denken vor dir an die kleinen Kinder, deren Gesundheit durch Jod-Belastungen im Trinkwasser gefährdet ist.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir denken vor dir an die Menschen, die ihr Land nicht bestellen können, vielleicht auf Jahre hinaus, die ihr belastetes Gemüse nicht verkaufen können, die die Milch ihrer Kühe wegwerfen müssen, die ihre Arbeitsmöglichkeiten als Fischer, als Schiffbauer verloren haben.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir denken vor dir an die Kinder und Jugendlichen, die ihre Eltern und Geschwister in dieser Katastrophe verloren haben.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Lied: Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet, wachet und betet.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir denken vor dir an die Menschen, die einige Monate, vielleicht auch Jahre in Behelfsunterkünften wohnen müssen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir denken vor dir an all die Menschen, die verunsichert sind, weil ihre Heimat strahlenbelastet ist.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir denken an die Menschen, die in ihren erschütterten Seelen noch so gar keine Gedanken an irgendeine Zukunft denken können.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir denken vor dir an die Männer, die ihr Gesundheit opfern, um Fukushima 1 in den Griff zu bekommen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Lied: Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet, wachet und betet.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir danken für den Zusammenhalt unter den Menschen, der jetzt im Katastrophengebiet spürbar ist.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir danken für die große Bereitschaft zu helfen. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Für die Kommunen, die Wohnraum zur Verfügung stellen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Für die Städte, die Menschen aus der mit Strahlen belasteten Zone evakuieren und bei sich aufnehmen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Für die vielfältige Hilfe, die so viele Firmen, Organisationen und auch Privatpersonen leisten.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir bitten um gute Ideen, Phantasie und Mut zu selbstloser Hilfe für den Aufbau neuer Existenzen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Lied: Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet, wachet und betet.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir bitten für die Menschen, die die Energiekonzerne leiten, bringe ihre Gedanken in neue Bahnen, dass sie die Gefahren für Menschen und Umwelt nah im Blick behalten.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Lass uns alle Verantwortung übernehmen, wo wir uns dazu imstande sehen und nicht ausweichen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir bitten dich für die Menschen der deutschen Community in Japan:&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Hilf uns, wieder zusammen zu kommen, sobald es uns erlaubt wird.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Hilf uns, unser Gastland zu unterstützen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Lied: Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet, wachet und betet.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir bitten dich für unsere beiden deutschsprachigen Gemeinden hier in Tokyo, die jetzt in alle Winde zerstreut scheinen:&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Führe uns wieder zusammen, damit wir wieder für die Menschen in Tokyo und Yokohama da sein können.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Amen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-2472757783760352042?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/2472757783760352042/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/furbitten-fur-den-sonntag-okuli.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/2472757783760352042'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/2472757783760352042'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/furbitten-fur-den-sonntag-okuli.html' title='Fürbitten für den Sonntag Okuli'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-5686991162156396125</id><published>2011-03-25T01:48:00.001+09:00</published><updated>2011-03-25T14:56:56.275+09:00</updated><title type='text'>24.03.2011 am Abend</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Die Hilfsmaßnahmen greifen jetzt nach und nach. Leider noch nicht an allen Orten, aber vielerorts sind die Straßen frei geräumt, so dass die Hilfsgüter durchkommen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Heute früh wurde die Autobahn nach Norden wieder für den allgemeinen Verkehr freigegeben. Jetzt können auch privat organisierte Hilfen ins Erdbebengebiet gebracht werden.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Aber auch die Menschen im Erdbebengebiet helfen sich gegenseitig.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Der folgende Link enthält einen Bericht, wie in den zerstörten Kommunen die Menschen zusammenstehen und geben, was sie können:&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;a href="http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-pacific-12845419"&gt;http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-pacific-12845419&lt;/a&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Die deutsche Schule hat noch eine weitere Woche geschlossen. Noch sind von der Deutschen Botschaft nur tageweise Reisen nach Tokyo empfohlen.&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Das zwischenzeitlich mit&amp;nbsp;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;; font-size: 12.0pt; mso-ansi-language: DE; mso-bidi-language: AR-SA; mso-fareast-font-family: &amp;quot;MS Mincho&amp;quot;; mso-fareast-language: JA;"&gt;Jod 131&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&amp;nbsp;belastete Trinkwasser ist seit heute – das Wetter ist heute schön -&amp;nbsp;wieder unterhalb des Grenzwertes für Kleinkinder.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Diese Sorge wird uns, wenn es regnet,&amp;nbsp; wohl noch einige Zeit begleiten.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Gestern hörte ich den Bericht eines Experten für Katastrophenhilfe, der sagte: Langfristig scheint mir das chinesische Modell, entstanden aus den Erfahrungen mit dem verheerenden Erdbeben in der Provinz Sichuan 2008, &lt;span style="color: red;"&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;sehr nachahmenswert. Und zwar, dass jeder Stadt in Japan, die nicht betroffen ist, eine Stadt, ein Ort zugeordnet wird, der vom Erdbeben zerstört ist. So entstehen Hilfepartnerschaften, die dann auch die Weitergabe von Spenden und Hilfsmaßnahmen besser überschaubar machen. Wo Menschen einander begegnen und aus den persönlichen Beziehungen heraus gute Hilfen leisten.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Heute hat sich das Grand Prince Hotel in Tokyo-Akasaka gemeldet: wir verschieben unsere Renovierung und stellen unser Haus Erdbebenopfern zur Verfügung, ebenso kam ein Kreuzfahrtschiff mit dem gleichen Angebot. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Die Aufräumarbeiten stehen immer wieder vor ungeahnten neuen Problemen. Tausende von Autos haben die Tsunamiwellen weggespült. Aber sie sind ja nach wie vor im Privatbesitz und können nicht einfach abgewrackt und weggeräumt werden. Ebenso die vielen Dinge, die aus den Häusern gespült wurden und völlig durcheinander in der Gegend herumliegen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Die Regierung überlegt jetzt, ein Ausnahmegesetz für den Katastrophenfall zu erlassen, das das Eigentumsrecht einschränkt. Es ist einfach unmöglich, jeden Besitzer ausfindig zu machen, bevor man ein Fahrzeug, eine Maschine, ein Schiff wegräumen kann. Dass die Gegend frei und nach und nach wieder begehbar bzw. bewohnbar wird, hat Priorität.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Uns geht es weiterhin gut. Wir sind jetzt als Gemeinde fast in alle Winde zerstreut. Aber über die Mail und über das Telefon halten wir so gut es geht Verbindung.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Heute kam der erste Kontoauszug. Herzlichen Dank allen, die Spenden gesammelt haben. Sobald wir&amp;nbsp;genau abgestimmt haben, wohin konkret Ihre Spenden weitergereicht werden, schreiben wir einen Bericht.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Elisabeth Hübler-Umemoto&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-5686991162156396125?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/5686991162156396125/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/24032011-am-abend.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/5686991162156396125'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/5686991162156396125'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/24032011-am-abend.html' title='24.03.2011 am Abend'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-3066271374457969160</id><published>2011-03-23T15:12:00.002+09:00</published><updated>2011-03-23T15:19:45.342+09:00</updated><title type='text'>22.03.2011  am Abend</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Allmählich sammeln sich die Stimmen aus den Reihen der deutschen Community, die während der ganzen Zeit seit dem 11.03.2011 in Tokyo geblieben sind.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Ein Gemeindeglied schrieb mir: Nun habe ich 50 Jahre darum gekämpft, in Japan akzeptiert und integriert zu werden, da würde ich es als Verrat an den Menschen hier empfinden, mich nach Deutschland zu begeben, während die Menschen hier leiden.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Einige Journalisten schlagen ähnliche Töne an:&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Nachzulesen unter&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.faz.net/s/RubB08CD9E6B08746679EDCF370F87A4512/Doc~E5B499D3836A743E68884D48EB57104D2~ATpl~Ecommon~Scontent.html"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;http://www.faz.net/s/RubB08CD9E6B08746679EDCF370F87A4512/Doc~E5B499D3836A743E68884D48EB57104D2~ATpl~Ecommon~Scontent.html&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;und&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="apple-style-span"&gt;&lt;span style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;a href="http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/tabellen-1/japan-trauer-um-die-opfer.html" target="_blank"&gt;http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/tabellen-1/japan-trauer-um-die-opfer.html&lt;/a&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="apple-style-span"&gt;&lt;span style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Diese beiden Links wurden mir von Gemeindegliedern geschickt, die in Tokyo geblieben sind.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;span class="apple-style-span"&gt;Ein anderes Gemeindeglied&amp;nbsp; schrieb den offenen Brief an die Deutsche Botschaft in Tokyo, den ich euch weitergegeben hatte.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;Ich hoffe, dass beide „Seiten“ sich wieder miteinander versöhnen können, wenn sich das Leben in Tokyo normalisiert hat.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="apple-style-span"&gt;&lt;span style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Eine Freundin schrieb mir vor einigen Tagen: „Es gibt in solch extremen Erfahrungen keine richtige oder falsche Entscheidung, gehen oder bleiben.“&amp;nbsp; Jede und jeder hat seine und ihre Gründe und Verantwortlichkeiten wahrzunehmen. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Auch wir bekamen immer wieder tiefe Ängste, wenn wieder jemand gegangen war, mitgerissen, weggerissen von der Welle der Besorgnis aus Deutschland.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Wir möchten jetzt bald weiterarbeiten, damit wir im Rahmen unserer Möglichkeiten den Menschen helfen können, die so unendliches Leid getroffen hat.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;span class="apple-style-span"&gt;&lt;b&gt;23.03.2011 am Morgen&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="apple-style-span"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="apple-style-span"&gt;&lt;span style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Jetzt zeigen die Medien, wie der Chef von Tepco in Notunterkünfte geht, um sich vor den von den AKW-Störungen unmittelbar Betroffenen zu verbeugen. Das ist in Japan eine unbedingt erforderliche Geste. Die Verantwortlichen müssen öffentlich zu ihrer Schuld stehen und sich im Ausdruck tiefen Bedauerns verbeugen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Diesmal finden die Männer kaum Beachtung, allenfalls kalte Blicke. Ein Betroffener gab vorwurfsvoll zur Antwort: Ihr habt unsere Heimat zerstört, beeilt euch und seht zu, wie ihr den Schaden begrenzen könnt. Findet eine Lösung. Insgesamt scheinen die Menschen nach 12 Tagen in Notunterkünften zu erschöpft, um die Verantwortlichen wirklich zu konfrontieren.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Eine Journalistin nannte mich zynisch, als ich sagte, man lebt hier mit der Möglichkeit, bei einer Naturkatastrophe zu sterben.&amp;nbsp;Aber wenn man die vergangenen 40 Jahre anschaut:&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="apple-style-span"&gt;&lt;span style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;1960 war in Miyagi ebenfalls ein Erdbeben mit großem Tsunami. Ein 78-jähriger erzählte, dass er nun in seiner Lebenszeit zwei Mal alles verloren hat.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Vor 30 Jahren fegte ein Taifun über Nagoya, in dessen Hochwassermassen 6000 Menschen starben. Die Stadt hat ein Gedenk-Monument aufgebaut und einen Gedenktag eingerichtet.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="apple-style-span"&gt;&lt;span style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Vor 17 Jahren starben im großen Kobe-Erdbeben 6434 Menschen, 4600 davon unmittelbar in der Stadt Kobe. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Und auch das letzte große Beben in Niigata hat viele Opfer gefordert.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Die jetzige Katastrophe hat in diesem Ausmaß in der japanischen Geschichte ein Beispiel. Vor 1200 Jahren ist ein Riesenerdbeben mit Tsunamis und vielen Toten historisch belegt. Allerdings gab es damals keine Kernkraftwerke.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Dennoch betrachten die Menschen hier dieses Land mit seiner rauen Natur als Heimat. Sie haben im Laufe der Zeit viele Verhaltensregeln entwickelt, um mit den möglichen Gefahren umzugehen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="apple-style-span"&gt;&lt;span style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Inzwischen sind schon eine große Anzahl Erdbebenopfer provisorisch umgesiedelt. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Auch hier hat man von vergangenen Ereignissen gelernt. Als vor 11 Jahren der Vulkan Oyama auf der Insel Miyake&amp;nbsp; ausbrach, wurden 14.200 Bewohner umgesiedelt. Sie kamen alle in die Stadt Ichikawa, nördlich von Tokyo. Dort war gerade eine Neubausiedlung fertig gestellt. Die Behörden stoppten die Mietverträge und siedelten alle Bewohner von Miyake an diesem Ort an.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="apple-style-span"&gt;&lt;span style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Zu dem Schock, die Heimat verlassen zu müssen, sollte nicht auch noch die Trennung von den Menschen kommen, die sich in der Not gegenseitig unterstützen können, weil sie dieselbe Erfahrung teilen. Erst im Jahr 2005 konnten die Bewohner der Insel Miyake wieder zurück in ihre Heimat. Manche sind nach so vielen Jahren dann aber doch am neuen Ort geblieben.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="apple-style-span"&gt;&lt;span style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Seit dem Kobe-Beben vor 17 Jahren ist hier in Japan viel über Verbesserungen im Katastrophenschutz nachgedacht worden. Vor 5 Jahren wurde ein neues Gesetz verabschiedet, nach dem öffentliche Gebäude, besonders Holzkonstruktionen, bautechnisch erdbebensicher gemacht werden müssen. Unsere evangelische Gemeinde hat daraufhin die Kirche renovieren und stabilisieren lassen. Jetzt bauen wir ein ganz neues Pfarrhaus aus demselben Grund.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Auch die Organisation der freiwilligen Helfer im Katastrophenfall ist landesweit ganz neu geregelt worden. Als erstes helfen nur die professionellen Organisationen. Zugang zum Katastrophengebiet ist für alle anderen gesperrt. Dann geben Rathäuser und Präfektur-Regierungen Listen heraus, aus denen man ablesen kann, welche Sachspenden wo und wann abgegeben werden können.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Dennoch klappt die flächendeckende Verteilung nicht immer hundertprozentig. Manchmal werden einfach zu viele gleiche Dinge in eine Notunterkunft geliefert und andere fehlen dafür. Aber alle bemühen sich nach Kräften.&amp;nbsp;Freiwillige Helfer warten jetzt manchmal mehrere Stunden, bis sie irgendwo eingeteilt werden. Alles will eben organisiert sein.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="apple-style-span"&gt;&lt;span style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Wir in unserer evangelischen Gemeinde können jetzt Sachspenden abgeben. Aber bis wir gezielt ein bestimmtes Projekt an einem bestimmten Ort unterstützen können, wird noch einige Zeit vergehen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="apple-style-span"&gt;&lt;span style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Danke für Ihr/Euer Mitfühlen mit den Menschen im Erdbebengebiet.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;span class="apple-style-span"&gt;&lt;span style="color: #444444; font-family: Verdana, sans-serif;"&gt;Elisabeth Hübler-Umemoto&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-3066271374457969160?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/3066271374457969160'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/3066271374457969160'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/22032011-am-abend.html' title='22.03.2011  am Abend'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-9018494764559036130</id><published>2011-03-22T23:07:00.000+09:00</published><updated>2011-03-22T23:07:09.140+09:00</updated><title type='text'>"Sorge um das Ansehen der deutschen Community in Japan: Offener Brief an die deutsche Community in Japan"</title><content type='html'>&lt;div&gt;Sehr geehrte Damen und Herren,&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;wir sind seit gestern wieder in Tokyo und werden dort auch bis auf weiteres  bleiben. Zwar besteht nach wie vor die Gefahr heftiger Nachbeben, aber da die  Wahrscheinlichkeit dafür nach Ansicht der japanischen Erdbebenexperten deutlich  gesunken ist, rechtfertigt dies aus meiner Sicht nicht, weiter den Raum Tokyo zu  meiden.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Eine radioaktive Gefahr besteht nach einhelliger Meinung sämtlicher  japanischen und internationalen Experten in Tokyo nicht im Geringsten. Ich habe  mich diesbezüglich innerhalb der letzten Woche auch selbst sachkundig gemacht.  Die bisher unter den ungünstigsten Windbedingungen zum Beispiel auf unserem  Universitätscampus in Komaba gemessenen *Spitzenwerte* (gestern und heute) sind  immer noch geringer als die *durchschnittlichen* Werte natürlicher  Radioaktivität an einigen Orten in Deutschland&amp;nbsp;(z.B. Berlin, München)&amp;nbsp;und  Österreich, und auch wenn man die Möglichkeit einer noch ungünstigeren  Entwicklung in Fukushima und noch ungünstigerer Wetterbedingungen einschließt,  ist es eher unwahrscheinlich, dass diese Werte im mittelfristigen Durchschnitt  überschritten werden. Und selbst eine solche Überschreitung wäre erst bei einer  langfristigen Überschreitung um einem Faktor 20 ernsthaft bedenklich, jedenfalls  für erwachsene Menschen. Einige Experten schließen bei dieser Bewertung  ausdrücklich schwangere Frauen mit ein. In jedem Fall würde die japanische  Regierung über etwaige Gefahren rechtzeitig informieren, und im Falle des  Eintritts einer solchen Situation (zum Beispiel aufgrund des Eintritts des  denkbaren, aber derzeit wenig wahrscheinlichen worst case in Fukushima, gepaart  mit den schlechtesten Wetterbedingungen) wäre ausreichend Zeit, um eine Abreise  aus Tokyo in Ruhe vorzubereiten, auf einige Tage oder auch Wochen käme es dabei  nicht an. Diese Einschätzung habe ich sinngemäß so von amerikanischen und  deutschen vertrauenswürdigen Experten gelesen, und meine eigenen Recherchen in  vertrauenswürdigen Quellen im Internet und Rechenexempel bestätigen das.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Das deutsche Arbeitsrecht setzt als Obergrenze für die (über viele Jahre  anhaltende, tägliche) Belastung mit radioaktiver Strahlung einen Wert von 20000  Mikrosievert pro Jahr fest. Das entspricht einem *Durchschnittswert* von 2,28  Mikrosievert pro Stunde. Das an der Universität Tokyo bis heute gemessene  *Maximum* beträgt 0,8 Mikrosievert pro Stunde auf dem Campus Kashiwa (der  erheblich näher an Fukushima liegt als die Stadtmitte), 0,31 Mikrosievert auf  dem Campus Hongo und 0,11 Mikrosievert auf dem Campus Komaba. Es werden ständig  Messungen gemacht und die Werte für alle 24 Stunden jedes Tages  veröffentlicht.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Laut wikipedia wird ein Fluggast auf einem Flug von Tokyo nach Frankfurt  mit einer Dosis von 50 Mikrosievert durch kosmische Stahlung belastet. Das ist  jedenfalls deutlich mehr als die gesamte Dosis an Stahlungsbelastung, die der  Campus Hongo seit dem Erdbeben am 11. März abbekommen hat. In Komaba ist der  Wert noch niedriger.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Meine eigenen Recherchen haben mich davon überzeugt, dass die japanischen  Medien die Bevölkerung (von einzelnen Ausnahmen abgesehen) über alle Gefahren  ausreichend, pünktlich und zutreffend informieren. Es ist sehr bedauerlich, dass  die deutschen Medien immer noch Zweifel daran verbreiten. Es wäre an der Zeit,  dass deutsche Behörden und Firmen – und auch die EKD – *nachvollziehbare* Gründe  dafür nennen, warum sich ihre Mitarbeiter derzeit in Tokyo nicht aufhalten  sollen. Die radioaktive Gefahr ist jedenfalls für einen gut informierten  Menschen kein nachvollziehbarer Grund.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ich bin nach achttägigem Aufenthalt in Kobe nach Tokyo zurückgegangen,  obwohl ich derzeit keine Arbeiten an der Unversität habe, die meine Anwesenheit  dringend erforderlich machen, und obwohl ich mit meiner Frau bei meiner  Schwiegermutter in Kobe ebenso komfortabel leben und arbeiten kann wie in Tokyo.  Aber das Verständnis meiner japanischen Kollegen an der Universität Tokyo für  die Flucht der Deutschen (und anderer Europäer) aus Tokyo ist gleich Null, und  das Ansehen der Europäer hat in dieser Hinsicht seit dem Erdbeben sehr gelitten.  Ich bereue es sehr, dass ich mich aus mangelnder Sachkenntnis und mangelndem  Vertrauen in die japanischen Medien, aber auch aus mangelnder Einfühlung in die  Situation der japanischen Bevölkerung, zum Verlassen von Tokyo habe überreden  lassen, denn das bereitet auch meinem Ansehen in der Kollegenschaft an der  Universität Tokyo gravierende Probleme. Selbstverständlich habe ich das alleine  zu verantworten, aber die Wut der Japaner auf das Verhalten der deutschen  offiziellen Stellen und der deutschen Medien ist auch sehr groß.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Von einer Angehörigen eines hohen japanischen Regierungsbeamten, mit der  wir persönlich bekannt sind, habe ich heute die Forderung gehört, Japan solle  die diplomatischen Beziehungen mit Deutschland abbrechen. Sicherlich ist diese  Forderung nicht ernst gemeint, aber sie gibt die Stimmung der Japaner wieder,  die ich auch aus meinem Kollegenkreis an der Universität Tokyo bestätigen  kann.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ich wollte Ihnen diese meine Erfahrungen in meinem persönlichen Umkreis  nicht vorenthalten.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Mit freundlichen Grüßen&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Hermann Gottschewski&lt;br /&gt;&lt;div&gt; &lt;div style="-webkit-line-break: after-white-space; -webkit-nbsp-mode: space; word-wrap: break-word;"&gt; &lt;div&gt; &lt;div style="margin: 0px;"&gt;&lt;span style="font-family: Helvetica; font-size: x-small; font: normal normal normal 10px/normal Helvetica;"&gt;---------------------------------------------------------------------------------------------&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin: 0px;"&gt;&lt;span style="font-family: Helvetica; font-size: x-small; font: normal normal normal 10px/normal Helvetica;"&gt;Dr. habil. Hermann Gottschewski&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin: 0px;"&gt;&lt;span style="font-family: Helvetica; font-size: x-small; font: normal normal normal 10px/normal Helvetica;"&gt;Associate Professor&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin: 0px;"&gt;&lt;span style="font-family: Helvetica; font-size: x-small; font: normal normal normal 10px/normal Helvetica;"&gt;The University of Tokyo&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin: 0px;"&gt;&lt;span style="font-family: Helvetica; font-size: x-small; font: normal normal normal 10px/normal Helvetica;"&gt;Graduate School of Arts and Sciences&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin: 0px;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #001fe7; font-family: Helvetica; font-size: 10px;"&gt;e-mail: &lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #001fe7; font-family: Helvetica; font-size: 10px;"&gt;&lt;a href="mailto:hgottschewski@gmail.com" title="mailto:hgottschewski@gmail.com"&gt;hgottschewski@gmail.com&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 10px Helvetica; margin: 0px; min-height: 12px;"&gt;---------------------------------------------------------------------------------------------&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;div style="-webkit-line-break: after-white-space; -webkit-nbsp-mode: space; word-wrap: break-word;"&gt; &lt;div&gt; &lt;div style="margin: 0px;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Helvetica; font-size: 10px;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-9018494764559036130?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/9018494764559036130'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/9018494764559036130'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/sorge-um-das-ansehen-der-deutschen.html' title='&quot;Sorge um das Ansehen der deutschen Community in Japan: Offener Brief an die deutsche Community in Japan&quot;'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-6010625095248898201</id><published>2011-03-21T21:32:00.002+09:00</published><updated>2011-03-22T17:40:41.890+09:00</updated><title type='text'>21.03.2011 Tagebuch</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Gestern haben wir zwei Gottesdienste gefeiert. Einer fand in unserer Kreuzkirche ohne Pfarrerin statt, ein weiterer mit Pfarrerin im Mariott-Hotel in Nagoya.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Ich freue mich sehr und bin stolz auf die in Tokyo verbliebene kleine Gemeinde, die sich tapfer selbst organisiert und Gottesdienst feiert. Das Priestertum aller Gläubigen hat sich hier bewährt.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Am Nachmittag schickte mir ein Gemeindeglied ein buddhistisches Gebet, das Monatsgebet vom Zojoji-Tempel in Tokyo:&amp;nbsp;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;„Freude:&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Honen (dem Gründer der Jodoshu-Richtung im japanischen Buddhismus) sei Dank. &lt;/span&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Das tägliche Gebet (die Anrufung Buddhas) macht Leib und Seele lebendig.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Frühlingswinde wehen, Bäume und Blumen entfalten Blätter auf ihren Ästen,&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;lehren uns, den Augenblick zu leben.“&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Mein Mann und ich sind unglaublich müde – so reagiert der Körper auf die Erfahrungen der vergangenen Tage. Von anderen weiß ich, dass sie mit Bauchkrämpfen zu tun haben.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Aber was ist das alles angesichts der Aufräum- und Trauerarbeit, die die Menschen im Erdbebengebiet durchzustehen haben.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Die Medien hier in Japan zeigen jetzt Rettungsgeschichten, neu geborene Kinder, Menschen, die sich weinend in den Armen halten, weil sie einander wiedergefunden haben. Gezeigt werden Helfer, die einfach alten Menschen die Hand halten und sie erzählen lassen. Helfer, die Sachspenden verteilen helfen, die sich an den Aufräumarbeiten beteiligen. Und doch weiß man, dass, was sie nicht zeigen, die Bergung der vielen tausend Toten ist. Die jungen Männer der Selbstverteidigungsstreitkräfte, die diese schwere Arbeit tun,&amp;nbsp; werden noch lange psychologische Hilfe brauchen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;In unserem kleinen Kreis beginnen erste Überlegungen, was wir als Gemeinde konkret beitragen können. Bisher arbeiten die großen Hilfsorganisationen und japanischen NGOs. Morgen nimmt das Rathaus Shinagawa (in diesem Stadtbezirk liegt unsere Kirche) Sachspenden von Privatpersonen entgegen. Auf der Webseite ist genau angegeben, was benötigt wird. So organisieren sich nach und nach die Kommunen landesweit, so dass jede und jeder etwas beitragen kann.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Wir lesen uns durch die kirchlichen Webseiten, und zu gegebener Zeit wird sich ein Projekt zeigen, das wir unterstützen können.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Ein japanischer Kollege schrieb mir: in den am schlimmsten zerstörten Gebieten wird es ca. drei Monate dauern, bis die Gasversorgung wieder funktioniert. Zerstörung auf einer Küstenlänge von 400 km mit den Wassermassen, die bis zu 10 km ins Land eingedrungen sind. Im ganzen Land bewegen sich die Menschen, um zu helfen. Die Busfahrer der Deutschen Schule sind mit drei Bussen nach Norden gefahren und haben 50 Menschen nach Yokohama geholt. Musiker treten ohne Gage auf und sammeln Spenden, Sportler beteiligen sich in ähnlicher Weise, jede und jeder entwickelt Ideen, die weiterhelfen. Das ist ermutigend.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Bleibt alle behütet&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Elisabeth Hübler-Umemoto&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-6010625095248898201?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/6010625095248898201'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/6010625095248898201'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/21032011-tagebuch.html' title='21.03.2011 Tagebuch'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-78618274212583126</id><published>2011-03-19T17:05:00.001+09:00</published><updated>2011-03-19T17:07:01.181+09:00</updated><title type='text'>Tagebuch 19.03.2011</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Was früher ein Hintergrundgefühl, ist jetzt eine beängstigende Wirklichkeit:&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Je nach dem, wo ich bin, wird für mich die Sache so oder so ausgehen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Beim Erdbeben in der Autoschlange in einer Unterführung und oben das Meer, war eine im Hintergrund mitschwingende Möglichkeit, die man verdrängen muss, sonst kann man nicht in einem Erdbebenland leben.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Jetzt ist weiter in den Vordergrund gerückt der Gedanke: zwar fühle ich mich in Tokyo nach wie vor sicher, aber wenn etwas passiert, wird der Strom der Flüchtenden riesig sein. Tagsüber verdränge ich solche Gedanken, abends falle ich erschöpft in den Schlaf, aber morgens ab fünf, halb sechs sind sie gegenwärtig und treiben mich in den Tag.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Gestern, Freitag, wurden im ganzen Land Schweigeminuten eingehalten: 14:46 Uhr am 11.03.2011 ist jetzt eine Zeit, die nicht nur die japanische Geschichte verändert hat und verändern wird. Die ganze Welt ist mit betroffen. Bitte, lasst Japan nicht allein!&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Morgen halten die in Tokyo Verbliebenen Gottesdienst in unserer Kreuzkirche. Ich wäre gerne dabei, ich denke ständig: das geht doch nicht, dass ich nicht dabei bin. Aber einige Tage Auszeit sind jetzt wichtiger. Wir werden mit dieser Katastrophe noch sehr lange befasst sein. Segen über euch, die morgen in der Kirche zusammen beten werden!&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Das Personal der Deutschen Botschaft zieht nun heute auch in die Räume des Generalkonsulats in Osaka. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Im Erdbebengebiet sind die Helfer nun seit einer Woche fast pausenlos im Einsatz.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Viele Präfekturen haben leerstehende Sozialwohnungen für Erdbebenopfer geöffnet. Im Losverfahren werden sie verteilt. Auf diese Weise begeben sich die Familien, die können, in andere Landesteile und integrieren sich dort mit Leben und Arbeit bis auf weiteres. Immer noch gibt es Bereiche, die nicht zugänglich sind, weil Verkehrswege zerstört wurden. Von dort erhalten die Medien Handyfotos und knappe Berichte, wie man sich, so gut es geht, selber hilft.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Jedes öffentliche Gebäude hat in Japan einen Vorrat an Wasser- und Essensrationen für den Katastrophenfall, die einige Tage reichen. Aber nun ist schon eine Woche vergangen. Tanklaster mit Benzin sind verstärkt unterwegs ins Katastrophengebiet. Firmen spenden die jetzt benötigten Waren und bringen sie zu den Erdbebenopfern: eine Flugzeugladung mit Reisschnitten, von denen eine im Notfall als Tagesration ausreicht, gespendet von einer großen Conveniencestorekette, Wagenladungen mit Kohlköpfen, 10.000 Gaskocher, Unterwäsche, Oberbekleidung und natürlich Wasser…&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Andere Institutionen schicken Mitarbeiter ins Katastrophengebiet: Ich sah ein Meeting von 200 Mitarbeitern&amp;nbsp; der Gaswerke. Sie werden von Haus zu Haus gehen, um das Gas wieder zu installieren, damit endlich Heizung und Kochmöglichkeit zurückkehrt. Lastwagen mit Arzneimitteln fahren von Notunterkunft zu Notunterkunft. Ärzte untersuchen die Betroffenen und geben notwendige Medikamente heraus. Für chronisch Kranke lebensrettend.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Leider ist die Kälte für viele immer noch unausweichlich, aber Wagenladungen mit Matratzen und Decken helfen, solange noch kein Kerosin für Öfen durchgekommen ist.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Jetzt, Ende März, ist die Zeit der Examensfeiern. Der Abschied vom Kindergarten, von der Grundschule, Mittelschule, Oberschule, sowie der Universitätsabschluss werden überall im Land in feierlichen Zeremonien zelebriert. Mit Rücksicht auf die vielen Erdbebenopfer fallen viele dieser Zeremonien ganz bescheiden aus. Aber sie sind auch Zeichen der Hoffnung auf eine Zukunft, die für viele noch gar nicht sichtbar ist.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Aus Deutschland höre ich Stimmen, die Unverständnis ausdrücken: „Unser technisches Hilfswerk steht in den Startlöchern, aber die wollen unsere Hilfe ja gar nicht.“ Wer so leichtfertig spricht, macht sich nicht klar, dass ein Team, ohne Englischkenntnisse, ohne Ortskenntnisse, ohne eigenes Transport-Equipment am Ort der Katastrophe nicht Hilfe, sondern Belastung ist.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Beim großen Beben in Niigata rückte eine Gruppe spontan an, ohne eigene Versorgungseinheit. Sie wollten sich dann aus den Rationen für die Opfer bedienen. Diese Gruppe bekam gewaltigen Ärger: „Wie könnt ihr uns das wenige, was wir jetzt zu essen haben, noch wegessen!“&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Helfen soll nur, wer wirklich hilft. Wir anderen müssen uns gedulden, bis uns mitgeteilt wird, an welcher Stelle freiwillige Helfer sich wirklich sinnvoll einsetzen können. Bis dahin sind Gebete und Spenden die beste Hilfe.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Die Messwerte in Tokyo sind weiterhin auf natürlichem Niveau. Wir beten und bangen für die Männer, die all ihr Können einsetzen, um den Reaktor Fukushima 1 in den Griff zu bekommen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Elisabeth Hübler-Umemoto&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-78618274212583126?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/78618274212583126'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/78618274212583126'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/tagebuch-19032011.html' title='Tagebuch 19.03.2011'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-5576945497526045066</id><published>2011-03-17T23:41:00.001+09:00</published><updated>2011-03-20T00:20:55.565+09:00</updated><title type='text'>Donnerstag, 17.03.2011 am Abend</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Heute sind mein Mann und ich dann doch nach Nagoya gefahren. Die deutsche Botschaft hat inzwischen allen Deutschen dringlicher geraten, sich aus Tokyo weg zu begeben.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Es hat zwei Tage gedauert, sich dazu zu entschließen. Zwischendurch kam ein Gefühl des endgültigen Verlassens auf: nie mehr auf meinem so schön renovierten Sofa sitzen, mein Bett ist mir so lieb, den Hasen einfach da lassen? &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Dann aber fiel es mir heute ziemlich leicht. In den letzten Tagen waren einfach zu viele Anfragen von diversen Medien. Irgendwann kann man dann nicht mehr. Die ständige Anspannung kommt nicht von der bedrohlichen Lage des Reaktors Fukushima, sondern von den vielen Anrufen der verschiedensten Sender, für die man hellwach sein soll, damit man nicht Unsinn redet.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Auf der Fahrt nach Nagoya fiel mir ständig das Requiem von Johannes Brahms ein: Herr, lehre mich doch, dass ein Ende mit mir haben muss und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muss.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Fulbert Stephenski hat gesagt: „Nur endliche Wesen sind geschwisterliche Wesen.“&amp;nbsp; Wer dem Gedanken nicht ausweicht, dass das Menschenleben endlich ist, wird sich vielleicht leichter mit denen verbinden, die jetzt so unvorstellbar hart mit dieser Endlichkeit konfrontiert sind, weil sie auf grässliche Weise Angehörige und Freunde verloren haben. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Wer sich nicht endlich denken kann/will(?), muss vielleicht zutiefst um sein eigenes Leben fürchten in Zeiten so unheimlicher Bedrohung wie jetzt.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Ich bin sehr dankbar, dass wir doch Gottesdienst gefeiert haben. Ein wichtige Erfahrung dabei war für mich das Fürbittengebet. Wir sind im normalen Leben so daran gewöhnt, uns mit uns selber zu beschäftigen. Uns weiterzuentwickeln, dazu zu lernen, unsere Arbeit zu tun, unsere Beziehungen zu pflegen. In der Fürbitte bewegen wir uns weg von der Beschäftigung mit uns selbst und erweitern unseren Horizont, lassen auch andere in den Radius unserer Sorge, unserer Bitten und Wünsche.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Hier unser Gebet von gestern:&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Fürbitten&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Lasst uns beten für alle Menschen, die von diesen schrecklichen Ereignissen getroffen sind:&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Wir sprechen gemeinsam: Herr, tröste du sie&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Wir bitten für alle, die ihre Angehörigen verloren haben.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Herr, tröste du sie&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Für alle, die ihre Angehörigen suchen&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Herr, tröste du sie&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Für alle, die Kälte und Unbequemlichkeit ertragen müssen&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Herr, tröste du sie&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Für alle, die vor dem Nichts stehen&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Herr, tröste du sie&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Für alle, die die Körper der Verstorbenen bergen müssen&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Herr, tröste du sie&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Für alle, die nicht wissen, wie es weitergeht&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Herr, tröste du sie&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Für alle, die seit Tagen nicht gut geschlafen haben&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Herr, tröste du sie&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Für alle, die seit Freitag im Einsatz sind, um zu helfen&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Herr, tröste du sie&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Für alle, die in gefährlicher Nähe des Kraftwerks Fukushima sind&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Herr, tröste du sie&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Für alle, die nicht aus ihren Häusern dürfen&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Herr, tröste du sie&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Für alle, die seit Tagen Informationen sammeln, filtern und herausgeben müssen&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Herr, tröste du sie&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Für alle, die beim besten Bemühen Fehler machen&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Herr, tröste du sie&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Für alle, die sich seit Tagen verzweifelt bemühen, die Gefahren des Reaktors von uns allen abzuwenden&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Herr, tröste du sie&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Für alle, die ihr Leben dabei aufs Spiel setzen, &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Herr, tröste du sie&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Wir danken dir für die Menschen, die das auch für uns tun. Gott, wir sind nicht würdig, aber wir flehen um deine Gnade. Amen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Heute hat mein Mann einen Twitter entdeckt,&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;in dem eine junge Frau einen Brief an den NHK schreibt über ihren Vater, der derzeit an der Stabilisierung des Reaktors in Fukushima arbeitet:&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Ministerpräsident Kan hat zum Chef von Tepko gesagt:&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Seid gefasst. &amp;nbsp;Außer euch kann niemand dieses Problem lösen. Seid gefasst klang uns wie ein Todesurteil. Mein Vater kämpft dort am Reaktor in Fukushima und ist sich bewusst, wie gefährlich es ist. Er ist darauf gefasst, dass sein Risiko groß ist. Er ist darauf gefasst, dieses Risiko einzugehen. Es gibt kaum Zeit, auch nur zu Essen, &amp;nbsp;keine Ruhe. Rund um die Uhr kämpfen sie in Fukushima mit wenigen Leuten. Deshalb: denkt bitte auch an die Kämpfer.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Und einen anderern Twitter:&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Morgen geht mein Vater zum Reaktor nach Fukushima.&amp;nbsp; In einem halben Jahr geht er in Rente. Aber er hat sich freiwillig gemeldet, nach Fukushima. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Bisher habe ich immer gedacht: mein Vater ist nicht einer, an den ich mich im Notfall wenden würde. So wirkte er immer zu Haue. Heute habe ich zum ersten Mal Stolz auf meinen Vater empfunden.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Die S-Bahnen in Tokyo sind nun nicht mehr geheizt. Die Hälfte aller Lampen in der Öffentlichkeit ist ausgeschaltet. Und das ist überhaupt keine Einschränkung. Im Gegenteil, ich habe das Gefühl, wir kommen hier in Tokyo langsam auf den Boden der Realität. Was haben wir sorglos Strom verschwendet, und den Luxus ständiger Festbeleuchtung geleistet, die Überheizung vieler Räume…&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Jetzt mit der Reduzierung von Licht und Wärme habe ich mehr und mehr das Gefühl von Normalität. Es besteht eine Chance, ein vernünftiges Maß zu finden.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Und immer wieder sind Menschen zu sehen, die ihre Angehörigen suchen. Ein Mann läuft zwischen den Trümmern und sagt: wenn ich das hier sehe, ist mir klar, dass es keine Hoffnung gibt. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Aber mir ist der Gedanke unerträglich, dass meine Familienangehörigen irgendwo verbrannt (kremiert) werden und ich weiß nicht wo.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Aus einem Rathaus im Erdbebengebiet:&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Bitte rufen Sie uns nicht mehr an, um uns zu sagen: gebt nicht auf, wir machen euch Mut!&amp;nbsp; Das ist ein totaler Stress für uns, so mit Anrufen bombardiert zu werden. Außerdem blockieren Sie unsere Leitungen für die notwendige Kommunikation.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Meine Schwägerin:&amp;nbsp; Regierungssprecher Edano verdient ein ganz großes Lob! Wie sachlich, kompetent, nüchtern und gut verständlich kommt er rüber. Setzt seine Worte sehr vorsichtig und genau, vermeidet alles, was Anlass geben könnte zu Gerüchten oder Falschmeldungen oder gar zur Panik. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;So versuchen wir zu verstehen, mitzufühlen, uns nicht abzuwenden. Euch manches mitzuteilen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Herzliche Grüße&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Elisabeth Hübler-Umemoto und Naoto Umemoto&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-5576945497526045066?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/5576945497526045066'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/5576945497526045066'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/donnerstag-17032011-am-abend.html' title='Donnerstag, 17.03.2011 am Abend'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-7989391845290338571</id><published>2011-03-17T11:47:00.002+09:00</published><updated>2011-03-17T19:59:53.805+09:00</updated><title type='text'>16.03.11 Nachmittags</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Tief angerührt hat uns das Bild des kleinen Toshihito Aisawa, 9 Jahre, der seine gesamte Familie verloren hat und jetzt mit einem Schild, auf dem ihre Namen geschrieben sind, von Notunterkunft zu Notunterkunft geht. Er traut sich nicht, die Menschen anzusprechen und hält nur stumm sein Schild hoch.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="https://lh3.googleusercontent.com/-Cjd1l7qYFhs/TYHnirYLz-I/AAAAAAAAAKA/jOAnwm-PhGU/s1600/blog20110316a.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="https://lh3.googleusercontent.com/-Cjd1l7qYFhs/TYHnirYLz-I/AAAAAAAAAKA/jOAnwm-PhGU/s320/blog20110316a.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Morgen komme ich wieder her, steht auf dem Schild. (Quelle Fotos und Artikel: &lt;a href="http://www.asahi.com/"&gt;www.asahi.com&lt;/a&gt; am 16.03.)&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="https://lh3.googleusercontent.com/-U9P-gq-ghCU/TYHnnmOnwAI/AAAAAAAAAKE/W-JP1EohnLA/s1600/blog20110316b.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="https://lh3.googleusercontent.com/-U9P-gq-ghCU/TYHnnmOnwAI/AAAAAAAAAKE/W-JP1EohnLA/s320/blog20110316b.jpg" width="303" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Nicht überall ist schon Trinkwasser eingetroffen. Man behilft sich mit Regenwasser.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Inzwischen schneit es in weiten Teilen des Erdbebengebiets und Minustemperaturen sind für die Nacht angesagt.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Ein Krankenhaus in Kesennuma. Der Eingang ist ein Spezialzelt der Feuerwehr, zur Isolierung des Innenraums. Solche Isolationszelte kommen aus verschiedenen Landesteilen. Jetzt bewährt sich die gute Katastrophenschutz-Vorbereitung hierzulande.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Das Personal trägt Masken und hofft das Beste.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Dagegen ist mir die Vorstellung unerträglich, dass man sich in Deutschland Geigerzähler kauft.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Ich werde jetzt oft nach der Disziplin und Ruhe gefragt, die die Menschen hier bewahren. Alle sind daran gewöhnt, sich möglichst reibungsfrei in der Öffentlichkeit zu verhalten, da man auf engem Raum zusammenlebt, häufig in kleinen Wohnungen, kann man nur mit gut antrainierter Disziplin ständiges Gerangel oder Stress vermeiden.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Allmählich werden auch die Medien hier unruhig, wollen Ergebnisse sehen, manche zweifeln an der Fähigkeit der Regierung, diese Krise zu meistern. Ich mache mir Gedanken über unsere westliche Sicht der Dinge.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Diese Kultur der Gesamtkontrolle über alle Dinge, nichts dem Zufall überlassen zu wollen, nicht auf Menschen vertrauen, die, so gut sie können, ihre Arbeit machen, nicht den Informationen glauben, selbst wenn sie mit festen Beweisen an Zahlen und Daten abgesichert sind. Allem misstrauen, alles abwerten, Lust haben an Horrorszenarien. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Diese Haltung scheint mir&lt;span style="mso-spacerun: yes;"&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;merkwürdig gepaart mit dem fröhlichen In-Anspruch-nehmen aller neuesten elektronischen Konsumgüter, die natürlich Strom brauchen, und dem fleißigen Wegschauen, solange alles läuft.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Man möchte alles haben und flieht ganz schnell, wenn etwas schief geht und verachtet die, die vor Ort bleiben und ihre Pflicht erfüllen? Ich will mich selber gar nicht ausnehmen. Auch ich habe fleißig weggeschaut und einfach gehofft, dass nichts passiert.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Manche haben mich gefragt, ob Japan nicht reich genug ist, um auch ohne Spenden den Schaden zu beheben. Das ist angesichts dieser Größe der Katastrophe sicher nicht so. Und wenn jemand Angst hat, dass seine Spenden nicht ankommen: Gerade Japan ist ein Land mit sehr guter Infrastruktur, an dem Spenden beste Chancen haben, genau dort anzukommen, wo sie gebraucht werden, weil es vor Ort Hilfsorganisationen gibt, die funktionieren ohne Korruption.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Abend&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Zu 8 Personen haben wir einen Gebetsgottesdienst gefeiert. Der Bahnweg war frei, aber die Stadt deutlich dunkler und ruhiger. Es war nur unterwegs, wer unbedingt musste. Auf der Rückfahrt saßen wir zu fünft in der selben S-Bahn und waren die einzigen, die fröhliche Stimmung mitbrachten, sich unterhielten, lachten. „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“ sagt der Apostel Paulus, und heute nach dem Gottesdienst waren wir echt fröhlich.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Die anderen Reisenden wirkten angespannt. Zum ersten Mal habe ich abends in einer Bahn gesessen und niemand schlief. Normalerweise schlafen die Pendler reihenweise, um sich schon mal&lt;span style="mso-spacerun: yes;"&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;zu entspannen und abzuschalten auf dem Weg nach Hause. Heute war davon nichts zu bemerken. Alle starrten mit wachen Augen irgendwo hin, verschränkten die Hände oder verfolgten über Handyfernseher die neuesten Ansagen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Ein Gemeindemitglied ist leitender Angestellter beim TÜV und hat die neuesten eigenen Messwerte. Für Tokyo war heute alles normal. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Im Gebetsgottesdienst hat jeder Teilnehmer seine Erfahrungen erzählt. Einer sagte: was wir jetzt brauchen, ist Vertrauen. Kontrollieren können wir nicht, ob die Techniker ihre Kunst verstehen. Misstrauisch alles anzweifeln, was von ihrer Seite bekanntgegeben wird, hilft nicht weiter. Ein Kernphysiker erzählt in einem Fernsehinterview: „Ich kenne einige, die jetzt dort mit kämpfen, sie waren meine Schüler. Sie sind hervorragend ausgebildet und vorbereitet, auf Störfälle zu reagieren.“ Wir wünschen den Männern am Kernkraftwerk Fukushima Erfolg. Wir vertrauen auf ihre Fähigkeiten. Wir sind dankbar, dass sie für uns ihr Leben aufs Spiel setzen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Und wir vertrauen, dass unser Leben noch anders getragen ist als durch das, was wir kontrollieren können.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir hörten den langen Genesistext vom Sonntag Invocavit, 1. Mose 3, 1 – 24&lt;span style="mso-spacerun: yes;"&gt;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;vom Sündenfall. Wie direkt man jetzt solche Texte in die Gegenwart gesprochen hören kann.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Das lange Singen des Kyrieliedes aus Taize hat enorm befreit. So sind wir wirklich fröhlicher Stimmung nach Hause gegangen. Fröhlich in Hoffnung.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Das letzte Stück im Taxi haben wir den Fahrer nach der Benzinrationierung gefragt. Die meisten Taxis in Tokyo fahren mit Autogas, war die Auskunft. Die Benzintaxis haben jetzt keine Möglichkeit zu fahren. Die meisten Tankstellen sind geschlossen und wo noch eine offen ist, darf pro Wagen nur 20 Liter gezapft werden.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Allmählich fallen auch Menschen auf, die mehr kaufen als sonst. In einem Supermarkt war sämtlicher Reis ausverkauft, Milch und Brot schon etwas länger. Auf dem Bahnsteig stand neben uns eine Frau mit einer Riesenpackung Toilettenpapier. Das sind jetzt die Essentials. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Leben von Tag zu Tag. Vertrauen, sich fügen, sich beugen und doch weiter hoffen, dass alles sich stabilisiert.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;17.03.2011, Donnerstag&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Immer noch sind Menschen von Hilfe abgeschnitten, weil die Küstenstraßen und Schienenwege zerstört sind. Viele haben in ihren Unterkünften keine Heizmöglichkeit, weil es kein Kerosin gibt, um Öfen zu befeuern. Davon werden jetzt viele Menschen krank.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Heute sah ich das Interview mit einem Mann, der Dialysepatient in einem Krankenhaus ist. Die medizinische Versorgung ist für ihn derzeit gesichert, aber er hat seit drei Tagen nichts gegessen, weil die Transporter mit den Versorgungsgütern nicht durch kommen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Dabei sind zerstörte Straßen das eine Problem. Das gravierendere Problem&lt;span style="mso-spacerun: yes;"&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;ist der Mangel an Benzin.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Ein weiteres Problem ist, dass unverantwortlich hochgespielte Gerüchte über die atomaren Gefahren jetzt viele Lastwagenfahrer hindern, ins Erdbebengebiet zu fahren.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Man leitet jetzt die Güterzüge über Westjapan nach Norden und von dort zurück nach Süden ins Erdbebengebiet. Hubschrauber sind pausenlos im Einsatz, aber es ist einfach unglaublich viel zu tun.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir grüßen euch herzlich aus Tokyo. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Heute Mittag reisen wir nach Nagoya und beobachten von dort, wie es weiter geht.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Elisabeth Hübler-Umemoto und Naoto Umemoto&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-7989391845290338571?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/7989391845290338571'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/7989391845290338571'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/160311-nachmittags.html' title='16.03.11 Nachmittags'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='https://lh3.googleusercontent.com/-Cjd1l7qYFhs/TYHnirYLz-I/AAAAAAAAAKA/jOAnwm-PhGU/s72-c/blog20110316a.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-651367693440151104</id><published>2011-03-17T02:17:00.001+09:00</published><updated>2011-03-19T18:15:12.908+09:00</updated><title type='text'>Bilder von der Andacht am Mittwoch Abend</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="https://lh5.googleusercontent.com/-2qU8sXf1ZG8/TYRzsLU4SuI/AAAAAAAAAKI/BiP-g02c1Dk/s1600/IMG_46181.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" src="https://lh5.googleusercontent.com/-2qU8sXf1ZG8/TYRzsLU4SuI/AAAAAAAAAKI/BiP-g02c1Dk/s1600/IMG_46181.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="https://lh3.googleusercontent.com/-i8qnGuO4OJc/TYRzwMwCipI/AAAAAAAAAKM/1S8Atkyj9N8/s1600/IMG_46192.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" src="https://lh3.googleusercontent.com/-i8qnGuO4OJc/TYRzwMwCipI/AAAAAAAAAKM/1S8Atkyj9N8/s1600/IMG_46192.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="https://lh6.googleusercontent.com/-YdqgwsrIh9M/TYRz3hoLBWI/AAAAAAAAAKQ/bNUDSkNt-bc/s1600/IMG_46203.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" src="https://lh6.googleusercontent.com/-YdqgwsrIh9M/TYRz3hoLBWI/AAAAAAAAAKQ/bNUDSkNt-bc/s1600/IMG_46203.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-651367693440151104?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/651367693440151104'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/651367693440151104'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/bilder-von-der-andacht-am-mittwoch.html' title='Bilder von der Andacht am Mittwoch Abend'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='https://lh5.googleusercontent.com/-2qU8sXf1ZG8/TYRzsLU4SuI/AAAAAAAAAKI/BiP-g02c1Dk/s72-c/IMG_46181.jpg' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-5326122444440672128</id><published>2011-03-16T10:32:00.000+09:00</published><updated>2011-03-17T19:38:32.464+09:00</updated><title type='text'>Tagebuchnotizen  15.03.2011/16.03.2011</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Immer neue Informationen, immer neue Ereignisse: jetzt ist Reaktorblock 2 in die Luft geflogen mit kurzzeitig sehr erhöhten radioaktiven Messwerten. Und Reaktorblock 4&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;hat gebrannt und es ist weiterhin unsicher, ob das Feuer wirklich gelöscht werden konnte.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Die Umgebung ist abgeriegelt. Nur 50 Techniker sind dort geblieben und geben ihr Leben, um das Leben vieler Millionen Menschen zu retten. Natürlich tragen sie Schutzanzüge, aber man weiß vieles nicht genau.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Unser Sohn hat über Skype lange mit uns gesprochen. Er wird in seiner Schule in Bedford Hills vieles gefragt, soll Auskunft geben. Da haben wir ihm ausführlich unsere Eindrücke geschildert.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Die lutherische Kirchengemeinde dort veranstaltet einen Filmabend mit Sponsoring-Eintritt für die Erdbebenopfer in Japan. In seiner Schule will unser Sohn auch eine Sammlung für Japan organisieren. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Heute habe ich selber Fluchttendenzen. Einfach weg, einfach, dass der Alptraum aufhört, dass Ruhe einkehrt und Frieden.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Aber ich kann es nicht spalten: friedlich nach Deutschland fahren und von einem Gästesofa aus die Vorfälle betrachten.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Mit dem Zug 350 km weiter nach Süden zu unseren Verwandten wäre eine Option. Aber noch ist es nicht soweit.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Ich bin sehr dankbar, vom Fürbittendienst Brot für die Welt zwei Fürbittengebete bekommen zu haben. Wir beten hier gemeinsam und fühlen uns mit denen verbunden, die auch mit diesen Worten beten.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Für morgen, Mittwoch &amp;nbsp;Abend haben wir einen Gottesdienst geplant. &amp;nbsp;Bisher sind wir 5 Leute, die kommen werden. Es fahren weniger Züge als sonst, aber das behindert uns nicht sehr.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Weiterhin kommen sehr freundlich Anteil nehmende Mails, die uns das gute Gefühl vermitteln, verbunden zu sein. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Eine so ganz andere Passionszeit erleben wir. Die Betrachtung des Gekreuzigten verschwimmt mit dem Bild der vielen, vielen &amp;nbsp;Opfer. Das&amp;nbsp; für mich immer wieder wichtigste Passionslied ist Gerhardts „O Haupt voll Blut und Wunden!“, das die Kreuzbetrachtung in unmittelbaren Zusammenhang zum Leiden des Menschen bringt: auch dieser hat gelitten und ich weiß mich deshalb ganz in seiner Nähe, von ihm getröstet, in ihm geborgen. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Inzwischen ist es Mittwoch Vormittag, 16.03.2011&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Wir verfolgen weiterhin die Meldungen. Bisher ist alles unverändert, wenn auch unverändert sehr ernst.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Viele Menschen hier versuchen mit ihren Ängsten so umzugehen, dass sie jede Nachricht, die sie irgendwo aufschnappen, in Kettenmails weiterschicken.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Dazu sagte jemand im Fernsehen heute: Lassen Sie das. Es stiftet eher Verwirrung, weil man aufhört zu unterscheiden, welche Nachricht wichtig, welche vertraulich, welche glaubwürdig ist.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Ein ähnlicher Aktionismus kommt auch von gutwilligen Menschen, die jetzt spenden wollen, möglichst schnell. Aber es ist noch gar nicht so weit, dass Privatpersonen die Wege offen stehen, etwas Sinnvolles beizutragen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Es gibt keine schnelle Lösung. Verständlich ist dabei für mich, dass es die Menschen entlastet, wenn sie etwas tun. Ich schreibe, um mich zu entlasten.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Man kann nicht tagelang Angst haben.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Gestern war es für mich ziemlich schwer zu ertragen, dass aus Deutschland eine Flut von Emotionen, Ängsten, warnenden Ratschlägen über uns hereinbrach. Wir sind hier mit unseren eigenen Ängsten beschäftigt und können nicht noch anderer Leute Ängste verarbeiten.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Nehmt mir diese Bemerkung bitte nicht übel, ich spüre natürlich auch in solchen Mails das tiefe Mitgefühl für uns hier in Japan.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Lassen Sie uns verbunden bleiben&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Ihre&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Elisabeth Hübler-Umemoto&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-5326122444440672128?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/5326122444440672128/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/tagebuchnotizen-1503201116032011.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/5326122444440672128'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/5326122444440672128'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/tagebuchnotizen-1503201116032011.html' title='Tagebuchnotizen  15.03.2011/16.03.2011'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-6580700824921872172</id><published>2011-03-15T11:24:00.001+09:00</published><updated>2011-03-17T19:31:13.345+09:00</updated><title type='text'>15.03.2011   Tagebuchnotiz</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Ich wache auf, es ist 5:00 Uhr am Morgen, und mein erstes Gefühl geht dahin: ich will meine Normalität zurück. Kann nicht alles ganz schnell geklärt werden, damit wir weiterleben können?&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Stattdessen im Fernsehen ein oberpeinlicher Auftritt von wissenschaftlichen und leitenden Mitarbeitern des Kernkraftwerks Fukushima 1, die sich vor laufenden Kameras einen Dreck scheren um die Sorgen, die sich alle machen, um die Spannung auch im Saal der Pressekonferenz, und rangeln und streiten, wer jetzt welches Info- bzw. Datenblatt hat, wer sprechen darf, wer die richtigen Informationen hat. Bakkamon! möchte man rufen, ihr Blödmänner!, ihr seid für die vielen Millionen Menschen verantwortlich, nicht bloß für eure Wissenschaft und schon gar nicht für eure Streitigkeiten. Während die Techniker in den AKWs ihr Leben aufs Spiel setzen, seid ihr mit Kompetenzgerangel&lt;span style="mso-spacerun: yes;"&gt;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;und Konkurrenz beschäftigt!&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Das war gestern Abend nicht ermutigend. So gingen wir mit der Unsicherheit in die Nacht, was nun aus Block 2 wird.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Fahr du nach Deutschland, sagte mein Mann, du sollst nicht diese &lt;span style="mso-spacerun: yes;"&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;Schwächen der japanischen Kultur zu erleiden haben.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Ja, die Schwächen der hiesigen Kultur werden an einigen Stellen jetzt deutlich:&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Dass Experten in ihrem Fach es durch alle Institutionen geschafft haben, alle Prüfungen sehr gut bestanden, aber nicht fähig sind, den Kopf klar und oben zu behalten, wenn etwas außer der Reihe zu tun ist, wenn auch der Einzelne Verantwortung für das ganze tragen muss. In den politischen Auseinandersetzungen der letzten Monate bekamen wir das vorgeführt und gestern Abend in einer Pressekonferenz leider auch.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;a href="http://search.japantimes.co.jp/cgi-bin/nn20110315a9.html"&gt;http://search.japantimes.co.jp/cgi-bin/nn20110315a9.html&lt;/a&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Dieser Link geht zur Japan Times mit zahlreichen informativen Kommentaren.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Am fairsten informiert fühlen wir uns von der BBC&lt;span style="mso-spacerun: yes;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;a href="http://www.bbc.co.uk/news/"&gt;http://www.bbc.co.uk/news/&lt;/a&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Allmählich beginnen wir die Auswirkungen der Katastrophe auch auf die Zukunft der Gemeinde und der deutschen Community zu spüren.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Unser Architekt informierte uns gestern darüber, dass weiteres Bauholz für den Innenausbau unseres neuen Pfarrhauses Lieferstopp habe, da alle Resourcen für das Erdbebengebiet zur Verfügung stehen müssten. IKEA hat seine Tore geschlossen, vermutlich um seine Produkte den Menschen im Erdbebengebiet zur Verfügung zu stellen. So werden wir Fertigstellung und Einweihung des neuen Pfarrhauses verschieben.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;In den Firmen arbeitet man so gut es geht unter den erschwerten Bedingungen weiter. Flexibilität war für ein Leben in Japan immer schon die Anforderung. Jetzt muss man noch kreativer und flexibler sich den veränderten Gegebenheiten anpassen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;In zwei Stunden wird uns für ca. vier Stunden der Strom abgestellt. Aber was ist das schon, angesichts der vierten Nacht, die viele Opfer im Freien verbracht haben bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Inzwischen rechnet man mit ca. 20.000 Toten, aber für genaue Angaben ist es noch zu früh.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Vom Reaktor hört man wenig Ermutigendes, aber noch ist keine bedrohliche Verschlechterung eingetreten.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Bleibt uns und den Menschen in Japan bitte verbunden&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Elisabeth Hübler-Umemoto&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-6580700824921872172?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/6580700824921872172/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/15032011-tagebuchnotiz.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/6580700824921872172'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/6580700824921872172'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/15032011-tagebuchnotiz.html' title='15.03.2011   Tagebuchnotiz'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-2837490826070128247</id><published>2011-03-14T19:17:00.001+09:00</published><updated>2011-03-17T19:23:47.158+09:00</updated><title type='text'>14.03.2011 Abend</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Liebe Geschwister!&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Gespräche, Telefonate mit Gemeindemitgliedern, Interviews mit Medien. Ein langer Tag geht zu Ende. Der vierte Tag nach den schrecklichen Ereignissen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Heute hatten wir noch keinen Stromausfall, aber die Züge, S-Bahnen, U-Bahnen wurden deutlich reduziert, um Strom zu sparen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Ich bekomme öfter die Frage gestellt, warum die Japaner so gelassen, so diszipliniert auf das alles hier reagieren.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Japaner sind stark, wenn sie eine fest definierte Rolle ausfüllen müssen. Das hilft jetzt sehr um in dieser unermesslichen Notlage zu tun, was nötig ist. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Spontaneität ist nicht so ausgeprägt in der japanischen Kultur.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Umso erfreulicher der Tanklastzugfahrer, der seinen Tankzug mit Trinkwasser füllt und zum nächsten&amp;nbsp; verwüsteten Dorf fährt, um den Menschen Wasser zu bringen. Dazu sagt er: ich freue mich sehr, dass ich diesen Beitrag leisten kann.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Oder jene Frau, die von einem Soldaten auf dem Rücken aus den Trümmern getragen wird und sich auf so unverwechselbar japanische Weise bedankt:&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Sumimasen, d.h.: ich kann dir dafür nichts zurück geben, osewani narimashita, d.h.: ich fühle mich schuldig dafür, dass du etwas für mich tun musst, was du normalerweise nicht tun musst.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Wir erfahren in diesen Tagen&amp;nbsp; wie groß die Schattenseite unserer allumfassend technisierten Welt ist. Es war so schön bequem mit all den Geräten, die uns umgeben. Von der elektronisch gesteuerten Klo-Washlette-Spülung bis zur Espressomaschine mit eigener Kaffeemühle, ip-phone, etc. weltweit vernetzt.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Ich hoffe, dass man in Japan und überall dort wo es Kernkraftwerke gibt, über Veränderungen in der Energieversorgung nachdenkt. Dass man mehr und mehr erneuerbare Energiekonzepte auf den auf den Markt lässt.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Wunderschöne Briefe haben uns erreicht, tief anrührende Segenswünsche.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Eine Flut an Mails der Anteilnahme. Hilfsangebote.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Danke Ihnen allen dafür.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Manche fragen mich nach meiner Angst, aber mir geht es eher so, dass ich jetzt&amp;nbsp; merke, was mein Glaube mir bedeutet. Dass wir alle in Gottes Hand sind, wo immer wir auch sind. Und wo ich bin, soll ich blühen, soll ich meine Aufgabe erfüllen, soll ich für die Menschen da sein. Und das werde ich tun. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Kontakte halten ist jetzt wichtig, wo die Verkehrswege unberechenbarer und umständlicher sind. Sich anrufen, Mails austauschen, sich gegenseitig Mut machen, die Angst teilen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Wenn es zum Schlimmsten kommt, werden wir auch gehen, aber soweit ist es noch nicht.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Wir leben ja so, dass es keine Garantien gibt, ob wir uns retten werden oder nicht. Wir steigen in Flugzeuge, wir reisen in jeden Winkel der Erde, wir treiben Extremsport etc. Risikogesellschaft.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Die meisten hier haben sich zum Gehen entschlossen. Sie spüren natürlich die Verantwortung für ihre Kinder.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Funktionsträger der Firmen sind noch da, so auch wir. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Heute sind deutlich weniger Züge gefahren, um Strom zu sparen. Es gibt kein Benzin mehr an den Tankstellen. Deshalb wird vielleicht auch unser 2. Versuch, am Mittwoch zum GD in der Kirche zusammen zu kommen scheitern.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Eine Meldung: Am Reaktorblock 2 war der Wasserstand bedrohlich gesunken, weil man nicht für genügend Diesel für die Wasserpumpe gesorgt hatte. Ein Reporter fiel angesichts dieser Auskunft resigniert der Kopf runter. Später bekamen wir die Auskunft: Einer der Reaktorblöcke macht uns schon genug Arbeit, aber wir müssen jetzt drei Blöcke genauestens beobachten. Da haben wir bei der Nummer 2 zu spät den leeren Dieseltank für den Pumpengenerator bemerkt und nicht so schnell Nachschub holen können. Das Problem ist jetzt aber gelöst, Reaktorblock 2 hat wieder den richtigen Kühlwasserstand.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;So sitzen wir hier, hoffen und &amp;nbsp;bangen und vertrauen, dass wir das richtige entscheiden.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Das folgende Foto von der ersten Seite des Independent hat die Menschen hier zu Tränen gerührt. &lt;/span&gt;&lt;span lang="EN-US" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Gambare Nippon, don't give up &lt;st1:country-region w:st="on"&gt;&lt;st1:place w:st="on"&gt;Japan&lt;/st1:place&gt;&lt;/st1:country-region&gt;, don't give up Tohoku.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="https://lh4.googleusercontent.com/-f_CqAOwB2lY/TYHgwr6onEI/AAAAAAAAAJ8/mW4Zj_cKxww/s1600/blog20110314-a.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="247" src="https://lh4.googleusercontent.com/-f_CqAOwB2lY/TYHgwr6onEI/AAAAAAAAAJ8/mW4Zj_cKxww/s320/blog20110314-a.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Dieses Wort ist für die Menschen hier einem Segenswunsch vergleichbar, einer echten, tief gefühlten Ermutigung.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Es freut die Menschen hier ungeheuer, dass weltweit soviel Anteil genommen wird, soviel echtes Mitfühlen rüberkommt. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Da sind die Japaner dann auch gerne bereit ebensolche Hilfe zurückzugeben, wenn in anderen Ländern Not am Mann ist.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Elisabeth Hübler-Umemoto&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-2837490826070128247?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/2837490826070128247/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/14032011-abend.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/2837490826070128247'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/2837490826070128247'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/14032011-abend.html' title='14.03.2011 Abend'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='https://lh4.googleusercontent.com/-f_CqAOwB2lY/TYHgwr6onEI/AAAAAAAAAJ8/mW4Zj_cKxww/s72-c/blog20110314-a.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-1704229487089343209</id><published>2011-03-14T11:40:00.000+09:00</published><updated>2011-03-17T19:45:35.312+09:00</updated><title type='text'>14.03.2010</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Warum sind die Leute hier nicht gelähmt von Schreck und Trauer?&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Ich glaube, man ist inmitten dieser Naturgewalten demütiger als anderswo. Man fügt sich dem göttlichen Plan, man beugt sich vor der Gewalt der Natur.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Eine Großmutter, die aus einem zerstörten Gebiet heraus getragen werden musste, sagte beim Absetzen zu dem Helfer: Sumimasen (ich kann deine Hilfe nicht zurückgeben) osewani narimashita (Ich fühle mich schuldig, weil du etwas für mich tun musst, was du normalerweise nicht tun musst).&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Die alte Hauptstadt Edo ist mehrmals abgebrannt. Als der deutsche Forscher Philipp Franz von Siebold ein solches Feuer im 19. Jh. miterlebte, schrieb er voller Verwunderung, dass schon am nächsten Tag die Bauarbeiter lachend und scherzend anrückten, um ein neues Haus zu bauen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Wenn ich die Trümmer überall sehe, beginne ich zu verstehen, warum man hier Häuser für 30 Jahre baut, dann abreißt und ganz neu baut.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Nichts ist hier für die Ewigkeit.&amp;nbsp; Auch das Leben kann innerhalb von Sekunden vorbei sein. Dennoch konsumieren die Leute hier leidenschaftlich gerne, genießen es, in der Natur zu sein und feiern ausgelassene Feste.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Christlich gesprochen höre ich den heiligen Paulus: Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Eine Betroffene: “Es gibt so viele Nachbeben, dass wir gar nicht mehr reagieren, aber wir fühlen uns wie seekrank.“ Ja, manchmal reagiert der Gleichgewichtssinn, ohne dass es außen wackelt.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Wir warten jetzt den vierten Tag gespannt auf die Nachrichten von den Kernreaktoren.&amp;nbsp; Die Explosion heute Vormittag schien heftiger als die in Block 1 am Samstag. Aber man versichert uns, dass die Messwerte 62 msv nicht übersteigen. Bei einem&amp;nbsp; Flug von Japan in die USA soll man 20 msv ausgesetzt sein.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Solche Zahlen sagen irgendwie nichts, aber die Werte hören sich niedrig an.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Eben war ich einkaufen und fand in drei Läden das Regal mit den Batterien leer. Alle stellen sich offensichtlich auf die Stromsperre ein. So habe nur Feuerzeuge gekauft. Kerzen sind im Pfarrhaus immer reichlich vorhanden.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Im dritten Laden habe ich noch ein Brot ergattert. Aber Brot ist hier ohnehin Luxus, und Reis haben wir noch genug für sicher zwei Wochen. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Nach dreieinhalb Tagen mit großer Aufregung, Unsicherheit und manchmal auch Angst geht jetzt die Energiekurve etwas runter. Man kann nicht permanent wachsam sein. Ohnehin können wir aktiv nichts zur Verbesserung der Lage in den Kernkraftwerken tun.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Jetzt ist nur noch eine kleine Gruppe von Deutschen hier. Die Firmen haben viele Mitarbeitende zurückgeschickt und alle Familien mit Kindern sind weg aus Tokyo.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Es ist ruhiger, der Fernseher zeigt wieder Filme und Reklamesendungen, aber keine von diesen frivolen Lachshows, die hier so verbreitet sind. Es fühlt sich an wie durchatmen, bevor es dann an die Aufräumarbeiten geht. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Heute sind&amp;nbsp; Hilfsmannschaften aus vielen Ländern hier angekommen. Das ist für Japan etwas Neues, dass die Welt hierher kommt, um zu helfen und Not zu lindern. Und die Menschen sind sehr dankbar und froh, von der internationalen Gemeinschaft so wahrgenommen zu werden.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;1995 beim großen Kobe-Beben hatte man noch den Eindruck, das Japan sich selber helfen wollte und die ausländischen Helfer eher als Belastung empfand. Das hat sich geändert.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Vielleicht müssen wir ja doch ein paar Tage im Haus bleiben, um keine Radioaktivität abzubekommen. Aber noch ist das aus meiner Sicht nicht so weit. Wir sind 250 km entfernt. Noch bleiben wir hier.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Elisabeth Hübler-Umemoto&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-1704229487089343209?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/1704229487089343209/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/14032010.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/1704229487089343209'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/1704229487089343209'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/14032010.html' title='14.03.2010'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-8841766488828119640</id><published>2011-03-13T19:11:00.000+09:00</published><updated>2011-03-17T19:15:33.069+09:00</updated><title type='text'>2. Brief aus der Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache Tokyo-Yokohama</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Liebe Freundinnen und Freunde!&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Ab morgen wird stundenweise der Strom abgeschaltet, deshalb melde ich mich jetzt noch einmal.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Inzwischen sind die meisten deutschen Familien weggefahren. Die Firmen möchten ihre Mitarbeiter auch möglichst in Sicherheit wissen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir hören weiterhin die aktuellen Nachrichten von den Kernkraftwerken, warten und hoffen, dass wir nicht evakuiert werden müssen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Die Menschen sind weiterhin gelassen. Man kann im Grunde nur hoffen und beten, dass die Experten ihre Arbeit erfolgreich tun.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Inzwischen sehen wir Bilder von Menschen, die glücklich sind, am Leben zu sein, bzw. sich wieder zu sehen, von Menschen, die gerettet werden.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Auch von Menschen, die verzweifelt ihre Angehörigen suchen, in den Notunterkünften nachfragen und sich dann gegenseitig Mut geben: Gambatte kudasai! Halten Sie sich so gut Sie können! Und der Angesprochene bedankt sich für diese Ermunterung.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Ja, man ist hier mit Durchhalten beschäftigt. An vielen Orten sind jetzt große Räummaschinen zu sehen, die Aufräumarbeiten haben begonnen. Traurige erste Pflicht ist dabei das Auffinden der Toten unter all den unglaublichen Trümmern.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Zum ersten Mal wird mir deutlich, warum die japanische Kultur so oft eine Atmosphäre der Traurigkeit enthält. Japanische Bücher, zumal ins Deutsche übersetzt, haben oft eine etwas hölzerne, fatalistische, nüchterne, Einsamkeit ausstrahlende Grundstimmung. Das ist nicht die Überalterung der Gesellschaft, die manches hier wie mit grauer Patina überzogen erscheinen lässt, vielleicht auch die. Das ist nicht nur die Unübersetzbarkeit der japanischen Sprache, in der einzelne Buchstaben der grammatischen Form tiefes Gefühl ausdrücken. Aber eine Nation, die solche Katastrophen erlebt und damit weiterlebt, trägt etwas davon in der Seele. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Inzwischen gibt uns ein Sender Tipps, wie wir bei Stromsperre unsere Lebensmittel retten und andere Hilfen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Man ist einfach pragmatisch. Eine Freundin sagte mir eben am Telefon, dass sie die Bilder aus Japan in Tränen aufgelöst verfolgt und es kaum erträgt.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Wir hier sind mehr mit der Anspannung beschäftigt, mitzubekommen, was jetzt zu tun ist, Entscheidungen zu treffen, Gottesdienst vorzubereiten, Telefonate zu führen, alle zu informieren. Das Entsetzen ist so groß und so nah, dass ich es nicht fühlen kann. Es passt in eine Seele nicht hinein.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Vor zwei Tagen hatte ich ein Gespräch mit einem Gemeindeglied, das ganz aufgelöst davon erzählte, wie gespenstisch es sich anfühlt, weiter zu funktionieren, zu arbeiten wie immer während gleichzeitig Menschen sterben, Welten zusammen brechen, nichts mehr so ist wie vorher. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Was ist wichtig in solchen Erfahrungen? Ist unser sonst so wichtiges Leben und Geldverdienen und Beherrschen und Gestalten nicht einfach nur äußerlich? Ganz nichtig, ganz eitel?&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Der Prediger Salomo fällt mir ein: alles ist eitel und ein Haschen nach Wind.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Die Parameter verschieben sich. Das eigentlich Wichtige sind die anderen Menschen, sind die Beziehungen, der direkte Kontakt, das miteinander Teilen von Gedanken, Gefühlen, das sich gegenseitig erzählen, wie es mir ergeht.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Und dennoch machen wir weiter, tun, was uns aufgetragen ist und beten um die Gegenwart Gottes, die uns Kraft und Gelassenheit gibt. Begeben uns in die Obhut des Unverfügbaren. In einer Hörpredigt hörte ich dazu den Kommentar: „Mehr haben wir nicht: Beten und tun, was uns aufgetragen ist.“ &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Mehr nicht, aber das ist nicht wenig.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Seid herzlich gegrüßt.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Eure/Ihre&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: &amp;quot;Arial&amp;quot;,&amp;quot;sans-serif&amp;quot;;"&gt;Elisabeth Hübler-Umemoto&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-8841766488828119640?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/8841766488828119640/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/2-brief-aus-der-evangelischen-gemeinde.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/8841766488828119640'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/8841766488828119640'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/2-brief-aus-der-evangelischen-gemeinde.html' title='2. Brief aus der Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache Tokyo-Yokohama'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6528934058374911179.post-3720401240857544496</id><published>2011-03-13T13:04:00.000+09:00</published><updated>2011-03-17T19:16:15.746+09:00</updated><title type='text'>Brief der Pfarrerin der Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache Tokyo-Yokohama</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Liebe Freundinnen und Freunde!&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="color: black; font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Wir haben viele Anfragen aus Deutschland bekommen, die wissen möchten, wie wir hier in Tokyo die Folgen des großen Doppelerdbebens mit den vielen Tsunami-Wellen erleben. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="color: black; font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Wir sind erschüttert von der Unermesslichkeit des Leids, das über so viele Menschen gekommen ist. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="color: black; font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Die Kirche und das im Bau befindliche Pfarrhaus haben keine Schäden.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="color: black; font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Mein Mann und ich sind zu Hause vor laufendem Fernseher. Auf allen Kanälen werden die neuesten Informationen zur Lage ausgestrahlt. Das hilft uns, nicht in Panik zu verfallen. Da wir nicht unmittelbar von den Folgen der Tsunamiwellen betroffen sind, gehen unsere Gedanken allmählich auch dahin, wie wir in der nächsten Zeit zur Hilfe beitragen können.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="color: black; font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Wir warten angespannt auf neue Nachrichten über den Zustand der beiden Kernkraftwerke, in denen Störfälle aufgetreten sind. Etwas erleichtert uns die Nachricht, dass von den drei Reaktorblöcken, die Probleme machen, bei zweien die Maßnahmen erfolgreich zu verlaufen scheinen. Beim dritten Reaktorblock -&amp;nbsp; im Kernkraftwerk Fukushima Dai ni – weiß man noch nicht, wie es weitergeht. Aber&amp;nbsp; wir können nicht weglaufen, hoffen das Beste und bleiben ruhig.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="color: black; font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Die Japaner reagieren sehr gelassen auf die Situation. Sie leben ständig mit der Möglichkeit einer Naturkatastrophe. Sie sind deshalb gut auf die verschiedensten Szenarien vorbereitet. So gut, wie man es angesichts der Unberechenbarkeit solcher Ereignisse nur sein kann. Alle widmen sich sehr diszipliniert den Pflichten, die sie für diesen Fall übernommen haben. In immer wieder veranstalteten&amp;nbsp; Katastrophenschutzübungen sind alle sehr genau mit ihren jeweiligen Aufgaben im Katastrophenfall vertraut.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="color: black; font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Der nationale Christenrat in Japan hat einen Fürbitten- und Spendenaufruf gestartet und hat angefangen, Hilfe für die betroffenen christlichen Gemeinden zu organisieren.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="color: black; font-family: Arial, sans-serif;"&gt;All das steht noch ganz am Anfang. Es ist noch kein Überblick über die Lage zu gewinnen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="color: black; font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Man ist hier in Japan, besonders in dem betroffenen Gebiet, auf solch ein Szenario sehr gut vorbereitet. Notunterkünfte mit&amp;nbsp; Decken, Essensrationen, zusätzlichen Heizöfen sind überall vorhanden. Das Ausmaß ist dieses Mal zwar besonders groß, weite Landstriche sind verwüstet, ganze Dörfer weggespült. Aber die örtliche Selbsthilfe ist sofort angelaufen, die Verteidigungsstreitkräfte sind vor Ort. Viele Orte sind allerdings von der Kommunikation abgeschnitten, so dass man über das Ergehen vieler hundert Menschen noch gar nichts sagen kann.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="color: black; font-family: Arial, sans-serif;"&gt;&amp;nbsp;Die Aufräumarbeiten werden sehr lange brauchen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="color: black; font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Einige deutsche Familien haben sich am Samstag nach Südjapan begeben und entscheiden von dort, ob sie nach Deutschland zurückkehren. Manche Firmen raten ihren Mitarbeitern, nach Deutschland zu fahren.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="color: black; font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Der Gemeindevorstand hat den Gottesdienst heute kurzfristig abgesagt, weil noch nicht absehbar ist, wie die Reaktorstörfälle weitergehen. Reisewege sind hier weit. Und die deutsche Schule, in der der Gottesdienst stattgefunden hätte, ist heute noch geschlossen, da auch sie zeitweise kein Wasser und keinen Strom hatte.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="color: black; font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Wir haben Fürbitten an alle Gemeindeglieder verschickt und werden den Gottesdienst auf den kommenden Mittwoch verschieben.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="color: black; font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Es tut uns gut, zu hören, dass in Deutschland und vielen anderen Ländern sehr viele Freunde und Bekannte die Situation hier in ihre Gebete einschließen. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="color: black; font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Betet bitte weiterhin für die Menschen hier. Das ist im Moment das Wichtigste, was man tun kann.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="color: black; font-family: Arial, sans-serif;"&gt;Elisabeth Hübler-Umemoto&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6528934058374911179-3720401240857544496?l=kreuzkirche-tokyo.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/feeds/3720401240857544496/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/brief-der-pfarrerin-der-evangelischen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/3720401240857544496'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6528934058374911179/posts/default/3720401240857544496'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/03/brief-der-pfarrerin-der-evangelischen.html' title='Brief der Pfarrerin der Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache Tokyo-Yokohama'/><author><name>Tokyo-Yokohama</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
